Der niemals endende Sommer und die Guajira Halbinsel

So langsam neigt sich der Sommer in Deutschland dem Ende zu und gibt dem Herbst den Weg frei. Hier in Kolumbien geht der Sommer einfach weiter – Jahreszeiten, so wie man sie bei uns kennt, gibt es so tief in den Tropen nicht. Hoechstens mal eine Epoche mit mehr Regen oder Trockenheit. Seitdem wir vor 9 Monaten auf die Baja California gefahren sind und dort zum ersten Mal den noerdlichen tropischen Wendekreis ueberschritten haben, leben wir mit sehr kurzen Unterbrechungen also im Sommer – in der Waerme.  Die Temperaturen werden hoechstens in den Hoehenlagen ueber 2000 Metern kuehler.

IMG_0321  IMG_0337 Ueber Stock und ueber Stein…   . in den Wasserfall hinein. In der Sierra Nevada de Santa Marta

Kurzum: Wir freuen uns, bald mit der Erkundung der Anden und den damit einhergehenden niedrigeren Temperaturen so etwas wie eine „neue Jahreszeit“ einzulaeuten.

IMG_0362 IMG_0356Vor der Halbinsel wir bei Lix und William in Minca uebernachtet..     …und den Service erledigt

Bevor wir aber Abschied von der Karibik nehmen und gen Sueden in die Berge fahren, wollten wir uns die Hitze nochmal so richtig geben: Die letzten paar Tage sind wir also auf die Guajira-Halbinsel gefahren. Die Halbinsel ist der noerdlichste Punkt Suedamerikas und ein sehr interessantes Ausflugsziel. Ein sehr hoher Anteil an indigener Bevoelkerung, geballte Hitze und absolute Trockenheit haben uns neugierig gemacht.

IMG_0380 schoen, ne?

Wenn man von Palomino aus den Weg antritt, faehrt man innerhalb von 250 Kilometern staendig der Wueste entgegen. Am Anfang zieren noch Bananenplantagen die Strasse, am Ende nur noch braune Sandduenen. Wir haben es langsam angehen lassen und auf dem Weg Salzabbaugebiete und Siedlungen der indigenen Wayuu Bevoelkerung besucht. Sie leben fernab der Infrastruktur in sehr einfachen Huetten aus Lehm und Aesten. Muellabfuhr oder Kanalisation sind nicht vorhanden, weswegen ueberall vom Wind verwehter Plastikmuell in den Bueschen haengt, der alles irgendwie trostlos erscheinen laesst. Die Strassen sind beeindruckend schlecht und so sind wir an diesem Tag ca. 75 Kilometer auf unbefestigten Wegen gefahren.

IMG_0386 IMG_0397 Abseits der asphaltierten Wege fuer viele Kilometer.                                 4 auf einem Motorrad

Kurz vor dem groessten Ort auf der Halbinsel, Cabo de la Vela, muss man dann durch einen ausgetrockneten Salzsee fahren. Ueber 17 Kilometer hinweg gibt es keine Strassen, keine Schilder oder Wegpunkte, an die man sich halten kann. Man muss nach GPS fahren und immer die Richtung im Auge behalten. Wir hatten jedoch Glueck: Als wir bei einer kleinen Bushaltestelle angehalten haben, hat uns eine indigene Familie mit 2 Kindern angesprochen, ob wir sie nach Cabo de la Vela mitnehmen koennen.

IMG_0423  IMG_0426 Fahren auf dem Salzsee – Hier  gab es sogar eine Spur                                Benzin aus Venezuela

So haben wir zum Einen einen kostenlosen Fuehrer ueber den Salzsee gehabt und zum anderen sehr authentischen Kontakt zur indigenen Bevoelkerung aufbauen koennen.  Waehrend der 40 minuetigen Fahrt wurden Babies gestillt, Kekse gegessen und freundlich miteinander geredet. Am Ende wurden wir zum Dank sogar noch eingeladen, vor der Huette der Familie zu campen, was wir aber ausgeschlagen haben, um in einer Kitesurf-Schule zu campieren, wo wir eine ordentliche Toilette hatten.

IMG_0408  IMG_0416 Mit Einheimischen an Bord                                                            Cabo de la Vela: Meer und Sand

Der Ort Cabo de la Vela ist prinzipiell nur eine „Strasse“, die an der Wasserfront vorbeifuehrt. Fischerei und Tourismus sind die Haupteinnahmequellen und geschmuggeltes Benzin aus Venezuela ist mit ca. 45 Cent pro Liter manchmal guenstiger als vernuenftiges Trinkwasser. Der Wind, der stets recht stark blaest, sorgt dafuer, dass die unglaubliche Hitze besser auszuhalten ist.

IMG_0410 IMG_0413  Strandimpressionen                                                                                        Sehr einfach alles hier!

Mittlerweile sind wir schon wieder zurueck in Palomino, auf der Durchreise nach Cartagena, wo am Montag Gorms Bruder zu der „Expedition“ dazu stoesst. Wir freuen uns schon, zu dritt unterwegs zu sein und nach den letzten heissen Tagen die Karibik zu verlassen und in die frische Luft der Berge vorzudringen.

saltflat guajira Endlose Weite im Salzfeld!

@ Mamas: Uns geht es gut!

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