Die Strasse der Vulkane und der hoechste Berg der Welt

Lautete die Ueberschrift des letzten Beitrags hier nicht „Viel mehr kann in einer Woche nicht passieren“? Die Wahrheit ist: Das muss wohl korrigiert werden. Seitdem wir in Ecuador sind, verfliegen die Tage regelrecht und wir erleben ein Highlight nach dem anderen! Insbesondere, seit wir vergangene Woche auf der „Avenida de los Volcanes“ – der Strasse der Vulkane unterwegs waren.

IMG_2111 Wir fahren auf den hoechsten Berg der Welt!

Suedlich von Quito, der hoechsten Hauptstadt der Welt geht es auf der sechsspurig ausgebauten Panamerikana im Wahnsinnstempo nach Sueden. Von den Vulkanen ist zunaechst nichts zu sehen, weswegen wir etwas enttaeuscht waren. Alles liegt unter einer dicken Wolkendecke, man kann teilweise kaum 50 Meter weit sehen. Wir hatten schon fast die Hoffnung aufgegeben, da passiert es ploetzlich: Von einem auf den naechsten Moment sind die Wolken weg und links von uns erhebt sich der beruehmte COTOPAXI in den Himmel, der erst vor wenigen Monaten erneut ausgebrochen ist, weshalb aktuell auch der gesamte Cotopaxi Nationalpark fuer den Tourismus gesperrt ist. Wir nutzen diese rare Gelegenheit, halten sofort neben der Strasse an und starten die Fotosession!

IMG_1969 IMG_1979 Vor dem Cotopaxi – ploetzlich waren die Wolken weg!

Nicht viel weiter im Sueden liegt der Ort Banos. Banos heisst uebersetzt sowas wie Bad oder Badezimmer und ist wohl namensgebend wegen der vielen Thermalquellen, die dort aus dem Boden kommen. Da wir aber von Oyacachi schon voellig „thermalisiert“ waren, gab es fuer uns nur ein Ziel in Banos: Den Aussichtspunkt „Las Antenas“. Nachdem man vom Ort ca. 1200 Hoehenmeter im ersten Gang hinter sich gebracht hat, kann man vom Nachbarberg aus auf den sehr aktiven Vulkan Tungurahua schauen. Ein praechtiges Schauspiel!

IMG_1999 Tungurahua in seiner vollen Pracht – ein atemberaubendes SpektakelIMG_2008 IMG_2019 Blick ins Tal                                                                   Zu mehr ist unsere Kamera nicht im Stande

Da wir Glueckspilze sind, herrschte meistens freie Sicht auf den Vulkan und weil wir manchmal unser Glueck garnicht glauben koennen, haben wir einen Campingplatz etwas unterhalb der Antennen gefunden, von dem aus wir sogar nachts den Vulkan bestaunen konnten. Unsere Kamera reicht zwar nicht aus, um gute Fotos von der Lava oder Asche zu machen, die orange-rot aus dem Krater geschleudert wird (s.o.), aber den Anblick werden wir sicher nie vergessen!

IMG_1950  IMG_1953 Manchmal muss man sich auch mal etwas goennen                                  Spuelen am MorgenIMG_2067  IMG_1982

Und dann das Highlight fuer diesen Artikel: Wer die Uebrschrift gelesen hat, fragt sich sicher: „Hae? Der hoechste Berg der Welt ist doch der Mount Everest?“ Ja, Stimmt! Aber nur, wenn man vom Meeresspiegel aus misst. Wenn man vom Erdmittelpunkt ausgeht, dann ist der Chimborazo, der hoechste Berg Ecuadors der hoechste Berg der Welt und fast 2 Kilometer hoeher als der Everest.

IMG_2119 IMG_2044 Der Chimborazo (6310m)                                                   Seine beruehmten Bewohner: Vicunas

Natuerlich lassen wir uns so ein Highlight nicht entgehen und da wir neuen Rekorden auch nicht grundsaetzlich abgeneigt sind, haben wir den Bulli nochmal vollgetankt und sind hochgefahren. Wieder fuehrte die Strasse durch superschoene Landschaft, in der Vicunas (die vornehmen Brueder der Lamas) vor uns ueber die Strasse springen und Wolken aus dem Nichts auftauchen und ebenso schnell wieder verschwinden.

IMG_2167 IMG_2126 Strassenblockade der Lamas                               Bus vor Berg                    IMG_2101  IMG_2069  IMG_2056 Auffahrt auf 4800                Bus im Morgennebel (von Ruth+Gustavo)                Campingrekord

Unser Nachtlager vor dem ultimativen Hoehenritt lag dann auf 4400 Metern ueber dem Meeresspiegel. Auf dem Parkplatz des Besucherzentrums haben wir bei wenig Sauerstoff in der Luft und kalten 2 Grad Celsius mehr schlecht als recht die Nacht verbracht. Zum Glueck haben wir dort noch 2 andere Overlander-Paerchen getroffen: Gustavo und Ruth aus Brasilien im T2 und Tobias und Jennifer aus Argentinien und USA im Toyota 4-Runner.

IMG_2158 unbeschreiblich schoene Mondlandschaft – So etwas gibt es nur hier!IMG_2107 IMG_2089

Am naechsten Morgen hiess es dann AUFSTIEG! Mit dem Bulli haben wir unseren neuen Hoehenrekord nochmal getoppt und sind sage und schreibe auf 4853 Meter hoch gefahren. Wegen des geringen Sauerstoffgehalts laeuft der Bulli sehr fett in dieser Hoehe und nur mit ca. 400 Umdrehungen pro Minute. Nachdem der Vergaser etwas magerer gestellt war, war dann auch die Kraft wieder da! Durch eine solche Mondlandschaft zu fahren, ist wirklich ein Highlight und fuer uns nochmal die Bestaetigung, warum wir die Panamerikana fahren wollen!

IMG_2130 Hoehenrekord fuer den Bus – wer bricht ihn?                       IMG_2047  IMG_2149 Was ist das denn fuer ein komisches blaues Teil?                                                    Bergromantik

Zu Fuss sind wir dann nochmal eine Stunde gewandert und haben die 5000 Hoehenmeter geknackt. Bei genau 5049 Metern ueber dem Meeresspiegel hatten wir dann genug und sind wieder abgestiegen, um erstens noch etwas Spielraum fuer weitere Rekorde zu lassen und zweitens um eins der leckeren Sandwiches zu essen, die in der Berghuette angeboten wurden.

IMG_2134 IMG_2135 IMG_2145 IMG_2144 Ganz schoen duenne Luft hier oben: beim Wandern alle 50 Meter eine Pause

Die letzten Tage sind wir dann bis nach Cuenca, im Sueden von Ecuador, weitergefahren, wo wir im Moment am Paradies-Park stehen. Der Platz ist als Treffpunkt fuer Overlander und insbesondere Bullis bekannt und als wir mit Gustavo und Ruth hier ankamen, haben wir nicht schlecht gestaunt: Mit uns campen jetzt insgesamt 7 Bullis hier. In den naechsten Tagen bereiten wir hier noch alles fuer den Uebertritt nach Peru vor und spaetestens in 4 Tagen heisst es dann: Reiseland Nummer 12!

IMG_1971 Und nochmal der Cotopaxi (der in letzter Zeit wieder durch Aktivitaet geglaenzt hat)

@ Mamas: Uns gehts gut!

 

 

 

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