Panama City und die Vorbereitungen fuer den Uebertritt nach Kolumbien!

Die groesste Herausforderung und der teuerste Teil der Reise von Canada nach Argentinien sind die etwas mehr als 100 Kilometer zwischen Panama und Kolumbien. Der Isthmus von Darien ist als eines der gefaehrlichsten Gebiete der Welt bekannt und wird von Drogen-Banden und Guerillakriegern beherrscht. Da der dichte Dschungel nur schwer zu erreichen oder gar durchqueren ist, sind bis jetzt alle Versuche eine Strasse zwischen den 2 Kontinenten zu bauen im Sande verlaufen (und vielleicht haben die grossen Seefrachter da auch kein wirtschaftliches Interesse daran). Auch wenn es vor ein paar Jahrzehnten schon Menschen gelungen ist, den Isthmus ueber Land zu durchqueren, entschieden wir unser Leben nicht im Dschungel zu riskieren und haben uns fuer eine Verschiffung entschieden – wie eigentlich alle anderen Reisenden.

IMG_0036 IMG_0037 Busromantik auf dem Weg in die Stadt              Panamas next TopmodelIMG_0034  IMG_0046 Manchmal muss man auch Grossreine machen                     USA-Romantik!

Der komplette Prozess begann fuer uns Montag Morgen um 9 Uhr bei der Polizeiinspektion (DIJ) in Panama City. Dort wurde das Fahrzeug untersucht und dann um 14 Uhr am gleichen Tag die Ausfuhrgenehmigung fuer den Seetransport innerhalb der naechsten Woche ausgestellt. Die Polizeistation liegt inmitten eines relativ armen Teils der Hauptstadt. Heruntergekommene Wohngebaeude und der Gestank nach Muell und verwesendem Tier lag ueberall in der Luft. Ein Unangenehmer Ort!

IMG_0053  IMG_0057 Gefaehrlicher Parkplatz der Polizei                      Wer wuerde gerne hier wohnen?

Je nachdem, fuer welche Verschiffungsvariante man sich entscheidet, muss man nun unterschiedliche Schritte unternehmen. Wir haben uns mit Caroline und Miles fuer einen geteilten Container entschieden und diesen ueber Boris Gabriel Jamarillo, der fuer Evergreen-Logistics arbeitet, arrangiert. Er arbeitet professionell und ist bei 2 Fahrzeugen pro Container mit 1030 Dollar pro Fahrzeug die guenstigste Alternative. Zudem ist er sympathisch!

IMG_0045 IMG_0042 Panama Stadt mit Hochhaeusern              Unser einziger Blick auf den Kanal von der Bruecke

Am naechsten Morgen waren wir also in Colon mit Boris auf dem Parkplatz einer Pizzeria verabredet, um gemeinsam zum Zoll zu fahren und alles zu erledigen. Da aber in Panama IMMER Stau ist (konnten wir am Vorabend schon ganze 4 Stunden lang erleben), hat sich durch das viele Kuppeln der alte Kupplungszug verabschiedet, mitten im morgendlichen Verkehrschaos. Irgendwie haben wir es dann trotzdem die letzten 60 km nach Colon ohne Kupplung geschafft. Mit der Zeit kriegt man Uebung im Gaenge manuell synchronisieren und es hat Gorm fast sogar Spass gemacht (ausser man muss an Mautstationen anhalten oder steht im Stau). Der Termin war um 9 Uhr und wir waren trotzdem nur 5 Minuten verspaetet.

IMG_0066 IMG_0068 Kupplungszug gerissen                                         Schnellreparatur auf dem Parkplatz

IMG_0076 Dreckiges Schwein!

Da wir einen Ersatz-Kupplungszug dabei hatten, wurde auf dem Parkplatz der Pizzeria dann kurzerhand alles gewechselt. Circa 30 Minuten und einige Nerven spaeter waren wir wieder fahrbereit und Gorm extrem dreckig. Weil beim Zollamt gewisse „Dresscodes“ herrschen hatten wir Angst, dass er nicht reingelassen wird, aber es kam sowieso alles ganz anders.

IMG_0077  IMG_0051 Dresscode beim Zoll                                                                      Noch sind wir guter Laune

In Colon war am Vortag ein Kirchenoberhaupt ums Leben gekommen. Alle Staatsbeamten waren deswegen im Trauermodus und hatten fuer den Tag schlichtweg saemtliche Behoerden geschlossen. Schnell war klar: Keine Chance, die Zollpapiere heute zu erledigen. Das Problem daran: Caroline und Miles mussten am naechsten Morgen um 5 Uhr zu ihrem Segeltoern aufbrechen.

IMG_0058 Impressionen aus Panama Stadt. Hier ein Bild aus einem armen Teil in der Naehe der Polizei.

Eine Loesung musste her und hier geht ein grosses Lob an Boris. Er bestellte im Nu einen Container zu einem Warenhaus ausserhalb des Hafens und mittels eines Abschleppwagens haben wir dann die Fahrzeuge in den immernoch auf dem LKW montierten Container beladen. Das Ganze sieht nicht nur abenteuerlich aus, nein es war auch eine richtige Bilderbuchsituation: Rueckwaerts auf den Abschlepper drauffahren, per Hebebuehne hinauf in 1,5 Meter Hoehe und dann mit dem Abschlepper an den Container ranfahren. Die Ladeflaeche wurde dann einigermassen mit dem Container in eine Linie gebracht und wir konnten in ca. 1,5 Metern ueber dem Grund von einem Fahrzeug in das andere gefahren. Knight-rider!

IMG_0080  IMG_0086 Rueckwaerts hoch…..                                                                    … und in den Container

 

IMG_0094  IMG_0101  eng? Da ist noch viel Platz!                                      Caroline und Miles hintendran.

Caroline und Miles sind dann zurueck nach Panama in ihr Hostel und wir durften ueber Nacht spontan in der Wohnung von Boris‘ Vater auf dem Sofa uebernachten. Am naechsten Morgen haben wir den ganzen Papierkram recht reibungslos erledigt und konnten zurueck zu unserem Couchsurfing-Host in die Hauptstadt. Ende gut, alles gut. Jetzt hoffen wir nur noch, dass unser lieber Bus gut in Kolumbien ankommt.

IMG_0110 IMG_0133 Yeah, alles geschafft!                                             Papierkram

Schade war, dass wir durch diese Aktion fast nichts von Panama City und unserem Gastgeber mitgekriegt haben. Um doch noch etwas Zeit miteinander zu verbringen, haben wir gestern Abend dann zusammen Risotto gekocht und dabei etwas geplaudert.

IMG_0063 IMG_0047 Roger, unser Couchsurfing-Host                         Eine kleine Party in Rogers Garten

Jetzt sitzen wir am Flughafen und freuen uns auf Suedamerika! Wenn ihr das lest, sind wir in Bogota!

@ Mamas: Uns geht es gut!

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