Hoch, hoeher, El Cocuy!

IMG_0982 4000 Meter ueber Null: Zum ersten Mal fuer uns alle!

Zugegebenermassen ist der El Cocuy Nationalpark nicht gerade auf der Hauptreiseroute durch Kolumbien. Backpacker verirren sich wegen der schlechten Anbindung an den Rest des Landes nur selten hierher und auch die Kolumbianer reisen nicht gerade in Scharen in diese Region. Von der naechsten groesseren Stadt braucht man auf den schlechten Strassen mindestens 8 Stunden, um an den Rand des Hochgebirges zu kommen. Oft faehrt man mehrere Kilometer nur auf Schotter am Abhang entlang. Vom Hauptort El Cocuy aus muss der Normalreisende dann mit einem Milchtruck bis zu den Berghuetten weiterfahren.. .. ausser er hat einen VW-Bus!

IMG_0856  IMG_0837 Auf unasphaltierten Strassen in die Berge                                                  Feuerwerk in El CocuyIMG_0820 IMG_0849 Regen mit Null Sicht auf dem Weg in die Berge                                                    Sicher ist Sicher!

Wir haben etwas laenger gebraucht und unsere kleine blaue Bergziege in 2 kompletten Fahrtagen bis in die tiefsten Bergregionen hinaufgefahren. Unser erstes Basecamp war die Hacienda la Esperanza – Die Hacienda der Hoffnung auf 3600 Hoehenmetern ueber dem Meeresspiegel. Nach einem Tag und einer Nacht Akklimatisierung sind wir fruehmorgens aufgebrochen, um zu Fuss weiter der Hoehe entgegen zu steigen. Bis zur Laguna Grande de la Sierra auf 4600 Metern wollten wir bergwandern.

IMG_0955  IMG_0870  Gorm tut das, was er am besten kann                    Auf der Bergpiste hinter dem Ort El CocuyIMG_1055  IMG_0872 Unser Campingplatz am Berg                                                                                Gorm beim Grasen

3600 Meter Hoehe sind ganz schoen hoch um eine Wanderung zu beginnen! Vor allem, wenn man aus Europa kommt und diese Hoehen nicht gewoehnt ist. 1000 Meter hoeher zu wandern ist dann fuer uns Flachlaender besonders schwierig! Nach 5 Stunden Aufstieg haben wir es dann aber doch vollbracht und den Aussichtspunkt zur Lagune auf 4600m Hoehe erreicht.

IMG_0989 IMG_1005 Bunte Farben..                                                                                           .. in der kargen Bergwelt

Am Anfang war die Wanderung noch zu ertragen. Obwohl es steil bergauf ging, haben wir die Hoehe gut verkraftet. Bergtaeler mit karger Vegetation, klares Gletscher-Schmelzwasser und ein herrlicher Ausblick versuessen den Aufstieg. Das Herz schlaegt zwar etwas schneller und man kriegt nicht mehr so viel Luft, aber man kommt voran. Ab 4000 bis 4200 Metern wird es aber ungemueglich. Kalter Wind, der mit kleinen gefrorenen Regentropfen durchsetzt ist, weht einem ins Gesicht. Die Sonne brennt zwischendurch mit unvorstellbarer Kraft auf die Haut und die Atmung wird zunehmend schwerer. Jeder Schritt fuehlt sich wie ein Kampf gegen die Kraefte der Natur an und der Koerper faengt an zu sagen: Geh zurueck!

IMG_0924 IMG_0980 Im Fruehtau zu Berge                                                                                                         kurze PauseIMG_0991 IMG_0977 Wandern durch die Frailejones                                                                              Mit super Aussicht

Trotzem haben wir es bis zur Lagune geschafft. Was fuer Bergsteiger vielleicht laecherlich klingt, war fuer uns eine grosse Herausforderung: Die letzten 300 Hoehenmeter sind wir nur noch durch Steinwueste gelaufen: Eine Lebensfeindliche Landschaft! Hier waechst fast nichts mehr und das Wetter ist hart mit allem was lebt. Trotzdem ist es auch eine faszinierende Gegend. Eiskalte Lagunen mit glasklarem Wasser und der Anblick von eisblauen Gletscherwaenden fuehlen sich besonders an. Auch die Tatsache, dass wir auf 4600 Meter hochgestiegen sind und somit hoeher als jeder Punkt in Europa waren, fuehlte sich erhaben an.

IMG_1012 IMG_1015  Geschafft, 4600 Meter ueber Null                                                            Gruppenfoto am „Gipfel“IMG_1007 IMG_1018 4600 Meter: Der Beweis                                                         Gletscher Schmelzwasser auffuellen

Nach 3 Stunden Abstieg liessen wir uns dann von Guillermo, dem Chef der Berghuette ein deftiges Essen kochen und haben nur noch die Fuesse hochgelegt. Insgesamt 9 Stunden Wanderung haben ihre Spuren hinterlassen und so begann die Nacht um ca. 20 Uhr und endete erst nach 12 Stunden Schlaf.

IMG_0958 IMG_1042 Gernot hilft in der Kueche                                                                          Eli macht Modenschau

Am naechsten Morgen haben wir dann den blauen Wunderbus wieder gepackt und sind anstatt das Gebirge zu verlassen noch weiter hinein gefahren: Die Cabanas Kanwara liegen auf 3985 Metern und bieten einen sensationellen Blick auf mehrere der ueber 20 Fuenftausender-Gipfel des Parks. Auch wenn wir die Geschichte unseres treuen blauen Bullis nicht bis ins kleinste Detail kennen, behaupten wir jetzt einfach mal, einen neuen Bulli-Hoehenrekord mit ca. 4005 Metern ueber Meeresspiegel aufgestellt zu haben. Der Motor lief im uebrigen noch sehr vernuenftig in dieser Hoehe – Sogar ohne den Vergaser magerer zu stellen.

IMG_1064 Neuer Hoehenrekord fuer den Bus. Hier bei den Kabanas Kanwara auf ca. 4000 Metern.

Unser Fazit zu diesem Bergabenteuer ist ganz klar: Es war toll! Fuer uns war es eine ganz neue Erfahrung, in solche Hoehen vorzudringen, die eigenen Grenzen auszuloten und mit dem Blick auf die hoechsten Berge des Landes einzuschlafen und aufzuwachen.

IMG_0946  IMG_1053 Vielleicht demnaechst Schafe in Mainz?                                                                                 Bergwelt

Auf dem Weg in die Berge ist natuerlich auch viel passiert, da aber jetzt schon so viel Text hier steht, verschieben wir die Beschreibung der schoenen Kolonialstadt Baricharra und die Uebernachtung vor dem Polizeiposten auf den naechsten Post.

IMG_1099 IMG_1093 Kuchen                                                             und das kolumbianische Biersortiment

@Mamas: Uns geht es super!

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>