Archiv für den Monat: November 2015

Peru

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Wenn man zu Hause in Europa eine Landesgrenze uebertritt, merkt man  oft nicht, dass man in ein anderes Land eingereist ist. Hier in Suedamerika kann das ganz anders passieren: Als wir die Grenze von Ecuador nach Peru ueberfahren haben, hat sich schlagartig die Bergwelt in karges Flachland verwandelt. Und am auffaelligsten: Links und rechts der Fahrbahn lagen ploetzlich Berge von Muell herum und die Menschen lebten in einfachsten Behausungen aus geflochtenen Strohmatten.

IMG_2223  IMG_2236 Willkommen in Peru, Grenzbruecke bei Macara                       Unser erster Eindruck des Landes

Der eigentliche Grenzprozess war wieder erstaunlich einfach. In weniger als einer Stunde Gesamtzeit hatten wir uns und den Bulli in Ecuador abgemeldet, sind ueber die Bruecke gefahren und haben auf der Gegenseite ordentlich in das Land eingecheckt. Fuer Peru braucht man auch wieder eine Versicherung, die uns der freundliche Herr dann auch nach kurzem Hin- und Her zum richtigen Preis verkauft hat

IMG_2353 IMG_2267 Interpretationsfrage                                                                         Kommen wir da noch vorbei ??

Wegen des kalten Humboldt-Stroms verdampft vor der Westkueste Perus kaum Wasser und daher ist die komplette Kueste bis nach Lima hinunter und noch weiter eine einzige grosse Wueste. Trotzdem wohnen und wohnten in dieser tristen Landschaft Menschen. Die Mochica und die Chimu besiedelten schon vor ueber tausend Jahren diesen Teil des Landes und machten durch kilometerlange Kanaele, die das wenige Wasser verteilten, das Land fruchtbar. Noch heute werden teilweise diese alten Kanaele, jedenfalls aber deren Techniken, benutzt.

IMG_2279 IMG_2298 Die beruehmte Archaeologin bei der Arbeit                                     Nationalgetraenk: Inca Kola

Wir haben uns natuerlich auch etwas auf den Spuren der beiden Volksgruppen bewegt. Da es wie gesagt hier kaum regnet, haben sie ihre Siedlungen fast ausschliesslich aus Lehm gebaut, der gut ueber die Jahre gehalten hat. Auch nachdem diese Kulturen ausstarben, standen die Siedlungen Jahrhunderte lang da. Bis 1998! In jenemm Jahr gab es durch das El Nino Phaenomen unvorstellbar viel Regen, der die Lehmgebaeude wie Wachs zusammengeschmolzen hat. In der einst groessten Stadt der Welt „Chan Chan“ steht heute also nicht mehr viel. Nur ein kleiner Teil der urspruenglichen Anlagen wurde wieder aufgebaut und man kann in etwa nachvollziehen, wie es hier einmal aussah.

IMG_2344 IMG_2341 Die Chimu-Metropole Chan Chan mit ihren auffaelligen Mustern in den LehmwaendenIMG_2272  IMG_2278 Im Museum der Grabstaetten von Sipan,                                                Nachbildung des Grabes

Fuer diese Kulturen war es auch besonders wichtig, ihre herrschende Klasse mit ordentlich Pomp und Grabbeigaben nach dem Tode zu beerdigen. Ueberall findet man Koenigsgraeber mit Gold- und Silberbeigaben und gerade 2010 wurden bei Sipan weitere Grabstaetten mit gigantischen Beigaben gefunden. Man sieht also: Hier ist noch einiges zu entdecken!

IMG_2258 IMG_2295 Wueste ueberall                   Wer genau hinsieht und vergroessert sieht die Steine der Pyramide

Peru ist wieder ein sehr grosses Land, weswegen wir schon gleich viel Strecke in Richtung Sueden hinter uns gebracht haben. In Puerto Chicama haben wir uns dann einen Tag lang ausgeruht und den Surfern auf der laengsten Linkshaender-Welle der Welt bei ihren Kunststuecken zugeschaut.

IMG_2329  IMG_2325Hoch ueber der beruehmten Welle                                                               Auch hier ist nur Wueste

Dann ging es auf zu einem Peru Highlight: In einer 180 Kilometer langen Zone nordoestlich von Lima liegt die weisse Kordilliere, die „Cordilliera Blanca“, die die hoechsten Berge Perus beheimatet. Sie gilt als eine der schoensten Bergketten der Welt und glaenzt mit Berglagunen, die tuerkis-blau-gruen schimmern. Man kann hier Gletscher bestaunen und je nachdem wo man sich befindet bis zu 10 schneebedeckte Gipfel auf einmal sehen.

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Unser Camp im Huascaran Nationalpark war genau an den Lagunas Llanganuco. Was sich in der Beschreibung noch als vollwertiger Campingplatz anhoert, ist beim Eintreffen eher eine Kuhweide, auf der mehrere vorwitzige Kuhfamilien ihr Unwesen treiben. Einige waren so neugierig, dass sie mit Ihren Koepfen fast im Innenraum unseres Busjens verschwanden. Deswegen und wegen der superschoenen Lage zwischen den steil aufragenden Bergen wird uns dieser Campground lange in sehr guter Erinnerung bleiben.

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Die vermutlich bekannteste Sehenswuerdigkeit in der Kordilliera Blanca ist die Lagune 69. Hell-leuchtendes, tuerkisfarbenes Wasser, das direkt aus den Gletschern in einen unbeschreiblich anzuschauenden kleinen See fliesst. Rings herum ragen Gletscherwaende in den Himmel und wenn man Glueck hat und die Sonne durch die Wolken durchkommt, entstehen wunderbare Bilder. Da lohnt der anstrengende 6-Stunden Marsch auf ueber 4600 Meter Hoehe!

IMG_2522  IMG_2514 Laguna 69 mit den umliegenden Gletschern            IMG_2490 IMG_2483 Bei der Wanderung

Heute haben wir dann die Hauptstadt Lima rechts von uns liegen gelassen und sind bis zum Paracas Nationalpark weitergefahren. Doch davon mehr im naechsten Bericht!

IMG_2627  Wer findet unser Zuhause in dieser schoenen Landschaft?IMG_2374 IMG_2373

@Mamas: Uns gehts gut!

 

Die Strasse der Vulkane und der hoechste Berg der Welt

Lautete die Ueberschrift des letzten Beitrags hier nicht „Viel mehr kann in einer Woche nicht passieren“? Die Wahrheit ist: Das muss wohl korrigiert werden. Seitdem wir in Ecuador sind, verfliegen die Tage regelrecht und wir erleben ein Highlight nach dem anderen! Insbesondere, seit wir vergangene Woche auf der „Avenida de los Volcanes“ – der Strasse der Vulkane unterwegs waren.

IMG_2111 Wir fahren auf den hoechsten Berg der Welt!

Suedlich von Quito, der hoechsten Hauptstadt der Welt geht es auf der sechsspurig ausgebauten Panamerikana im Wahnsinnstempo nach Sueden. Von den Vulkanen ist zunaechst nichts zu sehen, weswegen wir etwas enttaeuscht waren. Alles liegt unter einer dicken Wolkendecke, man kann teilweise kaum 50 Meter weit sehen. Wir hatten schon fast die Hoffnung aufgegeben, da passiert es ploetzlich: Von einem auf den naechsten Moment sind die Wolken weg und links von uns erhebt sich der beruehmte COTOPAXI in den Himmel, der erst vor wenigen Monaten erneut ausgebrochen ist, weshalb aktuell auch der gesamte Cotopaxi Nationalpark fuer den Tourismus gesperrt ist. Wir nutzen diese rare Gelegenheit, halten sofort neben der Strasse an und starten die Fotosession!

IMG_1969 IMG_1979 Vor dem Cotopaxi – ploetzlich waren die Wolken weg!

Nicht viel weiter im Sueden liegt der Ort Banos. Banos heisst uebersetzt sowas wie Bad oder Badezimmer und ist wohl namensgebend wegen der vielen Thermalquellen, die dort aus dem Boden kommen. Da wir aber von Oyacachi schon voellig „thermalisiert“ waren, gab es fuer uns nur ein Ziel in Banos: Den Aussichtspunkt „Las Antenas“. Nachdem man vom Ort ca. 1200 Hoehenmeter im ersten Gang hinter sich gebracht hat, kann man vom Nachbarberg aus auf den sehr aktiven Vulkan Tungurahua schauen. Ein praechtiges Schauspiel!

IMG_1999 Tungurahua in seiner vollen Pracht – ein atemberaubendes SpektakelIMG_2008 IMG_2019 Blick ins Tal                                                                   Zu mehr ist unsere Kamera nicht im Stande

Da wir Glueckspilze sind, herrschte meistens freie Sicht auf den Vulkan und weil wir manchmal unser Glueck garnicht glauben koennen, haben wir einen Campingplatz etwas unterhalb der Antennen gefunden, von dem aus wir sogar nachts den Vulkan bestaunen konnten. Unsere Kamera reicht zwar nicht aus, um gute Fotos von der Lava oder Asche zu machen, die orange-rot aus dem Krater geschleudert wird (s.o.), aber den Anblick werden wir sicher nie vergessen!

IMG_1950  IMG_1953 Manchmal muss man sich auch mal etwas goennen                                  Spuelen am MorgenIMG_2067  IMG_1982

Und dann das Highlight fuer diesen Artikel: Wer die Uebrschrift gelesen hat, fragt sich sicher: „Hae? Der hoechste Berg der Welt ist doch der Mount Everest?“ Ja, Stimmt! Aber nur, wenn man vom Meeresspiegel aus misst. Wenn man vom Erdmittelpunkt ausgeht, dann ist der Chimborazo, der hoechste Berg Ecuadors der hoechste Berg der Welt und fast 2 Kilometer hoeher als der Everest.

IMG_2119 IMG_2044 Der Chimborazo (6310m)                                                   Seine beruehmten Bewohner: Vicunas

Natuerlich lassen wir uns so ein Highlight nicht entgehen und da wir neuen Rekorden auch nicht grundsaetzlich abgeneigt sind, haben wir den Bulli nochmal vollgetankt und sind hochgefahren. Wieder fuehrte die Strasse durch superschoene Landschaft, in der Vicunas (die vornehmen Brueder der Lamas) vor uns ueber die Strasse springen und Wolken aus dem Nichts auftauchen und ebenso schnell wieder verschwinden.

IMG_2167 IMG_2126 Strassenblockade der Lamas                               Bus vor Berg                    IMG_2101  IMG_2069  IMG_2056 Auffahrt auf 4800                Bus im Morgennebel (von Ruth+Gustavo)                Campingrekord

Unser Nachtlager vor dem ultimativen Hoehenritt lag dann auf 4400 Metern ueber dem Meeresspiegel. Auf dem Parkplatz des Besucherzentrums haben wir bei wenig Sauerstoff in der Luft und kalten 2 Grad Celsius mehr schlecht als recht die Nacht verbracht. Zum Glueck haben wir dort noch 2 andere Overlander-Paerchen getroffen: Gustavo und Ruth aus Brasilien im T2 und Tobias und Jennifer aus Argentinien und USA im Toyota 4-Runner.

IMG_2158 unbeschreiblich schoene Mondlandschaft – So etwas gibt es nur hier!IMG_2107 IMG_2089

Am naechsten Morgen hiess es dann AUFSTIEG! Mit dem Bulli haben wir unseren neuen Hoehenrekord nochmal getoppt und sind sage und schreibe auf 4853 Meter hoch gefahren. Wegen des geringen Sauerstoffgehalts laeuft der Bulli sehr fett in dieser Hoehe und nur mit ca. 400 Umdrehungen pro Minute. Nachdem der Vergaser etwas magerer gestellt war, war dann auch die Kraft wieder da! Durch eine solche Mondlandschaft zu fahren, ist wirklich ein Highlight und fuer uns nochmal die Bestaetigung, warum wir die Panamerikana fahren wollen!

IMG_2130 Hoehenrekord fuer den Bus – wer bricht ihn?                       IMG_2047  IMG_2149 Was ist das denn fuer ein komisches blaues Teil?                                                    Bergromantik

Zu Fuss sind wir dann nochmal eine Stunde gewandert und haben die 5000 Hoehenmeter geknackt. Bei genau 5049 Metern ueber dem Meeresspiegel hatten wir dann genug und sind wieder abgestiegen, um erstens noch etwas Spielraum fuer weitere Rekorde zu lassen und zweitens um eins der leckeren Sandwiches zu essen, die in der Berghuette angeboten wurden.

IMG_2134 IMG_2135 IMG_2145 IMG_2144 Ganz schoen duenne Luft hier oben: beim Wandern alle 50 Meter eine Pause

Die letzten Tage sind wir dann bis nach Cuenca, im Sueden von Ecuador, weitergefahren, wo wir im Moment am Paradies-Park stehen. Der Platz ist als Treffpunkt fuer Overlander und insbesondere Bullis bekannt und als wir mit Gustavo und Ruth hier ankamen, haben wir nicht schlecht gestaunt: Mit uns campen jetzt insgesamt 7 Bullis hier. In den naechsten Tagen bereiten wir hier noch alles fuer den Uebertritt nach Peru vor und spaetestens in 4 Tagen heisst es dann: Reiseland Nummer 12!

IMG_1971 Und nochmal der Cotopaxi (der in letzter Zeit wieder durch Aktivitaet geglaenzt hat)

@ Mamas: Uns gehts gut!

 

 

 

Die erste Woche Ecuador; Viel mehr kann in einer Woche nicht passieren

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Ecuador, unser Reiseland Nr. 11, ist fuer unsere Reise ein ganz besonderes Land. Geht es doch von der Nordhalbkugel ueber den Aequator auf die Suedhalbkugel der Erde. Ausserdem ist es unser erstes Land, das sich so richtig nach Anden anfuehlt und in dem die indigene Bevoelkerung sehr praesent im Alltag ist. Wir haben letzten Montag die Grenze passiert und waere nicht der Strom waehrend der Abfertigung unserer Paesse ausgefallen, haette alles nur 20 Minuten gedauert.

IMG_1762 IMG_1768 Grenzuebergang ohne Strom                               1,48 US-Dollar fuer eine Gallone (3,81L)IMG_1769IMG_1785 IMG_1789 Vorzuegliche Strassen in Ecuador        Teilweise bis zu 8-Spurig ausgebaut:Die Panamerikana

Um es erstmal ruhig anzugehen, sind wir noch am gleichen Tag zur „Finca Sommerwind“ durchgefahren. Die Finca ist ein recht neues Produkt deutscher Auswanderer und schon ein Treffpunkt fuer Overlander geworden. Gorm konnte auch direkt seine Reparier-Liebe unter Beweis stellen und Joop bei der Reperatur der Bremsen seines riesigen Trucks unter die Arme greifen. Das hat Spass gemacht!

IMG_1774 IMG_1785Gorm hilft beim reparieren eines Trucks            Roter Piepmatz auf der Finca „Sommerwind“

Unser erstes Touri-Ziel in Ecuador war die Kraterlagune Cuicocha. Ein 14 KM langer Rundwanderweg fuehrt um die Lagune. Schoene Aussichten und schnell wechselndes Wetter sind dabei staendige Begleiter. So kamen auch wir nach dem Start in wunderbarem Sonnenschein nach ca. 2 Stunden in einen ordentlichen Regenschauer und mussten den Rest der Wanderung pitschnass machen. Trotzdem toll.

IMG_1799 IMG_1791 IMG_1793  IMG_1798 Die Kraterlagune Cuicocha – bekannt als die schoenste Lagune Ecuadors

Otavalo stand dann als naechstes auf dem Programm, ist es doch quasi ein Muss eines jeden Ecuador Reisenden. Ein kleiner, recht reicher Ort, der vom Tourismus und seinen Maerkten lebt. Jeden Tag ist Kunsthandwerker-Markt und Samstags sogar riesiger Markttag, inklusive Viehmarkt. Wir haben beides mitgenommen. Freitags sind wir Mitbringsel shoppend ueber den noch recht ruhigen Kunsthandwerker Markt und dann Samstags morgens um 7 Uhr auf den Viehmarkt, den wir echt beeindruckend fanden.

IMG_1815 IMG_1813  Marktfrauen bieten Kunsthandwerk und lassen gerne mit sich feilschen.IMG_1803 IMG_1804 Bunt, bunter, Otavalo                                            Auch abseits des Marktes schoen anzusehn

Ob es nun kleine Schafe sind, Schweinebabies, Huehner, Kuehe, Pferde, Esel oder die hier als Abendessen sehr beliebten Meerschweinchen – alles wird dort verkauft. Es wird gefeilscht und wenn das Meerschweinchen anstatt 5 Dollar (Ja, richtig, in Ecuador bezahlt man mit US-Dollar) 5,50 kosten soll, dann entbrennt auch schonmal ein Streit und das arme Tier fliegt durch die Luft zurueck in den Kaefig. Die Tiere werden an Stricken durch die Gegend gezogen, sodass der staunende Europaeer fast ein schlechtes Gewissen bekommt.

IMG_1822 IMG_1833 IMG_1836 Regenwetter – Gorm liegt im Schlamm       Schafe zu verkaufen, Ferkel auchIMG_1835  Schafsverhandlungen, diese beiden haben gerade 3 Schafe gekauft                 IMG_1843 IMG_1848 IMG_1823 Meerschweinchen fuer den Grill                                        Ein alter Hirte verkauft seine Schafe IMG_1850  IMG_1827 Empanadas (Teigtaschen) zu verkaufen                         Die Kuh-Sektion des ViehmarktesIMG_1834  IMG_1831

Und dann der Aequator: Wir hatten uns ja viel erhofft von der Ueberquerung der Trennungslinie zwischen Nord- und Suedhalbkugel. Aber anstatt grossem Pipapo war es ziemlich unaufregend. Man faehrt einfach so vor sich hin und haetten wir nicht ununterbrochen auf unser Navi gestarrt, haetten wir es vielleicht garnicht mitgekriegt. Weil wir aber so aufmerksam waren, konnten wir den Uebertritt doch bewusst begehen: Mit der Schnauze des Bullis auf der Suedhalbkugel, mit dem Hintern noch im Norden; trotzdem eine Sache von Sekunden und bei stroemendem Regen nur ncoh halb so aufregend.

IMG_1855 IMG_1852  Auf der rechten Seite des Navis: 00.00.000 Grad, Genau auf dem Aequator, Eli ist noch auf der Nordhalbkugel waehrend Gorm  von der Suedhalbkugel das Bild macht. IMG_1860 IMG_1864Schild, das anzeigt, wo man sich gerade befindet. Das Werbeschild darunter verdeckt der Bus

Wir sind dann zu einem „Geheimtipp“ aufgebrochen. Die heissen Quellen von Oyacachi kommen mit ca. 70 Grad Celsius aus dem Boden und werden dann mit ca. 40 Grad in Becken geleitet, in denen man dann stundenlang die Finger aufweichen lassen kann. Das senfgelbe Wasser riecht nur leicht schwefelig, was dem Spass aber keinen Abbruch tut.

IMG_1869 IMG_1865Das senfgelbe Wasser ist 45 Grad Celsius heiss, draussen hat’s nur ca. 10 Grad

Das wirkliche Highlight an den heissen Quellen war aber die Fahrt dahin. Durch die ecuadorianische Hochebene, die sich Paramo nennt „durften“ wir ca. 40 Km weit auf unbefestigter Schotterpiste durch die wunderschoene Graslandschaft fahren. Wenn man nach ein paar Kilometern dass Gefuehl „nicht schnell weiter zu kommen“ abgeschuettelt hat und sich auf die Umgebung konzentriert, faengt man an, sich ueber die Aussicht hinter jeder neuen Kurve zu freuen. Eine der schoensten Strassen, die wir je gefahren sind!

IMG_1911IMG_1879 IMG_1920 IMG_1892Grenzenlose „Bus-Romanik“, aber es war einfach zu schoen: Strasse im Paramo

Im Moment sind wir im Vogelparadies Mindo – der selbsternannten Welthauptstadt der Voegel. Ab hier geht es schnurstracks nach Sueden, wo wir auf neue Hoehenrekorde und weitere romantische Andenstrassen hoffen.

IMG_1927 IMG_1874   Per Anhalter auf der Pana: Bauer, der ins Tal musste.                      Brownies: selbst gebackenIMG_1922 IMG_1925 Frau, die am Strassenrand Oka-Wurzeln verkauft    Aus dem Graben gezogen: Abschleppbulli

@ Mamas: uns gehts gut!

 

Bogota, die Tatacoa-Wueste und ein freudiges Wiedersehen!

IMG_1618 Und wo seid ihr gestern so aufgewacht? – Desierto de la Tatacoa, Kolumbien

Bogota ist eine der hoechsten Hauptstaedte der Welt und liegt im Durchschnitt auf ca. 2600 Metern Hoehe! Um Elis neuen Reisepass in der deutschen Botschaft abzuholen, haben wir vor etwa 10 Tagen nochmal den Aufstieg auf die westliche Andenkordilliere Kolumbiens in Kauf genommen und in der 9-Millionen-Stadt dann 4 Tage verbracht.

IMG_1557 Unser Einkaufszentrums-Zuhause – eine Us-amerikanische Parallelwelt

IMG_1554 IMG_1553 Strassenzene in La Candelaria – dem Szeneviertel von Bogota,                                Strassenkunst

Wir hatten dort einen wahrhaftig guten Campground: Auf dem Parkplatz gegenueber einer Polizeistation, in direkter Naehe zum riesigen Einkaufszentrum „Gran Estacion“ standen wir in einem sehr ruhigen Stadtteil. 20 Meter weiter war eine Tanzschule fuer indische und arabische Taenze und da wir uns mit den Besitzern sehr gut verstanden haben, konnten wir sogar das W-Lan der Schule im Bus nutzen: Luxus! An einem Tag haben uns die jungen Besitzer Alex und Natalia sogar zum Fruehstueck eingeladen. Neben einem kurzen Besuch im historischen Stadtzentrum haben wir eigentlich die meiste Zeit im Einkaufszentrum gelebt. Bei leckerem West-Essen und superschnellem Internet sassen wir Stunden lang in der modernen Atmosphaere. Auch mal eine angenehme Abwechslung!IMG_1527

 

IMG_1574 IMG_1585 IMG_1724 IMG_1714  IMG_1595  IMG_1578 Vermischte Bilder der letzten 10 Tage

Tage davor hatte Gorm im Rio-Claro Naturreservat die Trommelbremsen an der Hinterachse nachgeschaut und festgestellt, dass die Belaege langsam ihre Abnutzungsgrenze erreichen. Um die Zeit in Bogota vernuenftig zu nutzen, entschieden wir dort auch die Bremse zu erneuern. Im noerdlichen Teil der Stadt gibt es einen Bezirk, in dem nur Auto Werkstaetten angesidelt sind. Ein Eck in diesem Bezirk ist der VW-Himmel – mit allem was das Herz begehrt. Bei „Castivolks“ wurden dann neue Belaege auf unsere alten Bremsbacken aufgenietet und schwupps war die Bremse wieder wie neu! Uebrigens: Komplette Bremsbacken mit Belaegen werden hier gar nicht verkauft. Anstatt alles auszutauschen werden einfach die alten Teile aufgearbeitet und weiterbenutzt.

IMG_1524  IMG_1545 Bremse vorher …                                                                                                            ……und nachher

IMG_1528 IMG_1527 Der Mechaniker am Werk                         Klamotten selber dreckig machen ist hier nicht, schade!

Von der kuehlen Metropole ging es dann in die nicht so kuehle Wueste. Die „Desierto de la Tatacoa“ liegt bei Neiva und gehoert neben der Guajira-Halbinsel zu den trockensten und heissesten Orten in Kolumbien. Das Thermometer steigt am Tag auf ueber 40 Grad und einmal, als wir den Bus verschlossen abgestellt hatten, hat das Innenthermometer eine Fehlermeldung angezeigt, weil es maximal 50 Grad erfassen kann! Die meiste Zeit haben wir uns also im Schatten oder in einem der aus Thermalwasser gespeisten Natursteinbecken aufgehalten.

IMG_1602  IMG_1609 Wuesten-Szenerie                                                   sehr hohe Temperaturen im InnenraumIMG_1582  IMG_1684 Der schoenste Kaktus der Welt                              die untergehende Sonne im Canyon

Erst am Abend sind wir dann in den Canyon hinabgestieben und haben rechtzeitig zum Sonnenuntergang das auf die roten Steinformationen treffende Licht geniessen koennen. Am Abend ist auch die Zeit, in der die Touristenunternehmen ihre Kunden zur Wueste fahren. Bei einer Wanderung einer dieser Touren wurde dann unser Bus als Rastplatz auserkoren und die kolumbianischen Touristen durften abwechselnd am kleinen roten Tisch Platz nehmen.

IMG_1631  IMG_1645 Rast am Bus fuer eine Touristengruppe           schwebt etwas herum, Der Sand ist auch zu heiss!IMG_1607  IMG_1661 Baden im Natursteinbecken                                                                                 Leben in der Wueste

Ein letztes Mal in Kolumbien sind wir dann noch ueber die zentrale Kordilliere ruebergefahren um im Westen der Panamerikana folgend nach Ecuador einreisen zu koennen. Kurz vor dem Grenzuebertritt stand dann aber zunaechst noch ein Wiedersehen an: Claudia und Martin, die wir schon auf der Baja California getroffen hatten, waren zufaellig in der Naehe und so haben wir des Abends zu viert in Lenny, dem kleinen Bruder unseres Bullis, gesessen und wirklich schoen miteinander geredet. Genau wie wir leben sie in ihrem VW-Bus und da hat man sich natuerlich einiges zu erzaehlen. Lenny ist uebrigens ein Prachtexemplar eines T3’s und hat eine Innenausstattung, die gleichzeitig praktisch und komfortabel ist. War schoen, euch wieder zu sehen!

IMG_1747 V.l.n.r: Lenny, Martin, Claudia, Gorm, Eli und unser blaue Haus

Gestern ging es dann ueber die Grenze in unser 11. Land – Ecuador. Dazu aber mehr im naechsten Beitrag.

IMG_1606 Die Tatacoa-Wueste; El desierto de la Tatacoa

@Mamas: uns gehts gut