Manchmal sind alle Plaene hinfaellig..

 

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Da nimmt man sich zum beispiel vor, 300 Km am Tag zu fahren und am Ende sind es nur 100, die man geschafft hat: Die Carretera Austral ist teilweise so schoen, dass man garnicht drumher kommt, alle 5 Minuten anzuhalten und Fotos zo machen. Hinzu kommt, dass die Strasse oft in schlechtem Zustand ist und man mit 30 Km pro Stunde vorankommt.

IMG_5212  IMG_5170 IMG_5196  IMG_5192 Bulli-Bilder aus Suedamerika: Ist er nicht fotogen?

Besonders im suedlichen Teil der schoensten Strasse Suedamerikas ist uns aufgefallen, dass wir mehr Zeit beim fotografieren verbracht haben als hinter dem Lenkrad. Der Lago General Carrera leuchtet auf der linken Seite der Strasse tuerkis-blau, das spaetsommerlich ausgetrocknete Gras ist bereits gelb und im Hintergrund sind schneebedeckte Eisriesen und Gletscherfelder zu sehen. Es wirkt schon fast unreal, durch diese Landschaft zu fahren.

IMG_5257 IMG_5252 Camping-Leben am Ufer des Lago Buenos Aires … Sieht fast wie Urlaub aus!

Ueberall an der Strasse ist es einfach, einen Platz zum uebernachten zu finden: Da es so viele schoene Moeglichkeiten gibt, faellt manchmal sogar die Wahl schwer, fuer welchen Platz man sich entscheidet. „Eigentlich ist’s perfekt hier aber vielleicht kommt ja noch etwas besseres?“ Wir haben und fier einen Platz am See entschieden von dem aus man die komplette Bergkette des „Gran Campo de hielo norte“ sehen konnte.

IMG_5228  IMG_5287 Strassenblockade durch Waldbrand                       Guanacos grasen in unserem Garten

Doch irgendwann lag auch die schoene Carretera Austral hinter uns und wir sind bei Chile Chico wieder zurueck nach Argentinien gefahren. Ist die Vegetation auf der chilenischen Seite noch ueppig mit gruenen Baeumen und Straeuchern, ist man auf der argentinischen Seite nur noch in der Pampa unterwegs. Sie erstreckt sich ueber einen grossen Teil des Landes und besteht in unseren Augen fast nur aus gelb vertrocknetem Gras. Ab und zu sind ein paar Buesche.. Irgenwie fast langweilig.

IMG_5258  IMG_5415 Abendstimmung an einem See                              Andencondor

Da die Entfernungen weit sind in Argentinien mussten wir ein paar Fahrtage einlegen. Der schoenste davon war der, an dem wir am lago Cardiel vorbeigefahren sind. Und selbst da ist nur die Stimmung an unserem Uebernachtungsplatz bemerkenswert. Wir sind irgendwann einfach von der Strasse abgebogen und haben uns zu ein paar Guanacos ins trockene Gras gestellt. Eine halbe Stunde spaeter jedoch hat sich ueber uns ein Gewitter zusammengebraut, waehrend die Untergehende Sonne vom Horizont noch das Land beleuchtete. Tolle Stimmung:

IMG_5267 IMG_5270 IMG_5282 Abendstimmung in der Pampa Patagoniens.. Oben Gewitter, unten Sonne

Die viele Fahrerei kann auch mitunter sehr anstrengend sein. Starke patagonische Winde lassen den kleinen Bus auf der Strasse umhertanzen und einmal wurde uns sogoar leider wieder das Hochdach hochgerissen, weswegen wir es zusaetzlich mit einem Spanngurt festmachen mussten. Nicht so schoen auf den Fotos aber Sicherheit geht vor!

IMG_5421  IMG_5437 Wenn ein VW-Bus auf einen anderen VW-Bus trifft, gehts meistens erstmal gemeinsam weiter

Das erste touristische Ziel in Argentinien war dann El Chalten mit den weltbekannten Bergen Cerro Torre und Mt. Fitz Roy im Fitz-Roy-Massiv. Die spektakulaere Anfahrt und die vielen Overlander, die sich dort versammeln wird uns lange in Erinnerung bleiben. Genauso wie die Wanderungen, die wir in der Umgebung gemacht haben.

IMG_5310 Links die Zacken: Cerro Torre – In der Mitte die grosse Spitze: Mt. Fitz-Roy – Darunter: Superbus

Der erste Tagestrip fuehrte uns bei schlechtem Wetter 20 Km weit bis an die Laguna Torre und zurueck. Da man aber ueberhaupt nichts von den Sehenswuerdigkeiten erspaehen konnte, waren wir am Anfang der zweiten Wanderung etwas demotiviert. Gluecklicherweise klarte das Wetter auf und wir hatten den perfekten Blick auf den Fitz Roy und das komplette Massiv.

IMG_5335  IMG_5343 Eine Beruehmtheit unter den Bergen: Mount Fitz-Roy in Santa Cruz, Argentinien

Und dann war da noch das Patagonien Highlight schlechthin: Der Gletscher Perito Moreno:  Die 60 Meter hoch in den Himmel ragende und 5 Kilometer breite Gletscherzunge endet direkt im Lago Argentino und wer etwas Zeit mitbringt, der sieht riesige Eisbloecke abbrechen, die unter lautem Getose als Eisberge im See weiterschwimmen. IMG_5394 Der Perito Moreno in voller Pracht: 5Km breit, 60 Meter hoch und 14 Km langIMG_5399  IMG_5351 Warten in der Kaelte auf Abbrueche

Wir haben einen ganzen Morgen am Gletscher verbracht und sind auf den ordentlich angelegten Wegen von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt gelaufen. Je nachdem wie weit der noch wachsende Gletscher vorgedrungen ist, kann man sehr nah an die Gletscherwand heran. Nach einem kurzen Mittagsschlaf auf dem Besucherparkplatz sind wir dann am Nachmittag nochmal zum Gletscher und haben weitere 3 Stunden auf abbrechende Eiskloetze (im Ausmass von Hochhaeusern) gewartet.

IMG_5401 IMG_5388 Der Wind kommt meistens vom Gletscher und ist eisig! Gut, wer eine Thermoskanne hat!IMG_5390 IMG_5382 Unser Patagonien-Highlight..Insgesamt haben wir 8 Stunden am Gleschter verbracht

Mittlerweile sind wir im Endspurt unseres Abenteuers. Wir haben zum vorletzten Mal die Chilenische Grenze passiert, treiben uns in der Naehe des Nationalparks „Torres del Paine“ herum und werden in den naechsten Tagen nach Feuerland weiterfahren.

@Mamas: Uns geht’s prima!

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