The final Countdown

IMG_5859  IMG_5856

Da wir unseren Verschiffungstermin schon 4-5 Wochen im Voraus buchen mussten und am Ende alles doch laenger gedauert hat als erwartet, blieb uns nach der Visite bei den Pinguinen bei Punta Tombo nicht viel Anderes uebrig als Gas zu geben. Immer weiter in Richtung Norden. Morgens um 8 Uhr losfahren und am Abend um 10 ein Uebernachtungsplaetzchen suchen. Vielleicht mal zum Tanken anhalten – mehr war nicht drin. 2500 KM mit Hoechstgeschwindigkeit 80 zu fahren dauert eben seine Zeit.

IMG_5899 Routenupdate auf der Uebersichtskarte!

Kurz vor Buenos Aires haben wir dann aber nochmal etwas gebremst und wieder angefangen, das argentinische Leben auszukosten. Bei Wein und Rinderfilet vom Grill haben wir unseren letzten eigenen Abend in der grossen Bus-Freiheit und das Campingleben nochmal zelebriert. Am naechsten Morgen ging es dann in die Metropole.

IMG_5861 IMG_5867

Dank der Hoch-Autobahn kamen wir supereinfach und schnell an unserem Ziel am Ufer an und stellten den Bus auf einen 24-Stunden Bezahl-Parkplatz direkt vor einem riesigen Segelschiff ab. Das Zentrum war von da aus schnell zu Fuss zu erreichen und ebenso der Faehr-Terminal der Gesellschaft, die uns dann in den naechsten Tagen nach Uruguay ueber den grossen Fluss bringen sollte.

IMG_5874  IMG_5872 IMG_5871  IMG_5881

In Argentinien blieb uns dann nicht mehr viel zu tun. Faehre organisieren, etwas durch die Stadt laufen und am letzten Abend bei schon gebuchter Faehre die letzten argentinischen Pesos bei einem Essen in einem ordentlichen Restaurant verschleudern.

IMG_5878  IMG_5885

Wir sind also ins Restaurant und haben den Campari, den man uns an der Tuer angeboten hat ausgeschlagen – Nicht, dass man den am Ende bezahlen muss und soviel haben wir ja auch nicht dabei. Dann haben wir relativ genau auf das uns verbleibende Geld bestellt und gut gegessen. Bloed war nur, dass wir nicht bedacht haben, dass Gedeck auch bezahlt wird in Argentinien und am Ende wegen einer Rechnung die mehr kostet als unsere restlichen Kroeten hergaben die Kreditkarte gezueckt werden musste. Naja – Wir koennen uns ja zu Hause wieder an die Zivilisation gewoehnen!

IMG_5903 Land Nummer 16: Uruguay!

Um Mitternacht ging dann die Faehre, die uns ni 3 Stunden quer ueber den grossen Fluss schipperte. Um Kurz nach halb 4 in der Frueh haben wir dann alle Zoll-formalitaeten geklaert und schon da gemerkt: Die Uruguayos sind furchtbar nette Leute!. Da uns in Uruguay nur 6 Tage zur Verfuegung standen, waren wir nicht in der Lage gross auf Expedition zu gehen.

IMG_5889 IMG_5893 Trotz Mitternacht: Faehre voll                                     Schon komisch, Argentinien zu verlassen!IMG_5897 Uruguays Faehr-Terminal und Zollstation in Colonia del Sacramento

Colonia del Sacramento haben wir uns aber trotzdem angeschaut. Die kleine Stadt am Rio de la Plata ist wunderschoen. Zwischen Haeusern und Strasse stehen alte Platanen, es gibt eine Uferpromenade am Fluss mit unendlich vielen kleinen Restaurants und ueberall am Wegesrand stehen Oldtimer. Ein richtig romantisches Piraten-Staedtchen. An der Tourist-Info kann man kostenlos campen mit guten Internet und das Nationalgericht „Chivito“ gibt es an jeder Ecke zu kaufen. Leider ist alles etwas teuer hier!

IMG_5905 IMG_5909 IMG_5912  IMG_5918Colonia del Sacramento ist verrueckt nach Patricia! Und ueberall stehen alte Autos – schoen!

Elis Wunsch war es, die letzten 2 Tage bevor wir unsere Verschiffung angehen ruhig am Wasser zu verbringen. An der Playa Marindia haben wirdafuer auch ein tolles Plaetzchen gefunden und  den Bus abgestellt. Strandspaziergaenge und aus den restlichen Vorraeten des kleinen Raumschiffs verpflegen waren also fuer 2 Tage dort unsere einzige Aufgabe. Am Abend haben wir auf einem alten Turm von Lifeguards rumgesessen und Wein im Wind getrunken. Das war schoen.

IMG_5944  IMG_5942 IMG_5948  IMG_5955

Doch dann kam der Tag der Wahrheit. Wir waren ca. 40 KM von Montevideo entfernt und hatten einen Termin mit unserem Verschiffungsagenten am Vormittag. Nachdem der Bus zusammengepackt war, sassen wir also auf der Sitzbank vorne und Gorm fragte: „soll ich wirklich starten?“ 20 Sekunden spaeter drehte sich der Schluessel im Bus: Nichts! Er sprang nicht an! 550 Tage lang ist der Bus jeden Morgen angesprungen und hat NIE gestreikt und an diesel letzten Morgen wollte er nicht!

IMG_5960  IMG_5946

Weil wir den Termin hatten, machte sich sowas wie Panik bei Gorm breit. Alles war sehr schnell ueberprueft und fuer in Ordnung befunden. Wir wussten nicht weiter. Es gab einen Zuendfunken und Gemisch in den Zylindern. Was nun? Gorm fuhr per Anhalter zu einem nahegelegenen Schrauber, der kurzerhand mit seinem Auto zurueck zum Bus kam. Er hat garnicht lange gefackelt: „ Manchmal ist der Sprit hier so schlecht, dass es kein zuendfaehiges Gemisch gibt!“ Nach 10 Metern anschleppen lief der Kleine. „Bezahlt“ wurde mit 2 Dosen patagonischem Bier!

IMG_5934 gefunden in Uruguay – Der beste Bus, den wir je gesehen haben – Ausser unserem natuerlich!IMG_5936 IMG_5986 Sind wir schon in Deutschland, hier?                                   Die aktuelle Schuhmode in uruguay!

Die Zollformalitaeten in Montevideo waren viel einfacher als gedacht, was uns noch etwas Zeit uebrig liess, um uns mit Jonathan zu treffen, der unsere Reise auf Facebook schon seit laengerem verfolgt hat. Er wollte sich bei uns fuer die gute Unterhaltung und Inspiration bedanken und hatte sich etwas besonderes ausgedacht: Ein Uruguay-Nummernschild mit unserer Information drauf. Als wir uns gerade verabschieden wollten zauberte er dann noch ein weiteres Geschank aus seinem Rucksack: Eine aus Leder gefertigte Uhr – gemacht in Uruguay! Vielen Dank Jonathan – Das sind wirklich tolle Reiseandenken!

IMG_5931

Doch dann hiess es aus der gemuetlichen blauen Hoehle auf Raedern ziehen. Auf einer der Stadt vorgelagerten Halbinsel haben wir das Leben der letzten 18 Monate auf 2 Backpacks verteilt und den Bus gegen Einbruch gesichert. Am naechsten Morgen den ganzen Kram vom Dach ins Wageninnere gebracht dann mit dem Bus zum Hafen.

IMG_5965  IMG_5967

Im Hafen ging alles reibungslos ueber die Buehne und viel schneller als gedacht waren wir „obdachlos“ bzw Backpacker, die im Hotel wohnen. Der Abschied war zwar traurig, aber wir sind froh, uns fuer die Rueckverschiffung entschieden zu haben und auch in Zukunft mit dem Bus noch reisen zu koennen. Unser kleines zu Hause ist jetzt auf dem Schiff „Grande Angola“ unterwegs nach Europa. Gute Reise.

IMG_5982 IMG_5981  Der Abschied ist Nah!  Machs gut kleiner Bus; gute Reise und Danke!IMG_5977  IMG_5976 Vor der Genehmigung noch schnell ein Roentgenbild im ScannerIMG_5984 Hier hiess es dann Bye-bye! Bis in ein paar Wochen, Kleiner!

Danach waren wir schon recht traurig und vor allem war das Ungewisse so praesent: Was passiert zu Hause? Wie wird das Leben weiter gehen? Wo werden wir wohnen und wann fangen wir wieder mit dem „Normalo-Leben“ an? Die Rueckkehr erschien uns auf einmal als groesseres Abenteuer als die Panamerikana. Aber Abenteuer sind ja dafuer da, angegangen zu werden.

IMG_5988 Regen an unserem letzten Tag in Suedamerika – Hat das etwas zu bedeuten?

Bis demnaechst mal!

IMG_5991 Zwischenstopp in Sao Paolo, Brasilien: Alleine auf dem Flughafen haben wir 20 Busse gesehen!

@ Mamas: Uns gehts noch gut!

 

 

 

 

Das Ende der Welt

IMG_5614

Ushuaia ist die suedlichste Stadt der Welt. Sie liegt 54 Grad suedlich des Aequators und ist nur noch 1000 Kilometer von der Antarktis entfernt. Immer wenn uns jemand in den vergangenen 18 Monaten nach unserer Reise gefragt hat, dann hiess es „ Wir fahrn bis nach Ushuaia runter“. Und auf einmal ist man da. Nach ca. 600 Kilometern auf der Insel Feuerland sind wir an den zwei Stadt-Begrenzungs-Tuermen vorbeigafahren und waren in Ushuaia!

IMG_5569 IMG_5581 Feuerland-Ueberfahrt bei schoenstem Wetter Die Wolken hier sind besonders schoen!IMG_5563 IMG_5615 Lichtreflexe der untergehenden Sonne                                                  Uferpromenade UshuaiaIMG_5551 Ziel erreicht!

Im Prinzip ist Ushuaia dann aber nur ein Ort, den man besucht, um einmal da gewesen zu sein. Das psycholigische Ende der Reise ist am Beagle-Kanal gelegen und umringt von Bergen. Es ist kalt da unten im Sueden und Tagsueber duempelt das Thermometer irgendwo zwishen 2 und 5 Grad Celsius herum. Nachts hat es dann sogar mal geschneit, weswegen am Morgen die Berge ringsum mit Schnee bedeckt waren.

IMG_5559 IMG_5561 Ueberquerung der Magellan-Strasse um nach Feuerland zu kommen.IMG_5655 IMG_5547 Anders als der Name vermuten laesst, ist es hier kalt – richtig kalt!

Der eigentlich-suedlichste Punkt, den man mit dem Auto erreichen kann ist aber im Nationalpark Tierra del Fuego. Wenn man nach 20 Uhr in den Park faehrt, ist der Eintritt kostenlos und nach ca. 20 Kilometern hoert die Strasse einfach auf. Ein Holzschild sagt „Ende der Strasse – Bis Buenos Aires 3079Km – Bis Alaska 17848“ Weil wir mitten in der Nacht ankamen, haben wir an genau diesem Punkt gecampt und sind dann am naechsten Morgen zu Fuss nochmal 1,5 KM weiter gelaufen. Bis das Wasser uns dann endgueltig den Weg abgeschnitten hat.

IMG_5638 Das Ende der Panamerikana – Das echte Ende der WeltIMG_5640 IMG_5647 Nach 65.300 Km sind wir am Ende der Panamerikana angekommen.IMG_5621 IMG_5633Suedlichster Punkt im Auto                                                                    Suedlichster Punkt, zu Fuss

Da im Moment Hoch- oder Spaetsommer in Ushuaia ist, tummeln sich fast alle Overlander, die gerade in Suedamerika sind in der Gegend. Man sieht fast mehr europaeische Autos als Argentinische. Wohnmobile hier, Wohnmobile  da! Fuer uns war das zwar manchmal etwas desillusionierend (Wir sind nicht alleine die groessten Abenteurer der Welt) – meistens aber sehr schoen: Viele unserer Reisebekanntschaften haben es zur gleichen Zeit in die suedlichste Stadt geschafft und so hiess es Wiedersehen oder gar neu kennen lernen.

IMG_5601  IMG_5611 Wunderbare Stunden mit „The Bus and Us“

IMG_5538 IMG_5641 Auch Veronika und Michael haben wir wieder gesehen                          Und einen Fuchs auch!

Patricia und Ronnie zum Beispiel haben wir weiter im Norden in Argentinien schon ein paar mal getroffen und eine tolle Zeit gehabt. Dillon und Taz, die auch mit dem VW-Bus aus den USA kamen haben uns auf der ganzen Reise immer wieder „verpasst“, sind aber eigentlich parallel zu uns gereist. In Ushuaia an einer Tankstelle hat es dann endgueltig geklappt. Wir haben einen ganzen Tag lang zusammen gecampt und zu viert im Bulli Wein getrunken. Auch Veronika und Michael, die wir zuletzt in Mexico auf der Baja gesehen haben sind uns hier nochmal ueber den Weg gelaufen. Man sieht also: In Ushuaia ist im Februar Overlander-Familientreffen!

IMG_5745 Schwarz-Weisse Delfine spielen in den Wellen der Faehre ueber die Magellan-Strasse!

Da jetzt aber langsam die Zeit bis zur Rueckverschiffung unseres kleinen blauen Superhelden knapp wird, sind wir nur ein paar Tage im fernen Sueden geblieben und haben uns dann auf den Weg ueber die Ruta Nacional 3 auf den „Rueckweg“ gemacht. Die 3, die zu 99% durch langweilige argentinische Pampa fuehrt, hat aber doch in dem fehlenden Prozent noch einiges zu bieten: Und zwar Pinguine!

IMG_5448 IMG_5439 IMG_5854 IMG_5537 Klein Gormi interssiert sich nur fuer die besten Fruechte              Schrein fuer Diffunta Correa

Die erste Pinguinsensation waren die Koenigspinguine, deren einzige Festland-Kolonie in Suedamerika auf Feuerland liegt. Es sind nicht viele, die da leben aber seit ein paar Jahren haben sie sogar Junge und es werden immer mehr. Sie sind riesig gross (gehen Eli bis zum Bauch) und machen lustige Geraeusche.

IMG_5723 IMG_5734 Die Koenigin der Koenigspinguine..                                                                     .. und ihr Hofstaat

Etwas beeindruckender waren jedoch die Pinguine bei Punta Tombo. Nicht durch ihre Groesse fallen die Magellanpinguine auf, sondern durch ihr zahlreiches Erscheinen und ihre Zutraulichkeit. 210.000 Paare treiben sich zur Hochzeit (jetzt) auf dem Kuestenabschnitt suedlich der Valdez-Halbinsel herum und haben keinerlei Scheu vor Menschen. Bis auf 1 Meter lassen sie dich an sich heran, kreuzen vor dir den Weg oder kaempfen vor deinen Augen mit ihren Nebenbuhlern. Tolles Schauspiel

IMG_5782  IMG_5768 Gorm auf dem Weg in die Sonne.                          Nur noch wenige Meter bis zu den PinguinenIMG_5806  IMG_5804 Freundliche Pinguin-Paerchen heissen uns neben dem Weg WILLKOMMEN!IMG_5838  IMG_5850  Schon so spaet? Puh – da muss ich doch mal langsam aufstehen            Vorfahrt gewaehren!

Und jetzt nochmal ein Rueckblick: Bevor wir nach Feuerland und Ushuaia kamen, haben wir uns noch den beruehmtesten Nationalpark Suedamerikas angeschaut: Torres del Paine! Der erste Besuchstag war fantastisch: Perfektes Wetter und eine geniale Aussicht auf das aus der Ebene Auftauchende Torres-Massiv. Wir sind zu einem Aussichtspunkt gewandert und haben dann eine gemuetliche Spazierfahrt durch den Park gemacht. Der einzige Mangel waren die 10.000 anderen Besucher auf den Wegen.

IMG_5474  IMG_5476 Diese fehlende Radkappe – Sie versaut jedes 3. Bild                  Kaiserwetter ohne WindeIMG_5486  IMG_5505 Guanacos vor den 3 beruehmten Tuermen „Torres del Paine“                  IMG_5457  IMG_5473 Bergpanorama                                              Touristenpanorama (vergreossern, um alle zu sehen)

Am naechsten Tag war jedoch ein Wetterumschwung und dieser verbunden mit dem schlimmsten Wind, den wir je erlebt haben. Der eigentliche Plan war, zum Sued-Ende aus dem park herauszufahren und bis dahin noch etwas Zeit an den Seen und Bergen zu geniessen. Doch es kam anders. Der Wind war sehr stark und in einer Kurve mit besonders starken Boeen wurde vor unseren Augen ein Motorradfahrer von seinem Motorrad geworfen. Um ihm zu helfen, dass er nich den ganzen Dreck abkriegt und sein Bike wieder aufstellen kann, haben wir uns vor ihm schraeg in den Wind gestellt. Nach 20 Sekunden wurde aber unser mit einem 2-Tonnen-Gurt gesichertes Hubdach abgerissen und der Bus trotz Fuss auf der Bremse einen Meter zurueckgeschoben. Gorm und die Biker, die unterdessen versuchten das Motorrad aufzurichten wurden vom Wind einfach von den Fuessen gerissen – Und die Biker waren keine so Hemdchen wie Gorm. Wir konnten da nicht stehen bleiben und mussten zurueck, uns hinter einem Fels verstecken. Als der Wind eine Pause einlegte, konnten wir das Motorrad bergen. Fazit: Hubdachgestaenge ordentlich verbogen und Stoff teilweise eingerissen – Das laesst sich wieder richten!

IMG_5513 IMG_5552 Wieder in Sicherheit. 5 abgekaempfte Krieger im Kampf gegen den Wind         2-Tonnen-Gurt

Da kann man mal sehen, wie rauh das Wetter in Patagonien sein kann. Alle 4 Jahreszeiten an einem Tag beschreibt es schon ziemlich gut. Wir haben dann in Punta Arenas in der Freihandelszone noch weitere Spanngurte gekauft und sind jetzt mit 3 quer uebers Dach gespannten Gurten unterwegs. Nicht so schoen aber das Dach haelt!

IMG_5661 Dreck!

@Mamas: Uns gehts gut

IMG_5532 Prost!

Manchmal sind alle Plaene hinfaellig..

 

IMG_5186

Da nimmt man sich zum beispiel vor, 300 Km am Tag zu fahren und am Ende sind es nur 100, die man geschafft hat: Die Carretera Austral ist teilweise so schoen, dass man garnicht drumher kommt, alle 5 Minuten anzuhalten und Fotos zo machen. Hinzu kommt, dass die Strasse oft in schlechtem Zustand ist und man mit 30 Km pro Stunde vorankommt.

IMG_5212  IMG_5170 IMG_5196  IMG_5192 Bulli-Bilder aus Suedamerika: Ist er nicht fotogen?

Besonders im suedlichen Teil der schoensten Strasse Suedamerikas ist uns aufgefallen, dass wir mehr Zeit beim fotografieren verbracht haben als hinter dem Lenkrad. Der Lago General Carrera leuchtet auf der linken Seite der Strasse tuerkis-blau, das spaetsommerlich ausgetrocknete Gras ist bereits gelb und im Hintergrund sind schneebedeckte Eisriesen und Gletscherfelder zu sehen. Es wirkt schon fast unreal, durch diese Landschaft zu fahren.

IMG_5257 IMG_5252 Camping-Leben am Ufer des Lago Buenos Aires … Sieht fast wie Urlaub aus!

Ueberall an der Strasse ist es einfach, einen Platz zum uebernachten zu finden: Da es so viele schoene Moeglichkeiten gibt, faellt manchmal sogar die Wahl schwer, fuer welchen Platz man sich entscheidet. „Eigentlich ist’s perfekt hier aber vielleicht kommt ja noch etwas besseres?“ Wir haben und fier einen Platz am See entschieden von dem aus man die komplette Bergkette des „Gran Campo de hielo norte“ sehen konnte.

IMG_5228  IMG_5287 Strassenblockade durch Waldbrand                       Guanacos grasen in unserem Garten

Doch irgendwann lag auch die schoene Carretera Austral hinter uns und wir sind bei Chile Chico wieder zurueck nach Argentinien gefahren. Ist die Vegetation auf der chilenischen Seite noch ueppig mit gruenen Baeumen und Straeuchern, ist man auf der argentinischen Seite nur noch in der Pampa unterwegs. Sie erstreckt sich ueber einen grossen Teil des Landes und besteht in unseren Augen fast nur aus gelb vertrocknetem Gras. Ab und zu sind ein paar Buesche.. Irgenwie fast langweilig.

IMG_5258  IMG_5415 Abendstimmung an einem See                              Andencondor

Da die Entfernungen weit sind in Argentinien mussten wir ein paar Fahrtage einlegen. Der schoenste davon war der, an dem wir am lago Cardiel vorbeigefahren sind. Und selbst da ist nur die Stimmung an unserem Uebernachtungsplatz bemerkenswert. Wir sind irgendwann einfach von der Strasse abgebogen und haben uns zu ein paar Guanacos ins trockene Gras gestellt. Eine halbe Stunde spaeter jedoch hat sich ueber uns ein Gewitter zusammengebraut, waehrend die Untergehende Sonne vom Horizont noch das Land beleuchtete. Tolle Stimmung:

IMG_5267 IMG_5270 IMG_5282 Abendstimmung in der Pampa Patagoniens.. Oben Gewitter, unten Sonne

Die viele Fahrerei kann auch mitunter sehr anstrengend sein. Starke patagonische Winde lassen den kleinen Bus auf der Strasse umhertanzen und einmal wurde uns sogoar leider wieder das Hochdach hochgerissen, weswegen wir es zusaetzlich mit einem Spanngurt festmachen mussten. Nicht so schoen auf den Fotos aber Sicherheit geht vor!

IMG_5421  IMG_5437 Wenn ein VW-Bus auf einen anderen VW-Bus trifft, gehts meistens erstmal gemeinsam weiter

Das erste touristische Ziel in Argentinien war dann El Chalten mit den weltbekannten Bergen Cerro Torre und Mt. Fitz Roy im Fitz-Roy-Massiv. Die spektakulaere Anfahrt und die vielen Overlander, die sich dort versammeln wird uns lange in Erinnerung bleiben. Genauso wie die Wanderungen, die wir in der Umgebung gemacht haben.

IMG_5310 Links die Zacken: Cerro Torre – In der Mitte die grosse Spitze: Mt. Fitz-Roy – Darunter: Superbus

Der erste Tagestrip fuehrte uns bei schlechtem Wetter 20 Km weit bis an die Laguna Torre und zurueck. Da man aber ueberhaupt nichts von den Sehenswuerdigkeiten erspaehen konnte, waren wir am Anfang der zweiten Wanderung etwas demotiviert. Gluecklicherweise klarte das Wetter auf und wir hatten den perfekten Blick auf den Fitz Roy und das komplette Massiv.

IMG_5335  IMG_5343 Eine Beruehmtheit unter den Bergen: Mount Fitz-Roy in Santa Cruz, Argentinien

Und dann war da noch das Patagonien Highlight schlechthin: Der Gletscher Perito Moreno:  Die 60 Meter hoch in den Himmel ragende und 5 Kilometer breite Gletscherzunge endet direkt im Lago Argentino und wer etwas Zeit mitbringt, der sieht riesige Eisbloecke abbrechen, die unter lautem Getose als Eisberge im See weiterschwimmen. IMG_5394 Der Perito Moreno in voller Pracht: 5Km breit, 60 Meter hoch und 14 Km langIMG_5399  IMG_5351 Warten in der Kaelte auf Abbrueche

Wir haben einen ganzen Morgen am Gletscher verbracht und sind auf den ordentlich angelegten Wegen von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt gelaufen. Je nachdem wie weit der noch wachsende Gletscher vorgedrungen ist, kann man sehr nah an die Gletscherwand heran. Nach einem kurzen Mittagsschlaf auf dem Besucherparkplatz sind wir dann am Nachmittag nochmal zum Gletscher und haben weitere 3 Stunden auf abbrechende Eiskloetze (im Ausmass von Hochhaeusern) gewartet.

IMG_5401 IMG_5388 Der Wind kommt meistens vom Gletscher und ist eisig! Gut, wer eine Thermoskanne hat!IMG_5390 IMG_5382 Unser Patagonien-Highlight..Insgesamt haben wir 8 Stunden am Gleschter verbracht

Mittlerweile sind wir im Endspurt unseres Abenteuers. Wir haben zum vorletzten Mal die Chilenische Grenze passiert, treiben uns in der Naehe des Nationalparks „Torres del Paine“ herum und werden in den naechsten Tagen nach Feuerland weiterfahren.

@Mamas: Uns geht’s prima!

Die Insel Chiloe und der Beginn der Carretara Austral

IMG_5042 Patagonisches Wild-Campen

Wenn man in Puerto Montt ankommt, hat man 2 Optionen: Entweder man startet direkt mit der Carretara Austral durch und faehrt am Festland weiter oder man stattet der vertraeumten Insel Chiloe einen Besuch ab. Sie liegt vor der Kueste und beeindruckt vor Allem durch 2 Dinge: Ihr Wetter und Meeresfruechte.

IMG_4793 IMG_4731 Die Insel CHiloe – erkundet mit dem Bulli!

Da Brigittas erst ein paar Tage nach unserer Ankunft in Puerto Montt ihren Mann empfangen kann, haben wir uns nach einem kleinen Dokumentarfilm spontan entschlossen, die Insel Chiloe dazwischenzuschieben. Mit der Faehre ging es also ueber den Kanal vom Festland zur Insel und schon diese Ueberfahrt war spektatkulaer: Pinguine, Seeloewen und Delfine haben die Faehre im Wasser begleitet

IMG_4799 IMG_4797 romantisches Land – vertraeumte Gegend               IMG_4785  IMG_4779 IMG_4765 IMG_4775 Leuchttuerme und Strandbesuche gehoeren zum Pflichtprogramm auf Chiloe

Auf Chiloe ist das Wetter zweigteilt: An der Pazifikkueste ist es meistens rauh, diesig und kalt.. Auf der meerabgewandten Seite dafuer eher mediteran. Wir haben uns beides angeschaut aber eher auf der waermeren Seite die Naechte verbracht. Auch die sehr auf dem Meer beruhende Kueche haben wir ausprobiert. Muscheln haben wir um Bus gekocht und Lachs gab es auch! Yummie!

IMG_4812   IMG_4803 IMG_4813 IMG_4827 Meeresfruechte und Kartoffeln – Grundnahrungsmittel auf der Insel

Doch dann hiess es wieder Abschied nehmen: Brigitta ist auf unserem Rueckweg ueber (wieder) Puerto Montt ausgestiegen und nun mit ihrem Mann unterwegs. Wir haben den Kuechenschrank  nochmal schnell mit Proviant gefuellt und dann ging es los .. weiter nach Sueden.

IMG_4860  IMG_4842  IMG_4826 IMG_4855 IMG_4829 IMG_4844 Vermischte Bilder unserer Zeit auf Chiloe – Brigitta, es war schoen, mit dir zu reisen!

Die ersten Kilometer sind noch asphaltiert und schnell abgespult aber dann wird schlagartig die glatte Strasse zu einer Wellblechpiste und die Fahrt langsamer. Durch einen immerfeuchten Regenwald fahren wir an schneebeckten Bergen entlang und machen einige Abstecher nach links und rechts. Einmal laufen wir einen Weg, der an Alercen (der patagonischen Ausfuehrung der californischen Mammutbaeume) vorbeifuehrt. Ein anderes Mal „besteigen“ wir den nur 900 Meter hohen Vulkan Chaiten, der 2008 unter viel Ascheregen ausgebrochen ist und die gleichnamige Stadt komplett unter sich begraben hat. Sie wurde dann ein paar Kilometer weiter wieder aufgebaut.

IMG_5003  IMG_4999  IMG_4990 IMG_4987  IMG_4934 IMG_4927 IMG_4905 IMG_4900 IMG_4963 IMG_4967

 

Vulkane und Mammutbaeume in Patagonien – Alles gut erreichbar auf angelegten Wegen!

Da die Gegend, durch die die Carretera Austral fuehrt sehr zerklueftet ist, sind auch einige Faehrfahrten noetig, um Fjorde oder Seen zu ueberwinden. Da wir natuerlich die Faehren NICHT im Voraus gebucht haben, mussten wir vor der laengsten Faehrueberfahrt einen geschlagenen Tag warten, bis fuer unser Busjen noch ein Parkplatz auf der Faehre frei wurde. Die anderen Autos hatten selbstverstaendliche alle im Voraus reserviert.

IMG_4871 IMG_4881 IMG_4894 IMG_4889 Lange Wartezeiten an der Faehre..              .. Warum werdenkeine bunten Autos mehr gebaut?

Das schoenste an der Carretera Austral sind die wundervollen Uebernachtungsmoeglichkeiten. Da die Zivilisation etwas duenner als im Rest Chiles gesaet ist, kann man sich oft einfach an einen See oder Bach, unter einen Gletscher oder mitten in den Wald stellen. Ruhe und angenehm kuehle Temperaturen tun dann ihr Uebriges, um 2 kleinen Abenteurern schoene Traeume zu bescheren!

IMG_5019 IMG_5021  Uebernachtungsplatz in unserer „Dolphin-bay“            Wein aus Tetrapacks ist ueblich in ChileIMG_5036 IMG_5052 Ueber dem Kuechenblock im Wasser: 3 Delfine                                                 Schiebetuer-Blick

Und dann haben wir noch Gleichgesinnte gefunden: Wir hatten gerade einen schoenen Nachtplatz am See gefunden, als ploetzlich 2 VW-Busse mit deutschen Nummernschildern wie aus dem „nichts“ auftauchten und sich zu uns gesellten. Wir sind nun seit 2 Tagen so halb-zusammen unterwegs und haben eine gute Zeit! Gestern war dann ein Patagonien-Romantik-Tag angesagt: Zusammen haben wir an einem Fluss aus Gletscherwasser gecampt, geangelt, Feuer gemacht und die gefangene Forelle gegrillt.

IMG_5087  IMG_5106 Camping mit Gleichgesinnten…                IMG_5091   IMG_5108                                                   .. eine Forelle, die mit einer Thermosflasche gefangen wurdeIMG_5115  IMG_5116

Ueberall entlang der Carretera Austral sind massenhaft Anhalter anzutreffen. Meistens sind es junge Chilenen aus Santiago, die ihr Land auf diese Weise erkunden wollen. Da wir durch Hitchhiker immer ca. 2 Liter Mehrverbrauch haben, haben wir beschlossen, nur jeden 2. Tag Leute mit zu nehmen und tragen damit wie so viele andere Overlander (hoffentlich) dazu bei, dass die Chilenen ihr eigenes Land besser kennen lernen. Auf die Frage, wer sie denn meistens so mitnehmen wuerde, kam naemlich als Antwort: Auslaender – meistens Deutsche!

IMG_4939 IMG_4941 IMG_4945  IMG_4957 Carretera Austral

In den kommenden Tagen werden wir den Rest der Carretera Austral fahren und dann bei Chile Chico nach Argentinien zurueckfahren und die beruehmtesten Patagonien-Sights besichtigen.

@Mamas: Uns geht’s gut!

Wir folgen den Anden… … immer nach Sueden

IMG_4544 Die 40 fuehrt ca. 5000 Kilometer durch Argentinien. Hier die Mitte: Kilometer 2500

Die beruehmte Ruta 40 war suedlich von Mendoza lange Zeit unser Zuhause. Immer weiter geradeaus, immer weiter in Richtung Sueden. Links die unendliche Pampa und rechts die Berge der Anden. Da suedlich von Mendoza nicht unbedingt das interessanteste Gebiet Argentiniens ist, haben wir uns auf die Fahne geschrieben, schnell Kilometer zu machen und sind losgerauscht.

IMG_4534  IMG_4518 Bei langen Tagesetappen wird die Zeit optimal genutzt- Kartoffeln schaelen beim Fahren IMG_4512  IMG_4536Argentinien kann heiss sein – Abkuehlstopp

Argentinien ist in Provinzen eingeteilt und wenn man dann so schnell unterwegs ist, dann passiert man an einem Tag schonmal mehrere dieser Provinzen. An den Grenzen finden dann regelmaessig Fruchtkontrollen statt, was heisst, man muss Zitrusfruechte, Fleisch, Kartoffeln oder andere Sachen abgeben. Als wir dann in die Provinz Neuquen gefahren sind, waren wir ueberrascht. Faengt doch hinter der Bruecke ueber den kleinen Fluss offiziell die Region Patagonien an – Wir sind also fast am Ziel unserer Reise und jetzt offiziell ganz im Sueden angekommen.

IMG_4528

Doch bevor die Reise beendet wird, steht noch einiges bevor: Ein paar Mal kreuzen wir noch zwischen Chile und Argentinien hin und her um auch moeglichst alles mitzunehmen, was man so erleben kann. Vor allem das chilenische Seengebiet mit seiner sanften Landschaft und den hoch hinausragenden Vulkanen war da als Highlight vorgesehen. Als Einstimmung auf die Seen haben wir uns schon auf argentinischer Seite den Lago Alumine angeschaut und direkt am Ufer gecampt. Der See war so warm, dass wir im Wasser baden konnten – mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Nur die Sanitaersituation war mal wieder typisch argentinisch!

DSC01455  DSC01452 DSC01447 DSC01419 DSC01417 DSC01416 Impressionen des Lago Alumine

Als wir dann kurz vor der Grenze ueber eine Schotterstrasse fuhren, kam ploetzlich ein Mann aus dem Gebuesch auf uns zu gelaufen und hat mit den Armen gewedelt. Wir dachten schon: “Oweh, was kommt jetzt? – braucht er vielleicht Hilfe?“ Aber er hatte was anderes im Sinn: „Hey, euren Bus habe ich schonmal gesehen, wir wollen euch zu nem Asado und Mate einladen!“ Wir haben also angehalten und kurz gequatscht. Sofort bekamen wir ein Broetchen mit Grillfleisch in die Hand!

IMG_4559 Argentinische Gastfreundlichkeit          DSC01413  IMG_4572 Surfergirl auf Holzbrett am Lago Aluminr – Das Wasser war warm            Camping in Argentina

Der Grenzuebergang nach Chile war dann aber eher unangenehm: Die Chilenen und Argentinier haben im Moment Ferienzeit und sind in Reiselaune! Meterlange Schlangen vor den Grenzschaltern und ca. 4 Stunden Wartezeit machten die Ueberquerung zum Geduldsakt. Froh waren wir, als wir dann doch noch Gemuese und Obst in einem kleinen Markt einkaufen konnten, bevor es zu den heissen Quellen des Rio Blanco ging.

IMG_4580 IMG_4587

Puenktlich zum Hasengeburtstag waren wir dann bei den heissen Quellen, die uns echt gut getan haben. Sie sind zuper angelegt und das Wasser ist zwischen zu heiss und angenehm warm. Den ganzen. Mindestens 4 Mal waren wir im warmen Wasser baden.

IMG_4608  IMG_4600 IMG_4609 IMG_4612 Badespass im 35 Grad heissen Wasser                                                            Geburtstagskuchen

Und dann haben wir noch 3 Kaetzchen „gerettet“. Auf dem Weg nach Pukon sind wir mit ordentlich Tempo auf der frisch abgezogenen Schotterstrasse gefahren, als Eli ploetzlich Stopp ruft. Als ich den Bus gestopp habe, kommen sofort 3 kleine Babykaetzchen aus der Boeschung geklettert und laufen unter den Bus. Sie verstecken sich in den Raedern und am Motor um sich aufzuwaermen und nach ein paar Minuten ist klar: die wurden hier ausgesetzt. Da sie noch zu klein zum Ueberleben sind, packen wir sie in eine Pappkiste und bringen sie bis zum naechsten Ort. Dort geben wir sie bei einem Tierarzt ab und druecken die Daumen: Hoffentlich findet er jemanden fuer die kleinen Kitten!

IMG_4621  DSC01564 Katzenrettung in ChileIMG_4640 Schmuddelwetter aber trotzdem schoen

Dummerweise schlug dann am naechsten Tag das Wetter fuer ein paar Tage um und wir mussten durch das nun truebe Seengebiet weiterfahren. Die Vulkane sind immer ueber der Wolkendecke verschwunden und erst gestern ist das Wetter wieder so gut geworden, dass die Sonne und somit die Vulkane sich blicken liessen

IMG_4703  IMG_4693 Perfekter Vulkan                                                                   Perfekter BusIMG_4687  IMG_4688 Schwarzer Sand aus Vulkangestein – Die Vulkane sind regelmaessig aktiv                   Romantik!

In den 1850er Jahren sind sehr viele Deutsche nach Chile ausgewandert und deshalb die Einfluesse unserer Kultur hier sehr stark zu bemerken. Es gibt ordentliches Brot, Kuchen heisst auch Kuchen und die Hostels, Campingplaetze und Restaurants tragen Namen wie „zur Muehle“ oder „Am Wald“.. .. in Deutsch natuerlich!

IMG_4673  IMG_4670 Strand am See mit Vulkan im Hintergrund                      Gebirgsbach: Moechtegern-CampspotIMG_4665  IMG_4659 gigantische Pferdebremsen – der Einzige Nachteil von Patagonien

Als naechstes Highlight steht nun in ein paar Tagen die Carretera Austral – die angeblich schoenste Strasse Suedamerikas – bevor. Von Puerto Montt fuehrt sie durch die Schaeren und Fjorde Suedchiles bis zu den grossen Gletschergebieten Patagoniens. Wir sind gespannt!

IMG_4562  IMG_4561 Araukarien – Die beruehmten Baeume, die es nur in Patagonien gibt.

@ Mamas: uns gehts gut!

 

 

Mendoza und der argentinische Wein

IMG_4359 Literweise edle Tropfen

Mendoza liegt ungefaehr in der Mitte von Argentinien und ist vor allem fuer Eins bekannt: WEIN! Knapp 70 Prozent der argentinischen Weinproduktion werden hier hergestellt. Das Klima ist perfekt fuer die Trauben geeignet und im Laufe der Zeit hat sich eine ausgiebige Weinkultur ausgebildet. Im Sueden der Stadt reiht sich Weingut an Weingut und man kann Touren oder Weinproben an jeder Ecke machen.

IMG_4357 IMG_4358 Jahrelang reifen diese Weine vor sich hin

Sowas lassen wir uns natuerlich nicht entgehen! Da wir alles andere als Wein-Experten sind, haben wir uns auf die To-do Liste geschrieben etwas mehr ueber das „edle Getraenk zu lernen und wenn nicht hier, wo dann? Eine Flasche, die bei uns etwa 40 Euro kostet muss hier gerade mal mit ca. 5 Dollar bezahlt werden und eine Weinprobe mit 4 verschiedenen Weinen kostet am Ende ca. 4 Euro pro Person.

IMG_4341 IMG_4350 Man beachte: Nur 3 sind gleichzeitig auf!            Weingutromantik

Doch zunaechst noch eine Vorstellung: Brigitta, Gorms Schwester kam vor ein paar Tagen nach Argentinien, um uns etwas auf der Reise gen Sueden zu begleiten. Seitdem sind wir zu dritt unterwegs und haben, um zusaetzlichen Schlafplatz zu schaffen, ein Zelt besorgt. Das Leben im Bus klappt gut mit uns dreien und auch bei der im Folgenden beschriebenen Wein-Expedition waren wir zu dritt.

IMG_4423  IMG_4501 Unser Gast fuer ein paar Tage                       .. ueberall in Argentinien: Schreine fuer Gauchito Gil

Das aelteste Weingut in der Umgebung sollte fuer uns der erste Kontakt mit dem argentinischen Weinbau sein und so steuerten wir zielsicher den sehr kleinen betrieb „Estancia di Tommaso“ an. In alten, aus englischen Ziegeln gemauerten Tanks wurden hier bisf vor wenigen Jahren die edlen Tropfen vergoren. Heute werden die Tanks nur noch zur Lagerung des abgefuellten Weins benutzt. Drei Weine gabs als Probe in diesem rustikalen aber authentischen Unternehmen.

IMG_4370  IMG_4369  IMG_4358 IMG_4354  IMG_4352  IMG_4355 Impressionen vom Weingut di Tommaso

Ganz anders war der zweite Kontakt. Das groesste Wein-herstellende Unternehmen „Trapiche“  bot uns eine Weinverkostung im super-modernen und durchdesignten Ambiente fuer umgerechnet 4,30 Euro Pro Person an. Darin waren 4 edle Weine eingeschlossen und als Bonus am Ende der beste Wein des Hauses. Die Flasche kostet selbst im argentinischen Verkauf 30 Euro – Was man wohl bei uns dafuer bezahlen muss? Wir waren dann aber auch ziemlich angetrunken und mussten nach der Probe erstmal im Bus ausnuechtern, bevor es in die Berge ging.

IMG_4374 IMG_4376 IMG_4386  IMG_4366 Der Beste Chardonnay der Welt

Da der hoechste Berg Suedamerikas – der beruehmte Aconcagua – auch ind dieser Ecke liegt, wollte wir natuerlich nicht ohne einen Blick auf den Schneeriesen geworfen zu haben weiter fahren. Ca. 200 Kilometer mussten wir also absolvieren, um fast an der chilenischen Grenze beim Besucherzentrum anzukommen. Eine kleine Wanderung durch die sanfte und liebliche Bergwelt war schnell beschlossen. Fazit: Interessant, wie unterschiedlich Berge sein koennen. Ist auf der Lagunenroute noch alles von trockenem Sand und karger Umgebung gepraegt, laeuft man hier ueber gruene Wiesen, vorbei an Lagunen, in denen Enten schwimmen.

IMG_4405  IMG_4418 IMG_4409 IMG_4393

Und dann nochmal Wein. Der luxurioese Hoehepunkt unseres Mendoza Programms war der Besuch bei Familia Zuccardi. Brigitta lud uns im edlen Restaurant zu einem typisch Argentinischen Mahl ein. Inclusive Weinen der Spitzenklasse, Vorspeise, Nachspeise und selbstgemachtem Olivenoel! Mit Sicherheit das beste Restaurant, das wir auf dieser Reise besucht haben.

IMG_4437 IMG_4427 IMG_4434 IMG_4441

Abschied vom Wein nahmen wir dann im Valle del Uco, etwas weiter suedlich. Bei Pulenta Estates gab es unsere letzte Fuehrung mit professioneller Erklaerung.  Zusammenfassend kann man sagen, dass wir sehr viele Weine probiert haben in der letzten Woche, uns am Ende aber nicht viel schlauer fuehlen als davor. Durch die vielen Eindruecke und Geschmaecke lassen sich fuer uns Anfaenger die Geschmaecke nur schwer unterscheiden.

IMG_4466 IMG_4468 IMG_4489 IMG_4465

Seit Mendoza sind wir dann wieder flott unterwegs, um gegen Ende Januar unser Etappenziel Puerto Montt zu erreichen, wo Brigitta wieder aussteigt und ihren Mann Horst im Empfang nimmt. Zwischendurch wird aber trotzdem noch der Entdeckergeist gefordert. Das Seen-Gebiet von Chile steht bevor und gerade gestern haben wir offiziell die Grenze zu Patagonien mit dem Uebertritt in die Provinz Neuquen ueberschitten.

IMG_4499  IMG_4505  IMG_4507  IMG_4388 IMG_4497  IMG_4619 Roadtrip-Impressionen

@ Mamas: Uns geht’s gut~

Argentinien

IMG_4165Morgens im Geysierfeld

San Pedro de Atacama ist touristisch! Aber alleine schon deshalb haben wir nach der Einsamkeit der Lagunenroute das lebendige Treiben in dem kleinen Ort unterhalb des Vulkans Lincancabur genossen. Abends gehen Touristen in Kneipen, es gibt Campingplaetze und das Leben macht einen entspannten Eindruck. Da kann man fast von Kulturschock sprechen, wenn man aus Bolivien kommt. In den Geschaeften sind die Preise der Waren ausgezeichnet und man muss aufpassen, dass man nicht unfreundlich wird, weil man alles wie gewohnt knallhart verhandeln will!

IMG_4056  IMG_4060 Chile                                                                        San Pedro de Atacama in der AtacamawuesteIMG_4062  IMG_4077 Valle de la Luna bei San Pedro                             Im Rueckspiegel von unserem Nachtplatz!

San Pedro ist auch das „Tour-Zentrum“ von Nordchile. In der Fussgaengerzone reiht sich ein Anbieter an den naechsten. Es werden Touren ueber die Lagunenroute, zu chilenischen Lagunen, ins Valle de la Luna und zu den Tatio-Geysieren angeboten. Besonders die Bilder von den Geysieren haben uns auf den Werbeplakaten gut gefallen und ohne gross zu ueberlegen, hatten wir unsere eigene Tour.. Im eigenen, blauen Tourfahrzeug natuerlich!

IMG_4184 IMG_4185 Trockenes Land                                                      schoene Frau IMG_4183 IMG_4197 Blumen in der Wueste                                        Overlanding Traum mit schoenen Wolken

Also wieder rein in den blauen Roadrunner und ab in die Berge. Die Geysiere liegen naemlich auf ca. 4300 m Hoehe an der beruehmten Transaltiplanica. Sie fuehrt am Altiplano entlang durch die schoene Bergwelt, die wir noch sehr gut in Erinnerung hatten und nach ca. 80 Kilometern kommt man dann am Geysierfeld an. Ueberall blubbert kochendes Wasser aus insgesamt ueber 500 Oeffnungen aus der Erde – Entweder in Form von Matschloechern, heissen Becken oder Geysieren, die ihr Wasser in die Luft schiessen. Da es unsere ersten Geysiere waren, haben sie uns schwer beeindruckt!

IMG_4093  IMG_4100 IMG_4104 IMG_4112 Das Tatio- Geysierfeld – Gorm geniesst es im heissen Dampf zu stehen!

Die professionell organisierten Touren sind immer so geplant, dass sie um 6 Uhr morgens am Ort des Geschehens eintreffen. Dann herrscht noch kein Wind und die Dampfsaeulen steigen senkrecht in den kalten Morgenhimmel auf. Da man da oben aber campen kann, sind wir schon am Vortag aufgebrochen und hatten am Nachmittag das ganze Geysierfeld fuer uns alleine und konnten in einem lauwarmen Pool baden.

IMG_4157  IMG_4154 Frueh am Morgen ist es kalt auf 4300 Metern Hoehe. Die Geysiere dampfen da besonders gutIMG_4122 IMG_4127 Loecher ins Erdinnere                                 Dem Matsch beim Blubbern zuschauen = Toll!

Die Nacht war dann wieder brutal kalt mit minus 7 Grad und am Morgen bot sich ein aehnliches Schauspiel wie auf der Lagunenroute. Dass unser Handywecker nicht geklingelt hat, war nicht schlimm: Der Laerm der vielen Tourfahrzeugen hat uns auch so aus dem Schlaf geruettelt. Nachdem wir dann aber gemeinsam mit hunderten Touristen die Geysiere nochmal in Augenschein genommen hatten, haben wir uns nochmal fuer ein paar Stunden hingelegt. Wir mussten schon schmunzeln, als wir dann so bei geschlossenen Vorhaengen im Bett lagen und von draussen hoerten: „Gugg emol, e Kreiznacher“.

IMG_4161  IMG_4163   Fruehstueckseier im Geysier kochen                         Dauert doppelt so lange wie im Kochtopf

Als es dann wieder ruhig war am Feld, gab es bei uns nur noch Fruehstueck mit im Geysier gekochten Eiern. Dann ging es wieder ins Tal und am uebernaechsten Tag los in Richtung Argentinien. Auch wenn es vorerst nur ein kurzer Besuch in Chile war, war es doch schoen und wir werden weiter suedlich sicher nochmal kreuzen. Ist ja noch genug Platz im Reisepass.

IMG_4139  IMG_4154 Busromantik im Hochgebirge!

Der noerdlichste Grenzuebergang zwischen den beiden Laendern ist der Paso Jama, der uns ueber 4800m Hoehe von San Pedro bis nach Purmamarca fuehrte. Die Grenzstation mit den Einreise- und Zollformalitaeten war schnell passiert und wir in unserem 15. Reiseland. In Argentinien ist Trampen ein wichtiger Teil der Fortbewegungsoptionen fuer junge Leute und so hatten wir auf dem Weg nach ueber den Pass auch 2 Gaeste an Bord!

IMG_4225  FUENFZEHN Laender!                                                                  IMG_4190  IMG_4211 Auf dem Paso Jama – Leider haben wir hier eine Radkappe verloren und muessen jetzt immer hin und her wechseln fuer Fotos :)                             beruehmter bunter Felsen bei Purmamarca

Unsere erste grosse Anlaufstelle in Argentinien war dann Salta. Dort wurde Geld gewechselt und besonders auf dem Campingplatz eine schoene Zeit verbracht. Mit Margrit und Walter hatten wir schnell Freundschaft geschlossen und als wir gerade auf dem Weg waren, um Grillzeug zu besorgen fuer das gemeinsame Abendessen, kamen noch Ronnie und Patricia und Jamie und Glenda dazu. Am Ende wurde alles geteilt und wir haben bis spaet in die Nacht zusammengesessen und uns direkt nochmal fuer den naechsten Abend nochmal verabredet. Besonders solche Abende schaetzen wir sehr! Wenn man mit anderen Overlandern zusammensitzt, ist es egal, ob 50 Jahre Altersunterschied zwischen Freunden liegen. Man begegnet sich auf Augenhoehe und wird nicht nur unter jung, alt oder aus einem anderen Land abgestempelt. Hoffentlich sieht man sich bald wieder!

IMG_4237  IMG_4235  IMG_4233 IMG_4241  IMG_4242 IMG_4232 Overlander-Leben in Salta

Die Dakar-Rally ist ja im Moment auch in Argentinien unterwegs, was fuer uns jedoch mehr Fluch als Segen bedeutete. Strassen wurden fuer das Rennen gesperrt und waren danach nur noch eine einzige Schrottpiste: Umgewuehlt und aufgebrochen. Ausserdem haben wir beim Ausparken vom Spectators-Point rueckwaerts einen Strommasten „gekuesst“, war aber halb so wild!

IMG_4230 IMG_4298 IMG_4300  IMG_4229 Impressionen der Dakar-Rally in Argentinien!

Und dann wurden wir noch von einem Fernsehteam interviewt. Als wir gerade auf dem Weg nach Cachi waren, hat uns in den Bergen spontan ein Fernsehteam auf der Strasse angehalten. Wo wir denn her kaemen und ob wir Zeit fuer einen kurzen Spot haetten. 10 Minuten Interview und danach noch ein bisschen rumfahren. Die Gruppe dreht Filme ueber den argentinische Tourismus und ist sehr gut ausgestattet gewesen. Am Ende sind sie mit einer Video-Drohne ueber uns hergeflogen und haben uns in den Bergen gefilmt! Die ersten Bilder haben sie uns schon geschickt: gut geworden! Ein paar Tage spaeter war dann im Facebook auf einmal die Hoelle los und wir wunderten uns ueber 1300 neue Likes.

Hier der Link: http://intriper.com/desde-canada-hasta-la-patagonia-en-una-volkswagen-16-meses-de-viaje/

14 13 11 10 8 6 5 4 2  1 Photoshoot mit professionellem Equipment!

Ansonsten reisen wir im Moment mit Volldampf nach Sueden. Immer mit einem Becher Mate in der Hand! Patagonien ruft und vor allem kriegen wir bald Besuch! In Mendoza erweitern wir die Busbesatzung fuer eine Weile um Brigitta, Gorms Halbschwester.

IMG_4312 IMG_4313IMG_4309  IMG_4323 Die Canyons von nordargentinien geniesst man am besten mit einer Mate!

@ Mamas: Uns geht’s gut!

 

 

Das groesste Abenteuer unserer Reise!

IMG_3762

Grundschulkinder haben doch oft diese „Freunde-Buecher“, in denen die Frage nach dem verruecktesten oder aufregendsten, was man je gemacht hat, gestellt wird. Seit ein paar Tagen haben wir eine neue Antwort auf diese Frage: Wir sind die Lagunen-Route in Bolivien mit dem Bulli gefahren. Und zwar von Norden nach Sueden – auf der legendaeren West-Route!

IMG_4040 Farbenfrohe Bergkulisse – Manchmal glaubt man zu traeumen!

Die Lagunenroute ist eine der bekanntesten Hochland-Strecken auf der Welt und fuehrt von Uyuni in Bolivien bis nach San Pedro de Atacama in Chile. Zu absolvieren sind ca. 500 Streckenkilometer, die von sehr steinigen Passagen bis hin zu sehr tiefem Sand alles an Piste zu bieten haben, was das Herz eines Offroad-Profis schneller schlagen laesst. Es gibt dabei verschiedene Moeglichkeiten, die Route zu absolvieren. Die Ost-Route gilt als leichter und weniger anspruchsvoll. Die West-Route ist die schwerste und hat die uebelsten Pisten – dafuer aber auch die schoensten Landschaften zu bieten. Beide sind ausgesprochen nur mit allradbetriebenen Fahrzeugen zu absolvieren. Da faellt die Wahl mit unserem 42 Jahre alten 2-Rad-Antriebs-Bus ja leicht…

IMG_3817 IMG_3801 Bilder aus der Mondlandschaft – Trocken ist es hier!

… Wenn schon, denn schon: Dass wir die Westroute nehmen, war schnell entschieden und da es ein Abenteuer werden sollte und weil alle anderen befreundeten Overlander unserem Zeitplan etwas hinterherhinkten, sind wir alleine in Uyuni aufgebrochen, um diese aufregende Piste zu meistern. Ab Uyuni sollte es dann aber auch erstmal leicht losgehen. In Richtung Chile faehrt man auf einem gut befestigten Schotterweg fuer ein paar Stunden und kann dank der moeglichen Geschwindigkeit viele Kilometer in kurzer Zeit fahren. Da die Sonne sich schon gen Horizont neigte, haben wir kurzfristig beschlossen, in einen kleineren Feldweg abzubiegen, um zu uebernachten und siehe da: Auch Ricardo, Runa und der 13-monatige Loris aus Deutschland hatten sich diesen Weg mit ihrem Sprinter aus Deutschland als Nachtquartier ausgesucht. Auch ihr Plan war die Lagunenroute zu fahren und so stand fest, dass wir in den naechsten Tagen noch oefter uebereinander stolpern werden.

IMG_3733 IMG_3745 Die gefrorene Laguna Honda wirkt gelb am Morgen                 Sandpiste – einfach querfeldeinIMG_3768 IMG_3770 Pause in den Bergen

Am naechsten Morgen war dann endlich der Moment gekommen, dem wir beide so beaengstigt aber auch voller Vorfreude entgegengeblickt hatten: Es ging vom befestigten Weg auf das Herzstueck der Lagunenroute ab. Bei Kilometer 190 setzten wir zum letzten Mal den Blinker nach links, um nach nur 2 Kilometern in einem steilen, steinigen Kletterabschnitt wieder anzuhalten. Ein Toyota Landcruiser, den die „professionellen“ Touranbieter fuer Touristentouren nutzen, hatte einen Platten und versperrte den Weg. Durch einen vermutlichen Steinkontakt war das Ventil aus der Felge geflogen und der Jeep ruehrte sich nicht mehr. Der bolivianische Fahrer hatte weder Wagenheber noch Werkzeug dabei, weswegen kurzerhand Eli und Gorm dem Bolivianer den Reifen mit ihrem Werkzeug wechselten. Das fing ja gut an!

IMG_3616 IMG_3620 Abzweigung zum harten Teil der Route                Vorgeschmack auf die PistenIMG_3623 Ohne unser Werkzeug kein Weiterkommen!

Die ersten paar Kilometer ging es dann auf wirklich sehr steinigem Weg quer ueber einen Bergruecken. Der Weg war tief ausgefahren und von handballgrossen Steinen uebersaeht. Trotz der eigentlich richtig guten Bodenfreiheit des kleinen blauen Helden sind wir hier nicht nur einmal mit dem Unterfahrschutz oder der Vorderachse an Steinen haengen geblieben. Oft ist dann Eli ausgestiegen und hat mal ein bisschen auf der Lagunenroute aufgeraeumt und Steine vom Weg geschleppt! Die ersten Kilometer waren wirklich eine Herausforderung! Bei einer Mittagspause fuehlten wir uns dann wie im Zoo. Die vorbeifahrenden Tourjeeps machten extra langsam wie bei einer Safari, um den Touristen ein moeglichst gutes Foto von uns zu ermoeglichen. Diese schauten auch mit heruntergefallenen Kinnladen aus den Fenstern der Offroad-Autos und jubelten uns zu! Wer erwartet schon einen 42 Jahre alten Bus in solchem Gelaende? Genau: Nur wir!

IMG_3645  IMG_3646 Gelaende fuer Jeeps                                                                        oder BullisIMG_3684 Da passt nicht mehr viel dazwischen – Immer Ideallinie fahren ist angesagt!

Ab kurz vor der Laguna Canapa wurde es dann sandiger und weniger uebel zu fahren. Obwohl wir im Vorfeld am meisten Respekt vor den Sand-Abschnitten hatten, haben wir uns bis zum Schluss nie eingegraben und mussten den Bus nie freischaufeln. Doch auch hier sind die Spuren sehr tief und deshalb durchpfluegten wir als wahrscheinlich die niedrigsten Passanten immer wieder den Mittelstreifen zwischen den Spuren mit der Vorderachse. Es gehoert aber auch einiges an Glueck dazu, Bodenkontakt zu vermeiden. Oftmals steht man vor an einer Gabelung, bei der die Entscheidung zwischen 8 oder mehr parallel verlaufenden Spuren ansteht. Wenn man sich dann fuer die Beste entscheidet, heisst das nicht, dass sie nach 250 Metern immer noch gut ist. Die Lagunenroute ist insbesondere zu Beginn ein Labyrinth!

IMG_3637 IMG_3641  Welche Spur ist die Beste?                                                 Glueckssache!IMG_3656  IMG_3658 Eli raeumt die Lagunenroute auf                                                            Und wird dreckig!

Die Laguna Canapa ist die erste von mehreren Lagunen im noerdlichen Teil der Lagunenroute. Neben ihr gibt es noch ein paar weitere. Besonders schoen fanden wir die Laguna Hedionda, die mit ihrem unwirklichen gruen und den vielen Flamingos beeindruckte. Unser naechstes Nachtquartier haben wir an der Laguna Honda bezogen. Sie ist besonders durch ihre Halbinsel beliebt, auf der man sehr nah bis an die Flamingos heranlaufen kann. Nachts ging das Thermometer erstmals auf ca. -5 Grad herunter. Frostig aber dank der trockenen Luft und den gefuellten Waermflaschen gemuetlich warm im Bus! Nur die Angst, dass der Weg am naechsten Tag noch schlimmer wuerde, raubte uns den Schlaf. Aus lauter Sorge um den Bus waren wir wirklich nah an unserer Belastungsgrenze an diesem Tag!

IMG_3670 IMG_3673 Flamingobetrachtung                                            Abflug!

Unser Nachtplatz war die letzte Lagune im noerdlichen Teil der Lagunenroute, die direkt am Weg liegt und von ihr aus geht es in die Berge. Querfeldein ueber Sandfelder und Schotterabschnitte. Auch kleinere Kletterpassagen standen wieder an aber der Weg war laengst nicht mehr so uebel wie am ersten Tag. Der Untergrund ist weicher und Steinkontakt mit der Vorderachse kommt nur noch sehr selten vor. Um uns aus sandigen Situationen auf der Route befreien zu koennen, hatten wir extra in Uyuni noch 2 Holzbretter besorgt, die wir notfalls unter die Reifen schieben konnten. Doch dazu kam es ja gar nicht erst! Der kleine Racker zog unerschrocken auch durch den tiefsten Sand bis auf ca. 4.700 Meter hoch und grub sich auch am zweiten Tag kein einziges Mal ein. Ob es an dem Reifendruck von nur 1,3 Bar lag?

IMG_3695 IMG_3711 Die gruene Laguna Hedionda                   HochlandimpressionenIMG_3724 IMG_4071

Nachdem die hohen Paesse gemeistert waren, ging es dann wieder etwas bergab und schon am fruehen Nachmittag waren wir an der beruehmtesten Lagune Boliviens – der Laguna Colorada! Unser erstes Ziel war der noerdliche Aussichtspunkt, wo wir gemeinsam mit unseren Freunden im blauen Sprinter ruhten. Wir haben dort gekocht und wollten gerade zu den tausenden Flamingos am Ufer heruntersteigen, als ein Parkwaechter intervenierte: Gleich kommen die ganzen Tourjeeps und wenn einer heruntersteigt, dann wuerden das alle machen, deshalb VERBOTEN!

IMG_3798 IMG_3809 Gorm mit der Fahne der Aymara                         Der Baum aus Stein – Arbol de PiedraIMG_3821  IMG_3819 Noch nicht viele VW-Bullis sind ueber die Westroute bis hierhin vorgedrungen .. und so dreckig

Tourfahrzeuge? Das wollten wir eigentlich gar nicht sehen! Wir starteten kurzerhand den Motor und duesten ab zum suedlichen Mirador! Doch auch dort herrschte schon Tourismushochzeit! Als wir ankommen, stehen ca. 4 Tourjeeps da. Eine halbe Stunde spaeter sind es 24! Hunderte Tourteilnehmer laufen herum und machen Fotos. Oft hat man den Eindruck, dass die armen Leute garnicht mehr wahrnehmen, was sie da eigentlich sehen. Schnell raus, Fotos machen und dann weiter. Schade! Nach nur 2 Stunden waren wir dann auch wieder allein in diesem Naturschauspiel.

IMG_3864Invasion der Tourfahrzeuge – Welches wuerdest du nehmen?                     IMG_3859  IMG_3863  IMG_3887 Flamingo Nahaufnahme und abendlicher Blick auf die Lagune vor unseren Fuessen!

Die Laguna Colorada ist naemlich ein wirklicher Knaller. Am Nachmittag faerbt sich das Wasser wegen einer besonderen Algenart, Mineralien und der Sonneneinstrahlung blutrot. Dazu stapfen hunderte, ach tausende, Flamingos durchs seichte Wasser und durchkaemmen die Furchen nach Futter! Wir haben dann kurzerhand entschieden, an diesem schoenen Ort einfach ueber Nacht zu bleiben. Generell herrscht auf der Lagunenroute zumindest nachmittags immer starker bis sehr starker Wind, der auch an diesem Platz bis um halb 8 toste.

IMG_3841  IMG_3870 Die blutrote Laguna Colorada                                           Unser Campingplatz

Ein weiteres Highlight der Lagunenroute ist der Sternenhimmel! Da im Umkreis von mehreren hundert Kilometern keine nennenswerte Stadt ist und somit die Lichtverschmutzung ausbleibt, kann man die Sterne so klar sehen wie nur selten. Fuer uns zumindest war es der schoenste Sternenhimmel, den wir je gesehen haben!

IMG_3891 IMG_3901 Sternenhimmel auf der Lagunenroute                          In der Pfanne gefriert das Wasser

Ab der Laguna Colorada in Richtung Sueden wird der Weg besser, heisst es! Und es stimmt auch. Nach der Passage eines weiteren tief ausgefahrenen Sandfeldes kamen wir am naechsten Morgen bei so etwas wie einer Strasse an, die zwar noch recht steinig ist, aber besser befahrbar ist als alles, was wir zuvor gesehen hatten. Unser erstes Tagesziel war zunaechst eine alte Borax-Fabrik, in der das Zollbuero der bolivianischen Aduana untergebracht ist und dort regelten wir dann unsere Ausreiseformalitaeten. Interessanterweise haben wir bei dem Zollbuero auch einen neuen Hoehenrekord fuer den Bus geschafft. 5030 Meter!

IMG_3945 IMG_3941 Hoehenrekord beim Zoll in Bolivien

Nachdem alles erledigt war, tankten wir den Rest unseres 50 Liter Benzinrvorrates aus Kanistern in den Tank und duesten ueber die fuer Lagunenroute-Verhaeltnisse sehr gute Piste zu den heissen Quellen von Chalviri. Dort badeten wir mit unglaublichem Blick auf die Bergkulisse in ueber 30 Grad warmem Wasser und liessen es uns gut gehen. Die Lagunenroute war nun schon fast geschafft. An den Quellen trafen wir auch auf Franzosen, die mit ihrem Peugeot Boxer auf der Lagunenroute unterwegs waren. Sie erzaehlten, dass sie sich auf der einfacheren Ost-Route 2 Mal so eingegraben hatten, dass sie jeweils 4 Stunden graben mussten, um wieder weiter zu kommen. Ein hoch also auf unsere kleine blaue Bergziege

IMG_3963 Baden mit Ausblick                                                                               IMG_3975  IMG_3973 Auftanken der letzten Reserve unseres 50-Liter Vorrates!

Die letzte Nacht auf der Lagunenroute haben wir an der Laguna Verde, direkt an der chilenischen Grenze verbracht. Morgens um 11 Uhr verfaerbt sie sich von glasklar in hellgruen. Dieses Schauspiel wird dann auch wieder von Touristentouren angefahren, so dass genau zur Verfaerbungszeit unzaehlige Jeeps herumstehen und wir ununterbrochen interviewt wurden. Kurz drauf war wieder alles leer und die Bergwelt gehoerte uns wieder ganz alleine.

IMG_3993  IMG_4001  Lagune Verde um 11 Uhr …                       … und 15 Minuten spaeterIMG_4017  IMG_4045 Unser Campspot am letzten Abend der Lagunenroute   IMG_3989  IMG_3986 Noch schnell den Honig essen, bevor er uns an der chilenischen Grenze abgenommen wird.

Trotzdem hiess es dort Abschied von den beruehmten Route zu nehmen. Nur noch 14 Km trennten uns vom Grenzposten und kurz dahinter faengt der Asphalt wieder an. San Pedro de Atacama in Chile ist nur 47 Km entfernt aber fast 2KM tiefer gelegen als die Grenze. Fuer mehr als eine halbe Stunde konnten wir also den Bus rollen lassen und uns auf den Kulturschock „zurueck in die moderne Welt“ vorbereiten.

IMG_4054 IMG_4051 Wohin solls gehen?                                                   Tschuess Lagunenroute

Wir sind echt froh, mit dem nicht Allrad-Bus so gut durch diese unwirtliche Landschaft durchgekommen zu sein. Er hat sich als wahrer Offroad-Profi erwiesen und alle Pisten ohne mit dem Lampenring zu zucken, gemeistert. Als wir in San Pedro ankamen, haben wir uebrigens ein Paar getroffen, das sich dagegen entschieden hatte, mit ihrem top ausgeruesteten Allradfahrzeug Landrover Defender die Route zu fahren – „wir wollen das Auto ja nicht schrotten!“ So betrachtet haette es bei uns natuerlich auch anders ausgehen koennen, aber wir sind sehr froh und dankbar, dass wir die Lagunenroute auch abseits hunderter Tourfahrzeuge geniessen konnten.

IMG_3927  IMG_3968 Verendetes Vicuna                                         Nochmal die Hochland-Badelandschaft.. schoen!

@Mamas: Uns geht’s gut

IMG_3930 Langsam fahren!

Salz unter den Raedern

IMG_3183 Endlose Strassen auf dem Altiplano Boliviens

Klar hat Bolivien auch Regenwald und tropisch feuchte Gebiete, bekannt ist es aber vor allem durch die Bergregionen im Altiplano. Altiplano – Was uebersetzt so viel wie „hohe Ebene“ heisst, ist die Bergregion, die sich suedlich von Cusco in Peru bis zur Grenze nach Chile hin erstreckt. Ein Hochtal auf durchschnittlich ca. 3800 Metern Hoehe gelegen, in dem endlose Weiten, viele Alpakas und der beruehmte Titikakasee zu finden sind.

IMG_3178  IMG_3190 Unser Ziel: Uyuni.. Nur noch ein paar Stunden..                                                    Sand auf der Piste

Von La Paz aus ging es auf eben dieser Hochebene nach Sueden weiter. Da in Bolivien nur sehr wenige Menschen ein Auto besitzen, ist das fahren auf den ordentlichen Hauptstrassen sehr entspannt. Nur wenn die Tankanzeige sich der „Leer-Markierung“ naehert, steigt der Puls. Denn: Bolivien ist das einzige Land, in dem Benzin kaufen ein Abenteuer ist. Das Land subventioniert Sprit fuer Bolivianer recht stark, so dass sie pro Liter nur 3,79 Bolivianos, etwa 50 eurocent, bezahlen muessen. Auslaender werden offiziell mit dem dreifachen Preis pro Liter zur Kasse gebeten, weshalb man als Sparfuchs staendig mit Tankwarten um den Spritpreis verhandeln muss. Alles, was dann ueber dem Bolivianer-Preis liegt, landet natuerlich in ihrer Tasche – es lebe die Korruption! Zum Glueck ist Gorm ein alter Flohmarktspezialist und des Handelns ganz und gar nicht abgeneigt. Bis jetzt haben wir noch nie mehr als 5,50 Bolis pro Liter bezahlt – auch wenn man dafuer mitunter 6 Tankstellen anfahren muss.

IMG_3197  IMG_3199 Hier leider kein Sprit fuer Auslaender           Werbung:22,50 Bolis fuer 10KG Gas. Fuer uns                                                                                           25 Bolis fuer 5 KG – Danke auch!

Auf dem Altiplano herumfahren macht Spass. Ok, die Landschaft wirkt vielleicht etwas oede aber weil es so anders ist als bei uns in Deutschland, ist es durchweg interessant. Mal passiert man ein Tal, in dem ein ordentlicher Sandsturm tobt, dann ist man wieder auf einer Flaeche unterwegs, in der man gefuehlte 100 Kilometer weit in jede Richtung schauen kann. Hier wird einem bestimmt nicht langweilig!

IMG_3180  IMG_3173 Mal Seen-Landschaft mit Alpakas…                                                                  …mal ein Sandsturm

Neben Machu Picchu in Peru ist wohl der Salar de Uyuni eins der beruehmtesten Touristenziele Suedamerikas. Die groesste Salzpfanne der Welt ist bis zu 160 km lang, 135km breit und besteht aus einem Flickenteppich aus kleinen Salzschollen. Waehrend der Trockenzeit kann man mit dem Auto aufs Salz fahren und die unendlichen Weiten der weissen Wueste hautnah erfahren. Wollten wir natuerlich auch machen.

IMG_3242 Endlose Salz-Weite

IMG_3233 IMG_3254 Luft aus den Reifen lassen erhoeht den Fahrkomfort                                                Armstuetze

Auf dem Salar gibt es keine Strassen, hoechstens Spuren von den vielen Tourfahrzeugen, die die Touristen aus dem nahgelegenen Versorgungsort Uyuni fuer ein paar Stunden herumfahren. Individualtouristen mit dem eigenen Auto trifft man selten und so kann man einfach quersalzein losfahren. Man sucht sich eine Richtung aus, und kann theoretisch fuer mehr als eine Stunde lang das Steuer loslassen.

IMG_3257 IMG_3306 Insel Incahuasi                                                      Camp im Windschatten der InselIMG_3291 IMG_3439 Am schoensten ist der Sonnenuntergang von der Terasse zu beobachten..         ..nicht allein!

Wir sind mit unseren Overlander-Freunden Bart und Yusti aus Polen und ihrem Toyota Landcruiser aufs Salz gefahren und hatten dort viel Spass. Wir haben im Windschatten der Inseln gecampt, gekocht und lustige Fotos gemacht. Auf dem Salz scheint es naemlich keine perspektivischen Regeln zu geben. Verschiedene Entfernungen werden nicht unbedingt durch unterschiedliche Bildschaerfe abgestraft. So entsehen schon seit Ewigkeiten lustige Fotos und natuerlich haben auch wir uns ein paar Motive ausgedacht.

IMG_3410 IMG_3423 IMG_3412 IMG_3369 IMG_3380 Alberne Fotos ohne Perspektive

Wichtig bei solch einem Ausflug aufs Salz ist natuerlich, dass er nicht zu tiefe Wunden im Blechkleid des kleinen blauen Abenteurers hinterlaesst. Und hierbei ist dann Vorsorge besser als zu viel Nachsorge. Als verantwortungsvolle Freunde unseres treuen blauen Begleiters, haben wir vor dem Ausflug aufs Salz den Unterboden ordentlich saeubern lassen und ihn anschliessend mit altem Motoroel versiegeln lassen. So kann das Salz nicht direkt das Metall angreifen und der Bus hat ein wenig mehr Rostschutz. Natuerlich wurde nach dem Abenteuer der Salz-Oel-Cocktail wieder ordungsgemaess abgewaschen.

IMG_3388  IMG_3389 Autsch, so viel Salz tut weh!

IMG_3209 IMG_3205 Vorsorge ist besser als Nachsorge..

Und dann ist da noch der Eisenbahnfriedhof von Uyuni, auf dem seit jahrzehnten die alten Dampfloks verrosten. Mittlerweile hat sich das etwas triste und recht vermuellte Gelaende aber zur Touristenattraktion gemausert. Man kann auf den alten Dampfmaschinen herumklettern, auf Schaukeln, oder alten Zugachsen herumspielen und tolle Fotos machen.

IMG_3484  IMG_3489 IMG_3496  IMG_3498 IMG_3504 IMG_3507 Eisenbahn-Friedhofs-Romantik

In den letzten Tagen sind wir dann wieder durch wunderschoene Altiplano-Landschaft nach Sucre, der Hauptstadt Boliviens gefahren. Die „weisse Stadt“ gilt als eine der schoensten in Bolivien und wird ueber Weihnachten unser zu Hause sein. Unser naechstes grosses Highlight um die Jahreswende wird dann die beruehmt-beruechtigte Lagunenroute, die man angeblich nur mit Allradantrieb befahren kann… Wir werden sehen!

IMG_3436

@Mamas: Uns gehts gut!