Tschuess Peru – Hallo Bolivien

IMG_3108 Land Nummer 13: Bolivien

Auch wenn wir mittlerweile sehr geuebt sind im Landeswechsel, sind Grenzuebertritte doch immer eine kleine Aufregung fuer uns. Wie wird es laufen? Wie lange wird die Aufenthaltsgenehmigung sein? Brauchen wir spezielle Kopien und vor allem: Werden wir nach der Autoversicherung gefragt, die wir noch nicht haben? Der Grenzuebertritt nach Bolivien war jedoch in unseren Augen mit der Einfachste, den wir je hatten. Nach 30 Minuten Gesamtzeit hatten wir unsere Stempel im Pass und das Auto importiert. Im Gegensatz zu anderen Reisenden vergass der Zollbeamte bei unserem Geplappere ueber die Vorzuege eines Bullis sogar nach der Autoversicherung zu fragen und der kleine Schmier-Obulus an die heilige Jungfrau Maria entfiel!

IMG_3045 IMG_3111 Lackarbeiten mit Nagellack

Unsere erste Station auf der anderen Seite der Grenze war Copacabana. Der kleine Wallfahrtsort am Titikakasee war eigentlich nur als einmalige Uebernachtungsmoeglichkeit in unseren Plaenen vorgesehen. Aus der einen Nacht wurden am Ende aber 4 Tage. Es war einfach zu schoen dort, um direkt weiter zu fahren. Der See ist auf der bolivianischen Seite viel schoener als in Peru. Abseits der dreimal im Jahr stattfindenden Wallfahrt nach Copacabana ist es ruhig in dem schoenen Ort, der fuer gute Forellen und die taeglich stattfindende Autosegnung bekannt ist.

IMG_3062 IMG_3071 Sonnenuntergang am Titikaka See                                    Die Wallfahrtskirche von CopacabanaIMG_3035 IMG_3007 Rast am See                                                                                                                  Wandgemaelde

Forelle gab es fuer uns auch: An der Strandpromenade stehen dafuer die beruehmten Garkuechen bereit. Insgesamt sind es 22 an der Zahl. Das einzige Problem fuer den Touristen ist es nun, die beste von ihnen zu erwischen. Da die Speisekarte ueberall gleich ist, haben wir uns einfach dahin gesetzt, wo die meisten Bolivianer sassen und zwei wirklich leckere Forellen gegessen.

IMG_3053   IMG_3050Unsere Forellenkoechin                                                     Forellen in allen Zubereitungsrichtungen

Und Sonntags wurde dann unser Auto gesegnet. Die Segnung findet immer um 10 Uhr morgens und um 2 Uhr am Nachmittag statt. Eine Stunde vor diesen Terminen finden sich dann die auserwaehlten Autos auf dem Platz vor der grossen Kirche ein. Indigene Frauen schmuecken dann gegen kleines Geld das Auto mit bunten Blumengestecken und Rosenketten. Allerlei Schnickschnack von Heiligenfiguren ueber Feuerwerk und Sekt wird hier ebenfalls angeboten. Um kurz nach 2 Uhr kam dann fuer uns der Priester und Tat sein Werk in Gottes Auftrag. Dabei war er sehr gruendlich. Um auch die Fahrerkabine und den Motor mit dem geweihten Wasser zu segnen musste Gorm die Fahrertuer und die Motorklappe auf Kommando aufmachen. Was fuer manche Bolivianer eine wichtige und ernste Angelegenheit ist, war fuer uns eine schoene Moeglichkeit, am lokalen Leben teilzunehmen – und natuerlich den Bus zu schmuecken.

IMG_3074 Indigene Frauen schmuecken die zu segnenden Autos mit grosser Sorgfalt

IMG_3085  IMG_3090 Der Priester tut sein Werk                                                         Abschlussfoto – Im Preis inbegriffenIMG_3084  IMG_3096 Der Star, die Schmuckstaende und die Kirche                                            Hoch oben in den Anden

Als wir uns dann endlich von Copacabana losreissen konnten, ging es mit den dort wieder getroffenen Freunden Bart und Yusti aus Polen in Richtung Regierungsstadt La Paz! Von anderen Reisenden hatten wir schon gehoert, dass auf dem Weg eine „abenteuerliche Faehrfahrt“ bevorsteht, aber unter Faehre hatten wir uns etwas anderes vorgestellt! Als wir den Kapitaen fragten, ob auch das Auto sicher ankommt, hiess es nur „Claro – Aqui no pasa nada!“ „Klaro, hier gehts nichts schief“. Ob man dem glauben kann?

IMG_3100  IMG_3104 Sicher, dass wir bis ans andere Ufer kommen?                                Schwankende Angelegenheit

Da in La Paz angeblich der chaotischste Verkehr in ganz Suedamerika herrscht, entschieden wir uns fuer eine weitraeumige Umfahrung. Insgesamt 62 Km Dirtroad –  also ungeteerte Strasse – absolvierten wir, bis wir einigermassen aus dem huegeligen Grossstadtdschungel raus waren. Auch wenn eine solche Strecke auf schlechter Strasse eine echte Strapaze fuer Maschine und vor allem Mensch ist, ist es doch meistens sehr interessant, da man Einblicke in das Land bekommt, die den meisten Reisenden verborgen bleiben. Wir sahen zum Beispiel aus getrockneten Kuhfladen gebaute Haeuser oder unvollendete Mauerkomplexe, deren Sinn uns bis zum Ende nicht ersichtlich war. Vielleicht sind die nur dazu da, das Land zu „besetzen“. Etwas weiter im Sueden liessen wir dann unser Auto stehen und sind mit oeffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt gefahren, um endlich unsere Autoversicherung abzuschliessen.

IMG_3127 IMG_3130 Die Kordilliere der Koenige auf dem Weg nach La Paz                                    KuhfladenmauerIMG_3134 IMG_3117 Interessante Bebauungspolitik in den Aussenbezirken von La Paz               Roadtrip-Romantik

Als wir dann gestern in die Stadt kamen, war irgendwie alles weniger chaotisch als gedacht. Der Verkehr ist zwar unuebersichtlich, aber der Rest der Stadt wirkt wie ein Mix aus moderner und indigener Kultur. Waehrend wir auf die Fertigstellung unserer Versicherungspapiere warteten, verbrachten wir zo zum Beispiel mehrere Stunden in einem klassischen Kaffeehaus oder streiften durch Stadtbezirke, die von kleinen Laeden verstopft sind. Besonders effizient sind auch in La Paz die ueberall in Suedamerika anzutreffenden Seilbahnen, die als oeffentliches Verkehrsmittel eingesetzt werden.

IMG_3047  IMG_3048 Katzenbesuch im Bus

Gestern ging es dann auf direktem Weg nach Uyuni, der Versorgungsstadt an der groessten Salzpfanne der Welt. Die naechsten Tage werden wir uns auf dem Salz vertreiben und hoffentlich den Bus nicht zu sehr mit dem rostfoerdernden Mineral einsauen.

@Mamas: Uns geht’s gut!

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