Nicht so gute Neuigkeiten!

Einige von euch haben es ja sicher schon mitgekriegt: Wir wurden am Freitag Nacht gegen 22 Uhr auf der Interstate 10 zwischen Phoenix und Californien in einen Unfall verwickelt.

Aber von vorne: Wir fahren mit ca. 80 km/h auf der rechten Spur als aus dem Nichts ploetzlich von der Ueberholspur ein weisser Toyota in unsere Fahrerseite einschlaegt. Gorm sieht noch das sich schnell auf uns zubewegende Licht und dann geht es in weniger als einer Sekunde los: Zuerst schlaegt der Toyota mit der Schnauze vorne in die Fahrertuer und das Knieblech ein und dann mit dem Heck in unsere Flanke. Der Bus bricht nach rechts aus und das ist der schlimmste Moment, da diese Sekunden darueber entscheiden: kippt er – kippt er nicht – gefuehlt auf 2 Raedern – gegenlenken, dann den Bus zur anderen Seite ausbrechen sehen. Wieder gegenlenken und dabei korrigieren und versuchen die Schwingbewegung nicht aufzuschaukeln. Das ganze 3 mal, dann faengt Gorm ihn doch irgendwie und kann bremsen. Wir kommen hinter dem Toyota zum Stehen. Wir sind OK! Gorm kann nicht aussteigen, da die Tuer blockiert. Die Frau aus dem Toyota kommt auf uns zugelaufen, ist also auch OK. Warnblinker an, aussteigen zur Beifahrerseite und vom Bus entfernen. Die Frau ist schon an ihrem Handy und ruft die Polizei. Dann versucht sie sich zu erklaeren und faselt etwas von einem Skorpion, der sie erschreckt haette, waehrend sie mit ihrem Smartphone nach der naechsten Tankstelle gesucht hat. Sie ist wohl links vom Weg abgekommen, hat sich erschreckt und dann nach rechts gezogen. Bam! Der Bus sieht uebel aus. Das Knieblech wurde direkt neben Gorms Fuss hoch in die Tuer gedrueckt. Beide Panels hinten sind eingedrueckt, der Lack ist ab, Spachtelmasse aufgeplatzt, die Stossstange vorne ist verbogen und ueberall sind Spuren von den Reifen des Toyotas. Wir holen die Taschenlampe mit Blinkfunktion aus dem Bus und legen sie hinten auf den Bus als zusaetzliche Sicherung der Unfallstelle.

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Da wir ca. 60 km von der naechsten Stadt oder Siedlung ueberhaupt entfernt sind, dauert es ewig bis der Polizist eintrifft. Er ist sehr freundlich und erklaert uns die Prozedur. Er nimmt unsere und die Daten der Unfallverursacherin auf und schreibt ein Protokoll. Dann untersucht er unseren Bus uns sagt, dass es ja nur Kosmetik sei und da der Bus das Ganze wie ein Panzer weggesteckt hat, koennen wir losfahren. Wir versichern uns nochmal, dass im Protokoll die 20-Jaehrige Fahrerin als Verursacherin steht und fahren dann tatsaechlich einfach weiter. Der Bus laesst sich sehr gut fahren und man merkt erstmal keinerlei Beeintraechtigung. Schon erstaunlich, wie gut dieses 41 Jahre alte Fahrzeug alles weggesteckt hat. Auch wie sich der Bus beim Schleudern fangen liess: gut. Um 3 Uhr nachts kommen wir an der naechsten ca. 25 km entfernten Raststaette an und parken dort um etwas Ruhe zu finden, was nicht richtig klappt. Ausserdem wartet noch formeller Kram auf uns. Da es hier Mitten im Nirgendwo kein oeffentliches Telefon gibt, duerfen wir das Handy der Kassiererin im Truckstop benutzen, um unsere Versicherung anzurufen und legen uns danach hin. Schlaf finden wir nur sehr wenig. Nach 4 Stunden ist Gorm wieder hellwach und nach kurzem Fruehstuck geht es weiter. Wir fahren bis zum naechsten Ort und lassen uns vor einem McDonald nieder, wo wir Internet nutzen, um zu kommunizieren. Ein freundlicher Polizist ist besorgt, dass wir waehrend der Reperatur des Busses keinen Schlafplatz haben und schenkt uns ein Zelt. Generell treffen wir in dieser ungluecklichen Situation so viele freundliche Leute, die uns aufmuntern.

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Da Wochenende war, konnte nichts in Sachen Versicherung oder Reperatur unternommen werden und wir sind, um uns von dem Schock zu erholen, doch noch in den Joshua Tree National Park gefahren, wo wir uns 2 Naechte Campingplatz gegoennt haben. Die erste Nacht haben wir aufgrund des Schlafmangels in der Vornacht ca. 12 Stunden lang geschlafen und uns gut erholt. Dann sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Wir hatten am Campingplatz auch sehr freundliche Nachbarn aus Koeln, die am Ende einer USA-Tour mit Wohnmobil waren und uns ihre kompletten Reste aus dem Wohnmobil geschenkt haben. Unter anderem 12 Rollen Klopapier

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Wie es jetzt weiter geht, steht noch nicht fest. Die Versicherung kommt hoffentlich fuer die Behebung des Schadens in einer ordentlichen Werkstatt auf und wir koennen in nicht allzu viel Zeit unser Busjen wieder gesund sehen. Das Ganze wirft unsere Reiseplaene aber doch etwas durcheinander, da wir, wenn der Bus in einer Werkstatt ist, damit natuerlich nicht herumfahren koennen.

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Wir werden sehen!

Das Wichtigste ist allerdings: Uns geht es zum Glueck immernoch gut!

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2 Gedanken zu „Nicht so gute Neuigkeiten!

  1. Jo Berg

    Hallo Gorm und Eli,
    habe mich bis jetzt noch nicht bei euch gemeldet, aber seit dem ich euren Reisebericht entdeckt habe, bin ich total hin und weg… Ich habe euch über euren Sponsor O.K. Bus gefunden!!Ich habe auch eine T2.
    Es ist toll zu sehen, dass anderer Menschen ihren Traum leben und erleben. Ich habe mich das leider nicht getraut, als ich noch jünger war. Vieleicht schaffe ich das ja mal später…
    Bin froh, dass ihr den Unfall gut überstanden habt und es hoffentlich für euch bald weiter geht auf den Weg eures Traumes. Ich bin so frei und werde euch weiter begleiten und daran teilhaben. In meinem Alltag ist es wie einbischen Urlaub und Freiheit. Bleibt Gesundt und Munter
    Liebe Grüße Jo

    Antworten
    1. gormi Artikelautor

      Hallo Jo,
      Vielen Dank fuer deine freundliche Nachricht. Uns freut es sehr, dass sich so viele Menschen an unserer Reise begeistern koennen. Bis jetzt hatten wir auch eigentlich nur gute Eindruecke und viele nette Begegnungen. Klar, in den letzten Tagen seit unserem Unfall ist es nicht gerade das, was wir uns vorgestellt haben, aber vielleicht gehoert ja auch das dazu. Wir sind im Moment in San Bernardino in Californien und stehen auf dem Hof einer auf alte Vw’s spezialisierten Werkstatt. Morgen kommt wohl ein Gutachter und ueberprueft den Kostenvoranschlag der Werkstatt. Da wir natuerlich alles moeglichst schnell regeln moechten, ist die warterei nicht das, was wir uns an Quality time in Californien vorstellen. Naja, fuer Amerikanische Verhaeltnisse scheint trotzdem alles recht schnell zu gehen. Die Versicherung wird unsere Reperatur bezahlen und wir bekommen waehrend wir das Fahrzeug in der Werkstatt haben wohl einen Mietwagen und Hotels bezahlt.
      So einen Traum zu leben ist nicht so schwer, wie man sich vorstellt. Wir geben weniger Geld aus, als 90% der Menschen vermuten wuerden und im Endeffekt ist „endlich anzufangen“ das schwerste, was einem im Wege steht. Die Entscheidung auszubrechen ist nicht einfach. Naja, wir wollen mal nicht jammern!
      Wir freuen uns jedenfalls, dass du „an Bord“ bist!
      Eli und Gorm

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