Archiv für den Monat: Februar 2016

Manchmal sind alle Plaene hinfaellig..

 

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Da nimmt man sich zum beispiel vor, 300 Km am Tag zu fahren und am Ende sind es nur 100, die man geschafft hat: Die Carretera Austral ist teilweise so schoen, dass man garnicht drumher kommt, alle 5 Minuten anzuhalten und Fotos zo machen. Hinzu kommt, dass die Strasse oft in schlechtem Zustand ist und man mit 30 Km pro Stunde vorankommt.

IMG_5212  IMG_5170 IMG_5196  IMG_5192 Bulli-Bilder aus Suedamerika: Ist er nicht fotogen?

Besonders im suedlichen Teil der schoensten Strasse Suedamerikas ist uns aufgefallen, dass wir mehr Zeit beim fotografieren verbracht haben als hinter dem Lenkrad. Der Lago General Carrera leuchtet auf der linken Seite der Strasse tuerkis-blau, das spaetsommerlich ausgetrocknete Gras ist bereits gelb und im Hintergrund sind schneebedeckte Eisriesen und Gletscherfelder zu sehen. Es wirkt schon fast unreal, durch diese Landschaft zu fahren.

IMG_5257 IMG_5252 Camping-Leben am Ufer des Lago Buenos Aires … Sieht fast wie Urlaub aus!

Ueberall an der Strasse ist es einfach, einen Platz zum uebernachten zu finden: Da es so viele schoene Moeglichkeiten gibt, faellt manchmal sogar die Wahl schwer, fuer welchen Platz man sich entscheidet. „Eigentlich ist’s perfekt hier aber vielleicht kommt ja noch etwas besseres?“ Wir haben und fier einen Platz am See entschieden von dem aus man die komplette Bergkette des „Gran Campo de hielo norte“ sehen konnte.

IMG_5228  IMG_5287 Strassenblockade durch Waldbrand                       Guanacos grasen in unserem Garten

Doch irgendwann lag auch die schoene Carretera Austral hinter uns und wir sind bei Chile Chico wieder zurueck nach Argentinien gefahren. Ist die Vegetation auf der chilenischen Seite noch ueppig mit gruenen Baeumen und Straeuchern, ist man auf der argentinischen Seite nur noch in der Pampa unterwegs. Sie erstreckt sich ueber einen grossen Teil des Landes und besteht in unseren Augen fast nur aus gelb vertrocknetem Gras. Ab und zu sind ein paar Buesche.. Irgenwie fast langweilig.

IMG_5258  IMG_5415 Abendstimmung an einem See                              Andencondor

Da die Entfernungen weit sind in Argentinien mussten wir ein paar Fahrtage einlegen. Der schoenste davon war der, an dem wir am lago Cardiel vorbeigefahren sind. Und selbst da ist nur die Stimmung an unserem Uebernachtungsplatz bemerkenswert. Wir sind irgendwann einfach von der Strasse abgebogen und haben uns zu ein paar Guanacos ins trockene Gras gestellt. Eine halbe Stunde spaeter jedoch hat sich ueber uns ein Gewitter zusammengebraut, waehrend die Untergehende Sonne vom Horizont noch das Land beleuchtete. Tolle Stimmung:

IMG_5267 IMG_5270 IMG_5282 Abendstimmung in der Pampa Patagoniens.. Oben Gewitter, unten Sonne

Die viele Fahrerei kann auch mitunter sehr anstrengend sein. Starke patagonische Winde lassen den kleinen Bus auf der Strasse umhertanzen und einmal wurde uns sogoar leider wieder das Hochdach hochgerissen, weswegen wir es zusaetzlich mit einem Spanngurt festmachen mussten. Nicht so schoen auf den Fotos aber Sicherheit geht vor!

IMG_5421  IMG_5437 Wenn ein VW-Bus auf einen anderen VW-Bus trifft, gehts meistens erstmal gemeinsam weiter

Das erste touristische Ziel in Argentinien war dann El Chalten mit den weltbekannten Bergen Cerro Torre und Mt. Fitz Roy im Fitz-Roy-Massiv. Die spektakulaere Anfahrt und die vielen Overlander, die sich dort versammeln wird uns lange in Erinnerung bleiben. Genauso wie die Wanderungen, die wir in der Umgebung gemacht haben.

IMG_5310 Links die Zacken: Cerro Torre – In der Mitte die grosse Spitze: Mt. Fitz-Roy – Darunter: Superbus

Der erste Tagestrip fuehrte uns bei schlechtem Wetter 20 Km weit bis an die Laguna Torre und zurueck. Da man aber ueberhaupt nichts von den Sehenswuerdigkeiten erspaehen konnte, waren wir am Anfang der zweiten Wanderung etwas demotiviert. Gluecklicherweise klarte das Wetter auf und wir hatten den perfekten Blick auf den Fitz Roy und das komplette Massiv.

IMG_5335  IMG_5343 Eine Beruehmtheit unter den Bergen: Mount Fitz-Roy in Santa Cruz, Argentinien

Und dann war da noch das Patagonien Highlight schlechthin: Der Gletscher Perito Moreno:  Die 60 Meter hoch in den Himmel ragende und 5 Kilometer breite Gletscherzunge endet direkt im Lago Argentino und wer etwas Zeit mitbringt, der sieht riesige Eisbloecke abbrechen, die unter lautem Getose als Eisberge im See weiterschwimmen. IMG_5394 Der Perito Moreno in voller Pracht: 5Km breit, 60 Meter hoch und 14 Km langIMG_5399  IMG_5351 Warten in der Kaelte auf Abbrueche

Wir haben einen ganzen Morgen am Gletscher verbracht und sind auf den ordentlich angelegten Wegen von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt gelaufen. Je nachdem wie weit der noch wachsende Gletscher vorgedrungen ist, kann man sehr nah an die Gletscherwand heran. Nach einem kurzen Mittagsschlaf auf dem Besucherparkplatz sind wir dann am Nachmittag nochmal zum Gletscher und haben weitere 3 Stunden auf abbrechende Eiskloetze (im Ausmass von Hochhaeusern) gewartet.

IMG_5401 IMG_5388 Der Wind kommt meistens vom Gletscher und ist eisig! Gut, wer eine Thermoskanne hat!IMG_5390 IMG_5382 Unser Patagonien-Highlight..Insgesamt haben wir 8 Stunden am Gleschter verbracht

Mittlerweile sind wir im Endspurt unseres Abenteuers. Wir haben zum vorletzten Mal die Chilenische Grenze passiert, treiben uns in der Naehe des Nationalparks „Torres del Paine“ herum und werden in den naechsten Tagen nach Feuerland weiterfahren.

@Mamas: Uns geht’s prima!

Die Insel Chiloe und der Beginn der Carretara Austral

IMG_5042 Patagonisches Wild-Campen

Wenn man in Puerto Montt ankommt, hat man 2 Optionen: Entweder man startet direkt mit der Carretara Austral durch und faehrt am Festland weiter oder man stattet der vertraeumten Insel Chiloe einen Besuch ab. Sie liegt vor der Kueste und beeindruckt vor Allem durch 2 Dinge: Ihr Wetter und Meeresfruechte.

IMG_4793 IMG_4731 Die Insel CHiloe – erkundet mit dem Bulli!

Da Brigittas erst ein paar Tage nach unserer Ankunft in Puerto Montt ihren Mann empfangen kann, haben wir uns nach einem kleinen Dokumentarfilm spontan entschlossen, die Insel Chiloe dazwischenzuschieben. Mit der Faehre ging es also ueber den Kanal vom Festland zur Insel und schon diese Ueberfahrt war spektatkulaer: Pinguine, Seeloewen und Delfine haben die Faehre im Wasser begleitet

IMG_4799 IMG_4797 romantisches Land – vertraeumte Gegend               IMG_4785  IMG_4779 IMG_4765 IMG_4775 Leuchttuerme und Strandbesuche gehoeren zum Pflichtprogramm auf Chiloe

Auf Chiloe ist das Wetter zweigteilt: An der Pazifikkueste ist es meistens rauh, diesig und kalt.. Auf der meerabgewandten Seite dafuer eher mediteran. Wir haben uns beides angeschaut aber eher auf der waermeren Seite die Naechte verbracht. Auch die sehr auf dem Meer beruhende Kueche haben wir ausprobiert. Muscheln haben wir um Bus gekocht und Lachs gab es auch! Yummie!

IMG_4812   IMG_4803 IMG_4813 IMG_4827 Meeresfruechte und Kartoffeln – Grundnahrungsmittel auf der Insel

Doch dann hiess es wieder Abschied nehmen: Brigitta ist auf unserem Rueckweg ueber (wieder) Puerto Montt ausgestiegen und nun mit ihrem Mann unterwegs. Wir haben den Kuechenschrank  nochmal schnell mit Proviant gefuellt und dann ging es los .. weiter nach Sueden.

IMG_4860  IMG_4842  IMG_4826 IMG_4855 IMG_4829 IMG_4844 Vermischte Bilder unserer Zeit auf Chiloe – Brigitta, es war schoen, mit dir zu reisen!

Die ersten Kilometer sind noch asphaltiert und schnell abgespult aber dann wird schlagartig die glatte Strasse zu einer Wellblechpiste und die Fahrt langsamer. Durch einen immerfeuchten Regenwald fahren wir an schneebeckten Bergen entlang und machen einige Abstecher nach links und rechts. Einmal laufen wir einen Weg, der an Alercen (der patagonischen Ausfuehrung der californischen Mammutbaeume) vorbeifuehrt. Ein anderes Mal „besteigen“ wir den nur 900 Meter hohen Vulkan Chaiten, der 2008 unter viel Ascheregen ausgebrochen ist und die gleichnamige Stadt komplett unter sich begraben hat. Sie wurde dann ein paar Kilometer weiter wieder aufgebaut.

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Vulkane und Mammutbaeume in Patagonien – Alles gut erreichbar auf angelegten Wegen!

Da die Gegend, durch die die Carretera Austral fuehrt sehr zerklueftet ist, sind auch einige Faehrfahrten noetig, um Fjorde oder Seen zu ueberwinden. Da wir natuerlich die Faehren NICHT im Voraus gebucht haben, mussten wir vor der laengsten Faehrueberfahrt einen geschlagenen Tag warten, bis fuer unser Busjen noch ein Parkplatz auf der Faehre frei wurde. Die anderen Autos hatten selbstverstaendliche alle im Voraus reserviert.

IMG_4871 IMG_4881 IMG_4894 IMG_4889 Lange Wartezeiten an der Faehre..              .. Warum werdenkeine bunten Autos mehr gebaut?

Das schoenste an der Carretera Austral sind die wundervollen Uebernachtungsmoeglichkeiten. Da die Zivilisation etwas duenner als im Rest Chiles gesaet ist, kann man sich oft einfach an einen See oder Bach, unter einen Gletscher oder mitten in den Wald stellen. Ruhe und angenehm kuehle Temperaturen tun dann ihr Uebriges, um 2 kleinen Abenteurern schoene Traeume zu bescheren!

IMG_5019 IMG_5021  Uebernachtungsplatz in unserer „Dolphin-bay“            Wein aus Tetrapacks ist ueblich in ChileIMG_5036 IMG_5052 Ueber dem Kuechenblock im Wasser: 3 Delfine                                                 Schiebetuer-Blick

Und dann haben wir noch Gleichgesinnte gefunden: Wir hatten gerade einen schoenen Nachtplatz am See gefunden, als ploetzlich 2 VW-Busse mit deutschen Nummernschildern wie aus dem „nichts“ auftauchten und sich zu uns gesellten. Wir sind nun seit 2 Tagen so halb-zusammen unterwegs und haben eine gute Zeit! Gestern war dann ein Patagonien-Romantik-Tag angesagt: Zusammen haben wir an einem Fluss aus Gletscherwasser gecampt, geangelt, Feuer gemacht und die gefangene Forelle gegrillt.

IMG_5087  IMG_5106 Camping mit Gleichgesinnten…                IMG_5091   IMG_5108                                                   .. eine Forelle, die mit einer Thermosflasche gefangen wurdeIMG_5115  IMG_5116

Ueberall entlang der Carretera Austral sind massenhaft Anhalter anzutreffen. Meistens sind es junge Chilenen aus Santiago, die ihr Land auf diese Weise erkunden wollen. Da wir durch Hitchhiker immer ca. 2 Liter Mehrverbrauch haben, haben wir beschlossen, nur jeden 2. Tag Leute mit zu nehmen und tragen damit wie so viele andere Overlander (hoffentlich) dazu bei, dass die Chilenen ihr eigenes Land besser kennen lernen. Auf die Frage, wer sie denn meistens so mitnehmen wuerde, kam naemlich als Antwort: Auslaender – meistens Deutsche!

IMG_4939 IMG_4941 IMG_4945  IMG_4957 Carretera Austral

In den kommenden Tagen werden wir den Rest der Carretera Austral fahren und dann bei Chile Chico nach Argentinien zurueckfahren und die beruehmtesten Patagonien-Sights besichtigen.

@Mamas: Uns geht’s gut!