Archiv für den Monat: März 2016

The final Countdown

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Da wir unseren Verschiffungstermin schon 4-5 Wochen im Voraus buchen mussten und am Ende alles doch laenger gedauert hat als erwartet, blieb uns nach der Visite bei den Pinguinen bei Punta Tombo nicht viel Anderes uebrig als Gas zu geben. Immer weiter in Richtung Norden. Morgens um 8 Uhr losfahren und am Abend um 10 ein Uebernachtungsplaetzchen suchen. Vielleicht mal zum Tanken anhalten – mehr war nicht drin. 2500 KM mit Hoechstgeschwindigkeit 80 zu fahren dauert eben seine Zeit.

IMG_5899 Routenupdate auf der Uebersichtskarte!

Kurz vor Buenos Aires haben wir dann aber nochmal etwas gebremst und wieder angefangen, das argentinische Leben auszukosten. Bei Wein und Rinderfilet vom Grill haben wir unseren letzten eigenen Abend in der grossen Bus-Freiheit und das Campingleben nochmal zelebriert. Am naechsten Morgen ging es dann in die Metropole.

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Dank der Hoch-Autobahn kamen wir supereinfach und schnell an unserem Ziel am Ufer an und stellten den Bus auf einen 24-Stunden Bezahl-Parkplatz direkt vor einem riesigen Segelschiff ab. Das Zentrum war von da aus schnell zu Fuss zu erreichen und ebenso der Faehr-Terminal der Gesellschaft, die uns dann in den naechsten Tagen nach Uruguay ueber den grossen Fluss bringen sollte.

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In Argentinien blieb uns dann nicht mehr viel zu tun. Faehre organisieren, etwas durch die Stadt laufen und am letzten Abend bei schon gebuchter Faehre die letzten argentinischen Pesos bei einem Essen in einem ordentlichen Restaurant verschleudern.

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Wir sind also ins Restaurant und haben den Campari, den man uns an der Tuer angeboten hat ausgeschlagen – Nicht, dass man den am Ende bezahlen muss und soviel haben wir ja auch nicht dabei. Dann haben wir relativ genau auf das uns verbleibende Geld bestellt und gut gegessen. Bloed war nur, dass wir nicht bedacht haben, dass Gedeck auch bezahlt wird in Argentinien und am Ende wegen einer Rechnung die mehr kostet als unsere restlichen Kroeten hergaben die Kreditkarte gezueckt werden musste. Naja – Wir koennen uns ja zu Hause wieder an die Zivilisation gewoehnen!

IMG_5903 Land Nummer 16: Uruguay!

Um Mitternacht ging dann die Faehre, die uns ni 3 Stunden quer ueber den grossen Fluss schipperte. Um Kurz nach halb 4 in der Frueh haben wir dann alle Zoll-formalitaeten geklaert und schon da gemerkt: Die Uruguayos sind furchtbar nette Leute!. Da uns in Uruguay nur 6 Tage zur Verfuegung standen, waren wir nicht in der Lage gross auf Expedition zu gehen.

IMG_5889 IMG_5893 Trotz Mitternacht: Faehre voll                                     Schon komisch, Argentinien zu verlassen!IMG_5897 Uruguays Faehr-Terminal und Zollstation in Colonia del Sacramento

Colonia del Sacramento haben wir uns aber trotzdem angeschaut. Die kleine Stadt am Rio de la Plata ist wunderschoen. Zwischen Haeusern und Strasse stehen alte Platanen, es gibt eine Uferpromenade am Fluss mit unendlich vielen kleinen Restaurants und ueberall am Wegesrand stehen Oldtimer. Ein richtig romantisches Piraten-Staedtchen. An der Tourist-Info kann man kostenlos campen mit guten Internet und das Nationalgericht „Chivito“ gibt es an jeder Ecke zu kaufen. Leider ist alles etwas teuer hier!

IMG_5905 IMG_5909 IMG_5912  IMG_5918Colonia del Sacramento ist verrueckt nach Patricia! Und ueberall stehen alte Autos – schoen!

Elis Wunsch war es, die letzten 2 Tage bevor wir unsere Verschiffung angehen ruhig am Wasser zu verbringen. An der Playa Marindia haben wirdafuer auch ein tolles Plaetzchen gefunden und  den Bus abgestellt. Strandspaziergaenge und aus den restlichen Vorraeten des kleinen Raumschiffs verpflegen waren also fuer 2 Tage dort unsere einzige Aufgabe. Am Abend haben wir auf einem alten Turm von Lifeguards rumgesessen und Wein im Wind getrunken. Das war schoen.

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Doch dann kam der Tag der Wahrheit. Wir waren ca. 40 KM von Montevideo entfernt und hatten einen Termin mit unserem Verschiffungsagenten am Vormittag. Nachdem der Bus zusammengepackt war, sassen wir also auf der Sitzbank vorne und Gorm fragte: „soll ich wirklich starten?“ 20 Sekunden spaeter drehte sich der Schluessel im Bus: Nichts! Er sprang nicht an! 550 Tage lang ist der Bus jeden Morgen angesprungen und hat NIE gestreikt und an diesel letzten Morgen wollte er nicht!

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Weil wir den Termin hatten, machte sich sowas wie Panik bei Gorm breit. Alles war sehr schnell ueberprueft und fuer in Ordnung befunden. Wir wussten nicht weiter. Es gab einen Zuendfunken und Gemisch in den Zylindern. Was nun? Gorm fuhr per Anhalter zu einem nahegelegenen Schrauber, der kurzerhand mit seinem Auto zurueck zum Bus kam. Er hat garnicht lange gefackelt: „ Manchmal ist der Sprit hier so schlecht, dass es kein zuendfaehiges Gemisch gibt!“ Nach 10 Metern anschleppen lief der Kleine. „Bezahlt“ wurde mit 2 Dosen patagonischem Bier!

IMG_5934 gefunden in Uruguay – Der beste Bus, den wir je gesehen haben – Ausser unserem natuerlich!IMG_5936 IMG_5986 Sind wir schon in Deutschland, hier?                                   Die aktuelle Schuhmode in uruguay!

Die Zollformalitaeten in Montevideo waren viel einfacher als gedacht, was uns noch etwas Zeit uebrig liess, um uns mit Jonathan zu treffen, der unsere Reise auf Facebook schon seit laengerem verfolgt hat. Er wollte sich bei uns fuer die gute Unterhaltung und Inspiration bedanken und hatte sich etwas besonderes ausgedacht: Ein Uruguay-Nummernschild mit unserer Information drauf. Als wir uns gerade verabschieden wollten zauberte er dann noch ein weiteres Geschank aus seinem Rucksack: Eine aus Leder gefertigte Uhr – gemacht in Uruguay! Vielen Dank Jonathan – Das sind wirklich tolle Reiseandenken!

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Doch dann hiess es aus der gemuetlichen blauen Hoehle auf Raedern ziehen. Auf einer der Stadt vorgelagerten Halbinsel haben wir das Leben der letzten 18 Monate auf 2 Backpacks verteilt und den Bus gegen Einbruch gesichert. Am naechsten Morgen den ganzen Kram vom Dach ins Wageninnere gebracht dann mit dem Bus zum Hafen.

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Im Hafen ging alles reibungslos ueber die Buehne und viel schneller als gedacht waren wir „obdachlos“ bzw Backpacker, die im Hotel wohnen. Der Abschied war zwar traurig, aber wir sind froh, uns fuer die Rueckverschiffung entschieden zu haben und auch in Zukunft mit dem Bus noch reisen zu koennen. Unser kleines zu Hause ist jetzt auf dem Schiff „Grande Angola“ unterwegs nach Europa. Gute Reise.

IMG_5982 IMG_5981  Der Abschied ist Nah!  Machs gut kleiner Bus; gute Reise und Danke!IMG_5977  IMG_5976 Vor der Genehmigung noch schnell ein Roentgenbild im ScannerIMG_5984 Hier hiess es dann Bye-bye! Bis in ein paar Wochen, Kleiner!

Danach waren wir schon recht traurig und vor allem war das Ungewisse so praesent: Was passiert zu Hause? Wie wird das Leben weiter gehen? Wo werden wir wohnen und wann fangen wir wieder mit dem „Normalo-Leben“ an? Die Rueckkehr erschien uns auf einmal als groesseres Abenteuer als die Panamerikana. Aber Abenteuer sind ja dafuer da, angegangen zu werden.

IMG_5988 Regen an unserem letzten Tag in Suedamerika – Hat das etwas zu bedeuten?

Bis demnaechst mal!

IMG_5991 Zwischenstopp in Sao Paolo, Brasilien: Alleine auf dem Flughafen haben wir 20 Busse gesehen!

@ Mamas: Uns gehts noch gut!

 

 

 

 

Das Ende der Welt

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Ushuaia ist die suedlichste Stadt der Welt. Sie liegt 54 Grad suedlich des Aequators und ist nur noch 1000 Kilometer von der Antarktis entfernt. Immer wenn uns jemand in den vergangenen 18 Monaten nach unserer Reise gefragt hat, dann hiess es „ Wir fahrn bis nach Ushuaia runter“. Und auf einmal ist man da. Nach ca. 600 Kilometern auf der Insel Feuerland sind wir an den zwei Stadt-Begrenzungs-Tuermen vorbeigafahren und waren in Ushuaia!

IMG_5569 IMG_5581 Feuerland-Ueberfahrt bei schoenstem Wetter Die Wolken hier sind besonders schoen!IMG_5563 IMG_5615 Lichtreflexe der untergehenden Sonne                                                  Uferpromenade UshuaiaIMG_5551 Ziel erreicht!

Im Prinzip ist Ushuaia dann aber nur ein Ort, den man besucht, um einmal da gewesen zu sein. Das psycholigische Ende der Reise ist am Beagle-Kanal gelegen und umringt von Bergen. Es ist kalt da unten im Sueden und Tagsueber duempelt das Thermometer irgendwo zwishen 2 und 5 Grad Celsius herum. Nachts hat es dann sogar mal geschneit, weswegen am Morgen die Berge ringsum mit Schnee bedeckt waren.

IMG_5559 IMG_5561 Ueberquerung der Magellan-Strasse um nach Feuerland zu kommen.IMG_5655 IMG_5547 Anders als der Name vermuten laesst, ist es hier kalt – richtig kalt!

Der eigentlich-suedlichste Punkt, den man mit dem Auto erreichen kann ist aber im Nationalpark Tierra del Fuego. Wenn man nach 20 Uhr in den Park faehrt, ist der Eintritt kostenlos und nach ca. 20 Kilometern hoert die Strasse einfach auf. Ein Holzschild sagt „Ende der Strasse – Bis Buenos Aires 3079Km – Bis Alaska 17848“ Weil wir mitten in der Nacht ankamen, haben wir an genau diesem Punkt gecampt und sind dann am naechsten Morgen zu Fuss nochmal 1,5 KM weiter gelaufen. Bis das Wasser uns dann endgueltig den Weg abgeschnitten hat.

IMG_5638 Das Ende der Panamerikana – Das echte Ende der WeltIMG_5640 IMG_5647 Nach 65.300 Km sind wir am Ende der Panamerikana angekommen.IMG_5621 IMG_5633Suedlichster Punkt im Auto                                                                    Suedlichster Punkt, zu Fuss

Da im Moment Hoch- oder Spaetsommer in Ushuaia ist, tummeln sich fast alle Overlander, die gerade in Suedamerika sind in der Gegend. Man sieht fast mehr europaeische Autos als Argentinische. Wohnmobile hier, Wohnmobile  da! Fuer uns war das zwar manchmal etwas desillusionierend (Wir sind nicht alleine die groessten Abenteurer der Welt) – meistens aber sehr schoen: Viele unserer Reisebekanntschaften haben es zur gleichen Zeit in die suedlichste Stadt geschafft und so hiess es Wiedersehen oder gar neu kennen lernen.

IMG_5601  IMG_5611 Wunderbare Stunden mit „The Bus and Us“

IMG_5538 IMG_5641 Auch Veronika und Michael haben wir wieder gesehen                          Und einen Fuchs auch!

Patricia und Ronnie zum Beispiel haben wir weiter im Norden in Argentinien schon ein paar mal getroffen und eine tolle Zeit gehabt. Dillon und Taz, die auch mit dem VW-Bus aus den USA kamen haben uns auf der ganzen Reise immer wieder „verpasst“, sind aber eigentlich parallel zu uns gereist. In Ushuaia an einer Tankstelle hat es dann endgueltig geklappt. Wir haben einen ganzen Tag lang zusammen gecampt und zu viert im Bulli Wein getrunken. Auch Veronika und Michael, die wir zuletzt in Mexico auf der Baja gesehen haben sind uns hier nochmal ueber den Weg gelaufen. Man sieht also: In Ushuaia ist im Februar Overlander-Familientreffen!

IMG_5745 Schwarz-Weisse Delfine spielen in den Wellen der Faehre ueber die Magellan-Strasse!

Da jetzt aber langsam die Zeit bis zur Rueckverschiffung unseres kleinen blauen Superhelden knapp wird, sind wir nur ein paar Tage im fernen Sueden geblieben und haben uns dann auf den Weg ueber die Ruta Nacional 3 auf den „Rueckweg“ gemacht. Die 3, die zu 99% durch langweilige argentinische Pampa fuehrt, hat aber doch in dem fehlenden Prozent noch einiges zu bieten: Und zwar Pinguine!

IMG_5448 IMG_5439 IMG_5854 IMG_5537 Klein Gormi interssiert sich nur fuer die besten Fruechte              Schrein fuer Diffunta Correa

Die erste Pinguinsensation waren die Koenigspinguine, deren einzige Festland-Kolonie in Suedamerika auf Feuerland liegt. Es sind nicht viele, die da leben aber seit ein paar Jahren haben sie sogar Junge und es werden immer mehr. Sie sind riesig gross (gehen Eli bis zum Bauch) und machen lustige Geraeusche.

IMG_5723 IMG_5734 Die Koenigin der Koenigspinguine..                                                                     .. und ihr Hofstaat

Etwas beeindruckender waren jedoch die Pinguine bei Punta Tombo. Nicht durch ihre Groesse fallen die Magellanpinguine auf, sondern durch ihr zahlreiches Erscheinen und ihre Zutraulichkeit. 210.000 Paare treiben sich zur Hochzeit (jetzt) auf dem Kuestenabschnitt suedlich der Valdez-Halbinsel herum und haben keinerlei Scheu vor Menschen. Bis auf 1 Meter lassen sie dich an sich heran, kreuzen vor dir den Weg oder kaempfen vor deinen Augen mit ihren Nebenbuhlern. Tolles Schauspiel

IMG_5782  IMG_5768 Gorm auf dem Weg in die Sonne.                          Nur noch wenige Meter bis zu den PinguinenIMG_5806  IMG_5804 Freundliche Pinguin-Paerchen heissen uns neben dem Weg WILLKOMMEN!IMG_5838  IMG_5850  Schon so spaet? Puh – da muss ich doch mal langsam aufstehen            Vorfahrt gewaehren!

Und jetzt nochmal ein Rueckblick: Bevor wir nach Feuerland und Ushuaia kamen, haben wir uns noch den beruehmtesten Nationalpark Suedamerikas angeschaut: Torres del Paine! Der erste Besuchstag war fantastisch: Perfektes Wetter und eine geniale Aussicht auf das aus der Ebene Auftauchende Torres-Massiv. Wir sind zu einem Aussichtspunkt gewandert und haben dann eine gemuetliche Spazierfahrt durch den Park gemacht. Der einzige Mangel waren die 10.000 anderen Besucher auf den Wegen.

IMG_5474  IMG_5476 Diese fehlende Radkappe – Sie versaut jedes 3. Bild                  Kaiserwetter ohne WindeIMG_5486  IMG_5505 Guanacos vor den 3 beruehmten Tuermen „Torres del Paine“                  IMG_5457  IMG_5473 Bergpanorama                                              Touristenpanorama (vergreossern, um alle zu sehen)

Am naechsten Tag war jedoch ein Wetterumschwung und dieser verbunden mit dem schlimmsten Wind, den wir je erlebt haben. Der eigentliche Plan war, zum Sued-Ende aus dem park herauszufahren und bis dahin noch etwas Zeit an den Seen und Bergen zu geniessen. Doch es kam anders. Der Wind war sehr stark und in einer Kurve mit besonders starken Boeen wurde vor unseren Augen ein Motorradfahrer von seinem Motorrad geworfen. Um ihm zu helfen, dass er nich den ganzen Dreck abkriegt und sein Bike wieder aufstellen kann, haben wir uns vor ihm schraeg in den Wind gestellt. Nach 20 Sekunden wurde aber unser mit einem 2-Tonnen-Gurt gesichertes Hubdach abgerissen und der Bus trotz Fuss auf der Bremse einen Meter zurueckgeschoben. Gorm und die Biker, die unterdessen versuchten das Motorrad aufzurichten wurden vom Wind einfach von den Fuessen gerissen – Und die Biker waren keine so Hemdchen wie Gorm. Wir konnten da nicht stehen bleiben und mussten zurueck, uns hinter einem Fels verstecken. Als der Wind eine Pause einlegte, konnten wir das Motorrad bergen. Fazit: Hubdachgestaenge ordentlich verbogen und Stoff teilweise eingerissen – Das laesst sich wieder richten!

IMG_5513 IMG_5552 Wieder in Sicherheit. 5 abgekaempfte Krieger im Kampf gegen den Wind         2-Tonnen-Gurt

Da kann man mal sehen, wie rauh das Wetter in Patagonien sein kann. Alle 4 Jahreszeiten an einem Tag beschreibt es schon ziemlich gut. Wir haben dann in Punta Arenas in der Freihandelszone noch weitere Spanngurte gekauft und sind jetzt mit 3 quer uebers Dach gespannten Gurten unterwegs. Nicht so schoen aber das Dach haelt!

IMG_5661 Dreck!

@Mamas: Uns gehts gut

IMG_5532 Prost!