Tschuess Peru – Hallo Bolivien

IMG_3108 Land Nummer 13: Bolivien

Auch wenn wir mittlerweile sehr geuebt sind im Landeswechsel, sind Grenzuebertritte doch immer eine kleine Aufregung fuer uns. Wie wird es laufen? Wie lange wird die Aufenthaltsgenehmigung sein? Brauchen wir spezielle Kopien und vor allem: Werden wir nach der Autoversicherung gefragt, die wir noch nicht haben? Der Grenzuebertritt nach Bolivien war jedoch in unseren Augen mit der Einfachste, den wir je hatten. Nach 30 Minuten Gesamtzeit hatten wir unsere Stempel im Pass und das Auto importiert. Im Gegensatz zu anderen Reisenden vergass der Zollbeamte bei unserem Geplappere ueber die Vorzuege eines Bullis sogar nach der Autoversicherung zu fragen und der kleine Schmier-Obulus an die heilige Jungfrau Maria entfiel!

IMG_3045 IMG_3111 Lackarbeiten mit Nagellack

Unsere erste Station auf der anderen Seite der Grenze war Copacabana. Der kleine Wallfahrtsort am Titikakasee war eigentlich nur als einmalige Uebernachtungsmoeglichkeit in unseren Plaenen vorgesehen. Aus der einen Nacht wurden am Ende aber 4 Tage. Es war einfach zu schoen dort, um direkt weiter zu fahren. Der See ist auf der bolivianischen Seite viel schoener als in Peru. Abseits der dreimal im Jahr stattfindenden Wallfahrt nach Copacabana ist es ruhig in dem schoenen Ort, der fuer gute Forellen und die taeglich stattfindende Autosegnung bekannt ist.

IMG_3062 IMG_3071 Sonnenuntergang am Titikaka See                                    Die Wallfahrtskirche von CopacabanaIMG_3035 IMG_3007 Rast am See                                                                                                                  Wandgemaelde

Forelle gab es fuer uns auch: An der Strandpromenade stehen dafuer die beruehmten Garkuechen bereit. Insgesamt sind es 22 an der Zahl. Das einzige Problem fuer den Touristen ist es nun, die beste von ihnen zu erwischen. Da die Speisekarte ueberall gleich ist, haben wir uns einfach dahin gesetzt, wo die meisten Bolivianer sassen und zwei wirklich leckere Forellen gegessen.

IMG_3053   IMG_3050Unsere Forellenkoechin                                                     Forellen in allen Zubereitungsrichtungen

Und Sonntags wurde dann unser Auto gesegnet. Die Segnung findet immer um 10 Uhr morgens und um 2 Uhr am Nachmittag statt. Eine Stunde vor diesen Terminen finden sich dann die auserwaehlten Autos auf dem Platz vor der grossen Kirche ein. Indigene Frauen schmuecken dann gegen kleines Geld das Auto mit bunten Blumengestecken und Rosenketten. Allerlei Schnickschnack von Heiligenfiguren ueber Feuerwerk und Sekt wird hier ebenfalls angeboten. Um kurz nach 2 Uhr kam dann fuer uns der Priester und Tat sein Werk in Gottes Auftrag. Dabei war er sehr gruendlich. Um auch die Fahrerkabine und den Motor mit dem geweihten Wasser zu segnen musste Gorm die Fahrertuer und die Motorklappe auf Kommando aufmachen. Was fuer manche Bolivianer eine wichtige und ernste Angelegenheit ist, war fuer uns eine schoene Moeglichkeit, am lokalen Leben teilzunehmen – und natuerlich den Bus zu schmuecken.

IMG_3074 Indigene Frauen schmuecken die zu segnenden Autos mit grosser Sorgfalt

IMG_3085  IMG_3090 Der Priester tut sein Werk                                                         Abschlussfoto – Im Preis inbegriffenIMG_3084  IMG_3096 Der Star, die Schmuckstaende und die Kirche                                            Hoch oben in den Anden

Als wir uns dann endlich von Copacabana losreissen konnten, ging es mit den dort wieder getroffenen Freunden Bart und Yusti aus Polen in Richtung Regierungsstadt La Paz! Von anderen Reisenden hatten wir schon gehoert, dass auf dem Weg eine „abenteuerliche Faehrfahrt“ bevorsteht, aber unter Faehre hatten wir uns etwas anderes vorgestellt! Als wir den Kapitaen fragten, ob auch das Auto sicher ankommt, hiess es nur „Claro – Aqui no pasa nada!“ „Klaro, hier gehts nichts schief“. Ob man dem glauben kann?

IMG_3100  IMG_3104 Sicher, dass wir bis ans andere Ufer kommen?                                Schwankende Angelegenheit

Da in La Paz angeblich der chaotischste Verkehr in ganz Suedamerika herrscht, entschieden wir uns fuer eine weitraeumige Umfahrung. Insgesamt 62 Km Dirtroad –  also ungeteerte Strasse – absolvierten wir, bis wir einigermassen aus dem huegeligen Grossstadtdschungel raus waren. Auch wenn eine solche Strecke auf schlechter Strasse eine echte Strapaze fuer Maschine und vor allem Mensch ist, ist es doch meistens sehr interessant, da man Einblicke in das Land bekommt, die den meisten Reisenden verborgen bleiben. Wir sahen zum Beispiel aus getrockneten Kuhfladen gebaute Haeuser oder unvollendete Mauerkomplexe, deren Sinn uns bis zum Ende nicht ersichtlich war. Vielleicht sind die nur dazu da, das Land zu „besetzen“. Etwas weiter im Sueden liessen wir dann unser Auto stehen und sind mit oeffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt gefahren, um endlich unsere Autoversicherung abzuschliessen.

IMG_3127 IMG_3130 Die Kordilliere der Koenige auf dem Weg nach La Paz                                    KuhfladenmauerIMG_3134 IMG_3117 Interessante Bebauungspolitik in den Aussenbezirken von La Paz               Roadtrip-Romantik

Als wir dann gestern in die Stadt kamen, war irgendwie alles weniger chaotisch als gedacht. Der Verkehr ist zwar unuebersichtlich, aber der Rest der Stadt wirkt wie ein Mix aus moderner und indigener Kultur. Waehrend wir auf die Fertigstellung unserer Versicherungspapiere warteten, verbrachten wir zo zum Beispiel mehrere Stunden in einem klassischen Kaffeehaus oder streiften durch Stadtbezirke, die von kleinen Laeden verstopft sind. Besonders effizient sind auch in La Paz die ueberall in Suedamerika anzutreffenden Seilbahnen, die als oeffentliches Verkehrsmittel eingesetzt werden.

IMG_3047  IMG_3048 Katzenbesuch im Bus

Gestern ging es dann auf direktem Weg nach Uyuni, der Versorgungsstadt an der groessten Salzpfanne der Welt. Die naechsten Tage werden wir uns auf dem Salz vertreiben und hoffentlich den Bus nicht zu sehr mit dem rostfoerdernden Mineral einsauen.

@Mamas: Uns geht’s gut!

Pinguine, geheimnisvolle Linien, Alpakas und dann ins Inkareich

IMG_2731 In Serpentinen geht es ueber die Anden -Kilometer fuer Kilometer

Der Humboldt-Strom ist fuer seine kalten Wassermassen bekannt, die er entlang der Westkueste von Suedamerika in Richtung Norden transportiert Besonders bis ca. auf die Hoehe von Lima sind die Stroemungen kuehl genug, um auf einzelnen Inseln Pinguine zu beheimaten. Der noerdlichste Punkt auf dieser Welt, an dem man angeblich die lustigen Tollpatsche sehen kann, sind die Islas Ballestas, die vor dem Paracas Nationalpark liegen.

IMG_2663 IMG_2665 Mit dem Speedboot zu den Pinguinen              Bootsromantik im Hafen von ParacasIMG_2691 IMG_2692 Pelikane, die anders aussehen als die, die wir noch aus Mexico kennen

Da Eli die Pinguine gerne sehen wollte, haben wir nach harten Verhandlungen mit der Ticketverkaeuferin pro Nase 25 Sol in die Tasche des Bootskapitaens eingezahlt und sind mit einem Schnellboot ab zu den Inseln. Nach einem kurzen Stopp am „Candelabro“, einem in den Sand gemalten Dreizack, sind wir dann bei den beruehmten Inseln angekommen. Millionen von Seevoegeln treiben sich dort rum und ueberziehen die blanken Felsen mit weissem Kot, der alle 6 Jahre als Guano (Duenger) abgebaut wird. Eine Zeit lang war dieser Kot das wertvollste Exportgut Perus – was sagt das ueber ein Land aus?

IMG_2677 IMG_2688 Pinguine                                                                                 Und der Seeloewen-BossIMG_2669 IMG_2662 Dreizack im Sand an der Kueste                            Hafenromantik zum Zweiten

Die „Nasca-Linien“ – Davon haben die meisten schonmal etwas gehoert! Es sind uralte Linien im Sand der Wueste ueber dem Staedchen Nasca, die gleichsam geheimnisvoll und kunstfertig vor vielen Jahren in den kargen Wuestenboden gezogen wurden. Die gemalten Figuren sind von so grossem Ausmass, dass man sie am besten mit einem Rundflug erkundet. Da aber von allen Seiten vor sehr hohen Absturzquoten berichtet wird, haben wir uns gegen dieses Abenteuer entschieden und sind lediglich auf den ca. 10 Meter hohen Aussichtsturm geklettert, der direkt an der Panamerikana steht. Von da aus kann man 2 Figuren sehen und eine nur noch ein bisschen: Irgendwohin musste ja auch die Panamerikana gebaut werden….. Was sind da schon 3000 Jahre alte Zeichnungen?

IMG_2708 IMG_2693 Die Panamerikana ist mitten durch die Nasca-Linien gebaut                               850.000: Yeah!IMG_2713 IMG_2714 Die Linien vom Aussichtsturm aus

Und dann kam mal wieder Roadtrip-Romantik auf. Von Nasca aus fuehrt die Strasse ca. 700 Km durch die Berge ins Reich der Inka nach Cusco. Vom Meeresspiegel geht es auf den ersten 180 Kilometern auf ca. 4600 Meter Hoehe und dann wieder hinunter auf 1800, um kurz darauf wieder auf fast 4000 aufzusteigen. Unzaehlbare Kurven fuegen sich zu rieseigen Serpentinen-Bildern zusammen, die man erst so richtig erkennt, wenn man von oben zurueck schauen kann.

IMG_2735 IMG_2789 Vikuna                                                                                                                             BerglandschaftIMG_2765 IMG_2769 Picknick an einer Laguna am Strassenrand                                                                           ALpakaIMG_2762 Flamingos

Wirklich schoen ist der erste Abschnitt, da ueberall am Strassenrand an Berglagunen Alpakas, Vikunas, Lamas und Guanakos die verdorrte Berglandschaft nach Grashalmen absuchen. An einer besonders blauen Lagune haben wir sogar mehrere Flamingos gesehen und Eli hat sich mit der Kamera angepirscht.

IMG_2745 Campspot auf 3800m Hoehe. Hier hat der Himmel Abend die schoensten Farben

Und dann ein kleiner Exkurs zur Landeskunde bzgl. Peru: Wir kriege ich einen Fuehrerschein im wilden Andenland? Ganz einfach: Man meldet sich bei einem der vielen Pruefungszentren nahe einer Stadt und absolviert einen Parcour, der wie auf einem Grundschulhof auf den dazugehoerigen riesigen Parkplatz gemalt ist. Links und rechts der Fahrbahn sind Gummireifen als Puffer aufgestellt und wenn man die Schilder und Ampeln zu deuten weiss, ist der Lappen sicher! So hat man seinen Fuehrerschein, ohne jemals wirklich auf der Strasse als Fahrzeugfuehrer unterwegs gewesen zu sein. Daraus resultiert dann eine risikobereite, egoistische, unvorsichtige und ruecksichtslose Fahrweise, die wir in noch keinem anderen Land so erlebt haben. Gefahren einschaetzen = Fehlanzeige! Vor Kurven wird erst ueberholt, wenn jemand entgegen kommt, wenn die Strasse nicht breit genug fuer 2 Autos ist und es am Abhang 200 Meter in die Tiefe geht, dann darf der an der Wand fahren, der die staerkere Nerven beim Dauerhupen besitzt und wenn man fuer einen Fussgaenger anhaelt, wird man rechts und links ueberholt und der Fussgaenger fast ueberfahren. Fuer Gorm ist es besonders schwer hier zu fahren und obwohl er sonst von sich behauptet, ein gelassener Fahrer zu sein, kommt es in Peru regelmaessig zu Nervenflattern, sodass dann Eli das Steuer uebernimmt!

IMG_2936 IMG_2937 IMG_2941 IMG_2943 Anstatt haesslicher Autounfaelle: Schoene Blumen in Peru

Die Region um Cusco und das heilige Tal war in den letzten Tagen dann unser Spielplatz. Hier gibt es an jeder Ecke Ruinen, die erkundet werden wollen und dann ist da die beruehmteste Attraktion Suedamerikas: Machu Picchu! Besonders teuer soll es dort sein und ein riesiger Aufwand, ueberhaupt in die Naehe zu kommen: „300 Dollar seid ihr bestimmt los, wenn ihr da hoch wollt.“

IMG_2857  Machu Picchu oder fuer und Mucho Peitscho – recht schnell waren wir hierher unterwegsIMG_2833  IMG_2931 Um 5 Uhr verlassen wir das Hotel                                                Die Inkastadt

Naja, wir haben nicht drauf gehoert und sind ohne den ganzen Tour-Schnickschnack losgefahren. Bis kurz hinter Santa Teresa kamen wir mit dem Bulli ueber windige Bergstrassen durch. An einem Wasserkraftwerk haben wir dann das „Busje“ abgestellt und sind zu Fuss an den Schienen des Touristenzuges bis nach Aguas Calientes, dem Ort unterhalb der Ruinen, gelaufen. Am naechsten Morgen um 5 Uhr in der Frueh ging es dann hinauf zu der beruehmtesten Siedlung der Inka. Stufe um Stufe, 400 Hoehenmeter auf knapp 2 Kilometern. Und dann lag die heilige Stadt vor uns, einfach so!

IMG_2827  IMG_2831 Immer an den Schienen entlang wandern wir nach Aguas Calientes                        Verboten!IMG_2860  IMG_2921 Making of: Machu Picchu Foto                                                 Detailansicht der Mega-AttraktionIMG_2908 IMG_2915 Baukunst der Inka –  Da geht keine Rasierklinge dazwischen                            Die Entdeckerin

So schnell wie wir oben waren, war der ganze Spass auch wieder vorbei. Machu Picchu ist wohl auf jeder Suedamerika-Reise ein Highlight, auf das man sich lange im Vorfeld freut, aber wenn man dann da ist, dann geht alles so schnell vorbei, dass man mitunter gar nicht realisiert, was man gerade erlebt hat. So ging es noch am gleichen Tag fuer uns die 12 Kilometer Fussmarsch zurueck nach Santa Teresa, wo wir in heissen Quellen unsere mueden Beine entspannen konnten, nette Reisebekanntschaften machten und uns gegenseitig immer wieder unglaeubig daran erinnerten, dass wir heute Machu Picchu besucht hatten.

IMG_2832 IMG_2753 Restaurant mit Laendertischen – Wir entschieden uns fuer Mexiko                Bus-Koch-Kunst

Auf dem Rueckweg nach Cusco haben wir noch weitere Inka-Staetten besucht, die auch schoen aber nicht ganz so spektakulaer wie Machu Picchu waren: das Argrarzentrum Moray und die Festungsstadt Pisaq, zu dessen Fusse es auch wieder ein farbenfrohes Markttreiben anzuschauen gab. Im Moment verbringen wir ein paar Ausruh-Tage in Cusco und begehen dann unsere naechste Etappe: Ueber den Titikaka-See nach Bolivien.

IMG_2963 IMG_2968 Die Ackerbauterassen von Moray                                 IMG_2958 IMG_2995 Handwerkskunst                                                                                                                    Baukunst

Und zu  guter Letzt: Wer in Ecuador, Peru oder Bolivien reist, stolpert frueher oder spaeter ueber „Cuy“. Uebersetzt heisst das „Meerschweinchen“ und anstatt als Haustier fuer die Kinder wird es hier hauptsaechlich als Speise im Restaurant angesehen. AUch wir haben uns durchgerungen und das kleine Tierchen gegrillt gegessen.  Schmeckt etwa so wie Huehnchen!

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IMG_2980 IMG_2975 IMG_2972 Unser Meerschweinchen – Abenteuer

@Mamas: uns gehts gut!

Peru

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Wenn man zu Hause in Europa eine Landesgrenze uebertritt, merkt man  oft nicht, dass man in ein anderes Land eingereist ist. Hier in Suedamerika kann das ganz anders passieren: Als wir die Grenze von Ecuador nach Peru ueberfahren haben, hat sich schlagartig die Bergwelt in karges Flachland verwandelt. Und am auffaelligsten: Links und rechts der Fahrbahn lagen ploetzlich Berge von Muell herum und die Menschen lebten in einfachsten Behausungen aus geflochtenen Strohmatten.

IMG_2223  IMG_2236 Willkommen in Peru, Grenzbruecke bei Macara                       Unser erster Eindruck des Landes

Der eigentliche Grenzprozess war wieder erstaunlich einfach. In weniger als einer Stunde Gesamtzeit hatten wir uns und den Bulli in Ecuador abgemeldet, sind ueber die Bruecke gefahren und haben auf der Gegenseite ordentlich in das Land eingecheckt. Fuer Peru braucht man auch wieder eine Versicherung, die uns der freundliche Herr dann auch nach kurzem Hin- und Her zum richtigen Preis verkauft hat

IMG_2353 IMG_2267 Interpretationsfrage                                                                         Kommen wir da noch vorbei ??

Wegen des kalten Humboldt-Stroms verdampft vor der Westkueste Perus kaum Wasser und daher ist die komplette Kueste bis nach Lima hinunter und noch weiter eine einzige grosse Wueste. Trotzdem wohnen und wohnten in dieser tristen Landschaft Menschen. Die Mochica und die Chimu besiedelten schon vor ueber tausend Jahren diesen Teil des Landes und machten durch kilometerlange Kanaele, die das wenige Wasser verteilten, das Land fruchtbar. Noch heute werden teilweise diese alten Kanaele, jedenfalls aber deren Techniken, benutzt.

IMG_2279 IMG_2298 Die beruehmte Archaeologin bei der Arbeit                                     Nationalgetraenk: Inca Kola

Wir haben uns natuerlich auch etwas auf den Spuren der beiden Volksgruppen bewegt. Da es wie gesagt hier kaum regnet, haben sie ihre Siedlungen fast ausschliesslich aus Lehm gebaut, der gut ueber die Jahre gehalten hat. Auch nachdem diese Kulturen ausstarben, standen die Siedlungen Jahrhunderte lang da. Bis 1998! In jenemm Jahr gab es durch das El Nino Phaenomen unvorstellbar viel Regen, der die Lehmgebaeude wie Wachs zusammengeschmolzen hat. In der einst groessten Stadt der Welt „Chan Chan“ steht heute also nicht mehr viel. Nur ein kleiner Teil der urspruenglichen Anlagen wurde wieder aufgebaut und man kann in etwa nachvollziehen, wie es hier einmal aussah.

IMG_2344 IMG_2341 Die Chimu-Metropole Chan Chan mit ihren auffaelligen Mustern in den LehmwaendenIMG_2272  IMG_2278 Im Museum der Grabstaetten von Sipan,                                                Nachbildung des Grabes

Fuer diese Kulturen war es auch besonders wichtig, ihre herrschende Klasse mit ordentlich Pomp und Grabbeigaben nach dem Tode zu beerdigen. Ueberall findet man Koenigsgraeber mit Gold- und Silberbeigaben und gerade 2010 wurden bei Sipan weitere Grabstaetten mit gigantischen Beigaben gefunden. Man sieht also: Hier ist noch einiges zu entdecken!

IMG_2258 IMG_2295 Wueste ueberall                   Wer genau hinsieht und vergroessert sieht die Steine der Pyramide

Peru ist wieder ein sehr grosses Land, weswegen wir schon gleich viel Strecke in Richtung Sueden hinter uns gebracht haben. In Puerto Chicama haben wir uns dann einen Tag lang ausgeruht und den Surfern auf der laengsten Linkshaender-Welle der Welt bei ihren Kunststuecken zugeschaut.

IMG_2329  IMG_2325Hoch ueber der beruehmten Welle                                                               Auch hier ist nur Wueste

Dann ging es auf zu einem Peru Highlight: In einer 180 Kilometer langen Zone nordoestlich von Lima liegt die weisse Kordilliere, die „Cordilliera Blanca“, die die hoechsten Berge Perus beheimatet. Sie gilt als eine der schoensten Bergketten der Welt und glaenzt mit Berglagunen, die tuerkis-blau-gruen schimmern. Man kann hier Gletscher bestaunen und je nachdem wo man sich befindet bis zu 10 schneebedeckte Gipfel auf einmal sehen.

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Unser Camp im Huascaran Nationalpark war genau an den Lagunas Llanganuco. Was sich in der Beschreibung noch als vollwertiger Campingplatz anhoert, ist beim Eintreffen eher eine Kuhweide, auf der mehrere vorwitzige Kuhfamilien ihr Unwesen treiben. Einige waren so neugierig, dass sie mit Ihren Koepfen fast im Innenraum unseres Busjens verschwanden. Deswegen und wegen der superschoenen Lage zwischen den steil aufragenden Bergen wird uns dieser Campground lange in sehr guter Erinnerung bleiben.

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Die vermutlich bekannteste Sehenswuerdigkeit in der Kordilliera Blanca ist die Lagune 69. Hell-leuchtendes, tuerkisfarbenes Wasser, das direkt aus den Gletschern in einen unbeschreiblich anzuschauenden kleinen See fliesst. Rings herum ragen Gletscherwaende in den Himmel und wenn man Glueck hat und die Sonne durch die Wolken durchkommt, entstehen wunderbare Bilder. Da lohnt der anstrengende 6-Stunden Marsch auf ueber 4600 Meter Hoehe!

IMG_2522  IMG_2514 Laguna 69 mit den umliegenden Gletschern            IMG_2490 IMG_2483 Bei der Wanderung

Heute haben wir dann die Hauptstadt Lima rechts von uns liegen gelassen und sind bis zum Paracas Nationalpark weitergefahren. Doch davon mehr im naechsten Bericht!

IMG_2627  Wer findet unser Zuhause in dieser schoenen Landschaft?IMG_2374 IMG_2373

@Mamas: Uns gehts gut!

 

Die Strasse der Vulkane und der hoechste Berg der Welt

Lautete die Ueberschrift des letzten Beitrags hier nicht „Viel mehr kann in einer Woche nicht passieren“? Die Wahrheit ist: Das muss wohl korrigiert werden. Seitdem wir in Ecuador sind, verfliegen die Tage regelrecht und wir erleben ein Highlight nach dem anderen! Insbesondere, seit wir vergangene Woche auf der „Avenida de los Volcanes“ – der Strasse der Vulkane unterwegs waren.

IMG_2111 Wir fahren auf den hoechsten Berg der Welt!

Suedlich von Quito, der hoechsten Hauptstadt der Welt geht es auf der sechsspurig ausgebauten Panamerikana im Wahnsinnstempo nach Sueden. Von den Vulkanen ist zunaechst nichts zu sehen, weswegen wir etwas enttaeuscht waren. Alles liegt unter einer dicken Wolkendecke, man kann teilweise kaum 50 Meter weit sehen. Wir hatten schon fast die Hoffnung aufgegeben, da passiert es ploetzlich: Von einem auf den naechsten Moment sind die Wolken weg und links von uns erhebt sich der beruehmte COTOPAXI in den Himmel, der erst vor wenigen Monaten erneut ausgebrochen ist, weshalb aktuell auch der gesamte Cotopaxi Nationalpark fuer den Tourismus gesperrt ist. Wir nutzen diese rare Gelegenheit, halten sofort neben der Strasse an und starten die Fotosession!

IMG_1969 IMG_1979 Vor dem Cotopaxi – ploetzlich waren die Wolken weg!

Nicht viel weiter im Sueden liegt der Ort Banos. Banos heisst uebersetzt sowas wie Bad oder Badezimmer und ist wohl namensgebend wegen der vielen Thermalquellen, die dort aus dem Boden kommen. Da wir aber von Oyacachi schon voellig „thermalisiert“ waren, gab es fuer uns nur ein Ziel in Banos: Den Aussichtspunkt „Las Antenas“. Nachdem man vom Ort ca. 1200 Hoehenmeter im ersten Gang hinter sich gebracht hat, kann man vom Nachbarberg aus auf den sehr aktiven Vulkan Tungurahua schauen. Ein praechtiges Schauspiel!

IMG_1999 Tungurahua in seiner vollen Pracht – ein atemberaubendes SpektakelIMG_2008 IMG_2019 Blick ins Tal                                                                   Zu mehr ist unsere Kamera nicht im Stande

Da wir Glueckspilze sind, herrschte meistens freie Sicht auf den Vulkan und weil wir manchmal unser Glueck garnicht glauben koennen, haben wir einen Campingplatz etwas unterhalb der Antennen gefunden, von dem aus wir sogar nachts den Vulkan bestaunen konnten. Unsere Kamera reicht zwar nicht aus, um gute Fotos von der Lava oder Asche zu machen, die orange-rot aus dem Krater geschleudert wird (s.o.), aber den Anblick werden wir sicher nie vergessen!

IMG_1950  IMG_1953 Manchmal muss man sich auch mal etwas goennen                                  Spuelen am MorgenIMG_2067  IMG_1982

Und dann das Highlight fuer diesen Artikel: Wer die Uebrschrift gelesen hat, fragt sich sicher: „Hae? Der hoechste Berg der Welt ist doch der Mount Everest?“ Ja, Stimmt! Aber nur, wenn man vom Meeresspiegel aus misst. Wenn man vom Erdmittelpunkt ausgeht, dann ist der Chimborazo, der hoechste Berg Ecuadors der hoechste Berg der Welt und fast 2 Kilometer hoeher als der Everest.

IMG_2119 IMG_2044 Der Chimborazo (6310m)                                                   Seine beruehmten Bewohner: Vicunas

Natuerlich lassen wir uns so ein Highlight nicht entgehen und da wir neuen Rekorden auch nicht grundsaetzlich abgeneigt sind, haben wir den Bulli nochmal vollgetankt und sind hochgefahren. Wieder fuehrte die Strasse durch superschoene Landschaft, in der Vicunas (die vornehmen Brueder der Lamas) vor uns ueber die Strasse springen und Wolken aus dem Nichts auftauchen und ebenso schnell wieder verschwinden.

IMG_2167 IMG_2126 Strassenblockade der Lamas                               Bus vor Berg                    IMG_2101  IMG_2069  IMG_2056 Auffahrt auf 4800                Bus im Morgennebel (von Ruth+Gustavo)                Campingrekord

Unser Nachtlager vor dem ultimativen Hoehenritt lag dann auf 4400 Metern ueber dem Meeresspiegel. Auf dem Parkplatz des Besucherzentrums haben wir bei wenig Sauerstoff in der Luft und kalten 2 Grad Celsius mehr schlecht als recht die Nacht verbracht. Zum Glueck haben wir dort noch 2 andere Overlander-Paerchen getroffen: Gustavo und Ruth aus Brasilien im T2 und Tobias und Jennifer aus Argentinien und USA im Toyota 4-Runner.

IMG_2158 unbeschreiblich schoene Mondlandschaft – So etwas gibt es nur hier!IMG_2107 IMG_2089

Am naechsten Morgen hiess es dann AUFSTIEG! Mit dem Bulli haben wir unseren neuen Hoehenrekord nochmal getoppt und sind sage und schreibe auf 4853 Meter hoch gefahren. Wegen des geringen Sauerstoffgehalts laeuft der Bulli sehr fett in dieser Hoehe und nur mit ca. 400 Umdrehungen pro Minute. Nachdem der Vergaser etwas magerer gestellt war, war dann auch die Kraft wieder da! Durch eine solche Mondlandschaft zu fahren, ist wirklich ein Highlight und fuer uns nochmal die Bestaetigung, warum wir die Panamerikana fahren wollen!

IMG_2130 Hoehenrekord fuer den Bus – wer bricht ihn?                       IMG_2047  IMG_2149 Was ist das denn fuer ein komisches blaues Teil?                                                    Bergromantik

Zu Fuss sind wir dann nochmal eine Stunde gewandert und haben die 5000 Hoehenmeter geknackt. Bei genau 5049 Metern ueber dem Meeresspiegel hatten wir dann genug und sind wieder abgestiegen, um erstens noch etwas Spielraum fuer weitere Rekorde zu lassen und zweitens um eins der leckeren Sandwiches zu essen, die in der Berghuette angeboten wurden.

IMG_2134 IMG_2135 IMG_2145 IMG_2144 Ganz schoen duenne Luft hier oben: beim Wandern alle 50 Meter eine Pause

Die letzten Tage sind wir dann bis nach Cuenca, im Sueden von Ecuador, weitergefahren, wo wir im Moment am Paradies-Park stehen. Der Platz ist als Treffpunkt fuer Overlander und insbesondere Bullis bekannt und als wir mit Gustavo und Ruth hier ankamen, haben wir nicht schlecht gestaunt: Mit uns campen jetzt insgesamt 7 Bullis hier. In den naechsten Tagen bereiten wir hier noch alles fuer den Uebertritt nach Peru vor und spaetestens in 4 Tagen heisst es dann: Reiseland Nummer 12!

IMG_1971 Und nochmal der Cotopaxi (der in letzter Zeit wieder durch Aktivitaet geglaenzt hat)

@ Mamas: Uns gehts gut!

 

 

 

Die erste Woche Ecuador; Viel mehr kann in einer Woche nicht passieren

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Ecuador, unser Reiseland Nr. 11, ist fuer unsere Reise ein ganz besonderes Land. Geht es doch von der Nordhalbkugel ueber den Aequator auf die Suedhalbkugel der Erde. Ausserdem ist es unser erstes Land, das sich so richtig nach Anden anfuehlt und in dem die indigene Bevoelkerung sehr praesent im Alltag ist. Wir haben letzten Montag die Grenze passiert und waere nicht der Strom waehrend der Abfertigung unserer Paesse ausgefallen, haette alles nur 20 Minuten gedauert.

IMG_1762 IMG_1768 Grenzuebergang ohne Strom                               1,48 US-Dollar fuer eine Gallone (3,81L)IMG_1769IMG_1785 IMG_1789 Vorzuegliche Strassen in Ecuador        Teilweise bis zu 8-Spurig ausgebaut:Die Panamerikana

Um es erstmal ruhig anzugehen, sind wir noch am gleichen Tag zur „Finca Sommerwind“ durchgefahren. Die Finca ist ein recht neues Produkt deutscher Auswanderer und schon ein Treffpunkt fuer Overlander geworden. Gorm konnte auch direkt seine Reparier-Liebe unter Beweis stellen und Joop bei der Reperatur der Bremsen seines riesigen Trucks unter die Arme greifen. Das hat Spass gemacht!

IMG_1774 IMG_1785Gorm hilft beim reparieren eines Trucks            Roter Piepmatz auf der Finca „Sommerwind“

Unser erstes Touri-Ziel in Ecuador war die Kraterlagune Cuicocha. Ein 14 KM langer Rundwanderweg fuehrt um die Lagune. Schoene Aussichten und schnell wechselndes Wetter sind dabei staendige Begleiter. So kamen auch wir nach dem Start in wunderbarem Sonnenschein nach ca. 2 Stunden in einen ordentlichen Regenschauer und mussten den Rest der Wanderung pitschnass machen. Trotzdem toll.

IMG_1799 IMG_1791 IMG_1793  IMG_1798 Die Kraterlagune Cuicocha – bekannt als die schoenste Lagune Ecuadors

Otavalo stand dann als naechstes auf dem Programm, ist es doch quasi ein Muss eines jeden Ecuador Reisenden. Ein kleiner, recht reicher Ort, der vom Tourismus und seinen Maerkten lebt. Jeden Tag ist Kunsthandwerker-Markt und Samstags sogar riesiger Markttag, inklusive Viehmarkt. Wir haben beides mitgenommen. Freitags sind wir Mitbringsel shoppend ueber den noch recht ruhigen Kunsthandwerker Markt und dann Samstags morgens um 7 Uhr auf den Viehmarkt, den wir echt beeindruckend fanden.

IMG_1815 IMG_1813  Marktfrauen bieten Kunsthandwerk und lassen gerne mit sich feilschen.IMG_1803 IMG_1804 Bunt, bunter, Otavalo                                            Auch abseits des Marktes schoen anzusehn

Ob es nun kleine Schafe sind, Schweinebabies, Huehner, Kuehe, Pferde, Esel oder die hier als Abendessen sehr beliebten Meerschweinchen – alles wird dort verkauft. Es wird gefeilscht und wenn das Meerschweinchen anstatt 5 Dollar (Ja, richtig, in Ecuador bezahlt man mit US-Dollar) 5,50 kosten soll, dann entbrennt auch schonmal ein Streit und das arme Tier fliegt durch die Luft zurueck in den Kaefig. Die Tiere werden an Stricken durch die Gegend gezogen, sodass der staunende Europaeer fast ein schlechtes Gewissen bekommt.

IMG_1822 IMG_1833 IMG_1836 Regenwetter – Gorm liegt im Schlamm       Schafe zu verkaufen, Ferkel auchIMG_1835  Schafsverhandlungen, diese beiden haben gerade 3 Schafe gekauft                 IMG_1843 IMG_1848 IMG_1823 Meerschweinchen fuer den Grill                                        Ein alter Hirte verkauft seine Schafe IMG_1850  IMG_1827 Empanadas (Teigtaschen) zu verkaufen                         Die Kuh-Sektion des ViehmarktesIMG_1834  IMG_1831

Und dann der Aequator: Wir hatten uns ja viel erhofft von der Ueberquerung der Trennungslinie zwischen Nord- und Suedhalbkugel. Aber anstatt grossem Pipapo war es ziemlich unaufregend. Man faehrt einfach so vor sich hin und haetten wir nicht ununterbrochen auf unser Navi gestarrt, haetten wir es vielleicht garnicht mitgekriegt. Weil wir aber so aufmerksam waren, konnten wir den Uebertritt doch bewusst begehen: Mit der Schnauze des Bullis auf der Suedhalbkugel, mit dem Hintern noch im Norden; trotzdem eine Sache von Sekunden und bei stroemendem Regen nur ncoh halb so aufregend.

IMG_1855 IMG_1852  Auf der rechten Seite des Navis: 00.00.000 Grad, Genau auf dem Aequator, Eli ist noch auf der Nordhalbkugel waehrend Gorm  von der Suedhalbkugel das Bild macht. IMG_1860 IMG_1864Schild, das anzeigt, wo man sich gerade befindet. Das Werbeschild darunter verdeckt der Bus

Wir sind dann zu einem „Geheimtipp“ aufgebrochen. Die heissen Quellen von Oyacachi kommen mit ca. 70 Grad Celsius aus dem Boden und werden dann mit ca. 40 Grad in Becken geleitet, in denen man dann stundenlang die Finger aufweichen lassen kann. Das senfgelbe Wasser riecht nur leicht schwefelig, was dem Spass aber keinen Abbruch tut.

IMG_1869 IMG_1865Das senfgelbe Wasser ist 45 Grad Celsius heiss, draussen hat’s nur ca. 10 Grad

Das wirkliche Highlight an den heissen Quellen war aber die Fahrt dahin. Durch die ecuadorianische Hochebene, die sich Paramo nennt „durften“ wir ca. 40 Km weit auf unbefestigter Schotterpiste durch die wunderschoene Graslandschaft fahren. Wenn man nach ein paar Kilometern dass Gefuehl „nicht schnell weiter zu kommen“ abgeschuettelt hat und sich auf die Umgebung konzentriert, faengt man an, sich ueber die Aussicht hinter jeder neuen Kurve zu freuen. Eine der schoensten Strassen, die wir je gefahren sind!

IMG_1911IMG_1879 IMG_1920 IMG_1892Grenzenlose „Bus-Romanik“, aber es war einfach zu schoen: Strasse im Paramo

Im Moment sind wir im Vogelparadies Mindo – der selbsternannten Welthauptstadt der Voegel. Ab hier geht es schnurstracks nach Sueden, wo wir auf neue Hoehenrekorde und weitere romantische Andenstrassen hoffen.

IMG_1927 IMG_1874   Per Anhalter auf der Pana: Bauer, der ins Tal musste.                      Brownies: selbst gebackenIMG_1922 IMG_1925 Frau, die am Strassenrand Oka-Wurzeln verkauft    Aus dem Graben gezogen: Abschleppbulli

@ Mamas: uns gehts gut!

 

Bogota, die Tatacoa-Wueste und ein freudiges Wiedersehen!

IMG_1618 Und wo seid ihr gestern so aufgewacht? – Desierto de la Tatacoa, Kolumbien

Bogota ist eine der hoechsten Hauptstaedte der Welt und liegt im Durchschnitt auf ca. 2600 Metern Hoehe! Um Elis neuen Reisepass in der deutschen Botschaft abzuholen, haben wir vor etwa 10 Tagen nochmal den Aufstieg auf die westliche Andenkordilliere Kolumbiens in Kauf genommen und in der 9-Millionen-Stadt dann 4 Tage verbracht.

IMG_1557 Unser Einkaufszentrums-Zuhause – eine Us-amerikanische Parallelwelt

IMG_1554 IMG_1553 Strassenzene in La Candelaria – dem Szeneviertel von Bogota,                                Strassenkunst

Wir hatten dort einen wahrhaftig guten Campground: Auf dem Parkplatz gegenueber einer Polizeistation, in direkter Naehe zum riesigen Einkaufszentrum „Gran Estacion“ standen wir in einem sehr ruhigen Stadtteil. 20 Meter weiter war eine Tanzschule fuer indische und arabische Taenze und da wir uns mit den Besitzern sehr gut verstanden haben, konnten wir sogar das W-Lan der Schule im Bus nutzen: Luxus! An einem Tag haben uns die jungen Besitzer Alex und Natalia sogar zum Fruehstueck eingeladen. Neben einem kurzen Besuch im historischen Stadtzentrum haben wir eigentlich die meiste Zeit im Einkaufszentrum gelebt. Bei leckerem West-Essen und superschnellem Internet sassen wir Stunden lang in der modernen Atmosphaere. Auch mal eine angenehme Abwechslung!IMG_1527

 

IMG_1574 IMG_1585 IMG_1724 IMG_1714  IMG_1595  IMG_1578 Vermischte Bilder der letzten 10 Tage

Tage davor hatte Gorm im Rio-Claro Naturreservat die Trommelbremsen an der Hinterachse nachgeschaut und festgestellt, dass die Belaege langsam ihre Abnutzungsgrenze erreichen. Um die Zeit in Bogota vernuenftig zu nutzen, entschieden wir dort auch die Bremse zu erneuern. Im noerdlichen Teil der Stadt gibt es einen Bezirk, in dem nur Auto Werkstaetten angesidelt sind. Ein Eck in diesem Bezirk ist der VW-Himmel – mit allem was das Herz begehrt. Bei „Castivolks“ wurden dann neue Belaege auf unsere alten Bremsbacken aufgenietet und schwupps war die Bremse wieder wie neu! Uebrigens: Komplette Bremsbacken mit Belaegen werden hier gar nicht verkauft. Anstatt alles auszutauschen werden einfach die alten Teile aufgearbeitet und weiterbenutzt.

IMG_1524  IMG_1545 Bremse vorher …                                                                                                            ……und nachher

IMG_1528 IMG_1527 Der Mechaniker am Werk                         Klamotten selber dreckig machen ist hier nicht, schade!

Von der kuehlen Metropole ging es dann in die nicht so kuehle Wueste. Die „Desierto de la Tatacoa“ liegt bei Neiva und gehoert neben der Guajira-Halbinsel zu den trockensten und heissesten Orten in Kolumbien. Das Thermometer steigt am Tag auf ueber 40 Grad und einmal, als wir den Bus verschlossen abgestellt hatten, hat das Innenthermometer eine Fehlermeldung angezeigt, weil es maximal 50 Grad erfassen kann! Die meiste Zeit haben wir uns also im Schatten oder in einem der aus Thermalwasser gespeisten Natursteinbecken aufgehalten.

IMG_1602  IMG_1609 Wuesten-Szenerie                                                   sehr hohe Temperaturen im InnenraumIMG_1582  IMG_1684 Der schoenste Kaktus der Welt                              die untergehende Sonne im Canyon

Erst am Abend sind wir dann in den Canyon hinabgestieben und haben rechtzeitig zum Sonnenuntergang das auf die roten Steinformationen treffende Licht geniessen koennen. Am Abend ist auch die Zeit, in der die Touristenunternehmen ihre Kunden zur Wueste fahren. Bei einer Wanderung einer dieser Touren wurde dann unser Bus als Rastplatz auserkoren und die kolumbianischen Touristen durften abwechselnd am kleinen roten Tisch Platz nehmen.

IMG_1631  IMG_1645 Rast am Bus fuer eine Touristengruppe           schwebt etwas herum, Der Sand ist auch zu heiss!IMG_1607  IMG_1661 Baden im Natursteinbecken                                                                                 Leben in der Wueste

Ein letztes Mal in Kolumbien sind wir dann noch ueber die zentrale Kordilliere ruebergefahren um im Westen der Panamerikana folgend nach Ecuador einreisen zu koennen. Kurz vor dem Grenzuebertritt stand dann aber zunaechst noch ein Wiedersehen an: Claudia und Martin, die wir schon auf der Baja California getroffen hatten, waren zufaellig in der Naehe und so haben wir des Abends zu viert in Lenny, dem kleinen Bruder unseres Bullis, gesessen und wirklich schoen miteinander geredet. Genau wie wir leben sie in ihrem VW-Bus und da hat man sich natuerlich einiges zu erzaehlen. Lenny ist uebrigens ein Prachtexemplar eines T3’s und hat eine Innenausstattung, die gleichzeitig praktisch und komfortabel ist. War schoen, euch wieder zu sehen!

IMG_1747 V.l.n.r: Lenny, Martin, Claudia, Gorm, Eli und unser blaue Haus

Gestern ging es dann ueber die Grenze in unser 11. Land – Ecuador. Dazu aber mehr im naechsten Beitrag.

IMG_1606 Die Tatacoa-Wueste; El desierto de la Tatacoa

@Mamas: uns gehts gut

Ein riesiger Monolith, tropischer Regenwald und die Kaffeezone als Touristenmagnet

IMG_1364 El Penol und der Bus

Nach ein paar Tagen in der Grossstadt keimt in uns eigentlich immer wieder der Wunsch nach Natur und Ruhe auf. Nachdem wir uns von Gernot, Lisa und Rahel verabschiedet hatten, sind wir also vom hippen Medellin aus in die etwas weiter oestlich gelegene Seenplatte bei Guatape gefahren. Sie lockt die Mittelklasse aus Medellin mit abwechslungsreicher Natur, gutem Essen und vielen Angeboten fuer Touristen.

IMG_1359 IMG_1370 Schoener Ausblick auf die Seenlandschaft                         Der schmucke Touristenort Guatape

Eine Attraktion vor Ort ist der riesige Monoloth El Penol, von dem man einen wunderbaren Ausblick haben soll. Hoert sich gut an – machen wir! Am fruehen Abend sind wir also auf dem Parkplatz des Monolithen angekommen und da gerade Sonntag war und an diesem Tag das Tourismusgeschaeft besonders boomt, wurden wir schon bei unserer Ankunft von ca. 30 Schaulustigen Menschen belagert und konnten kaum aus dem Bus aussteigen. Die Menschen waren so neugierig, dass wir nach nur 10 Minuten und gefuehlten 100 Gespraechen den Bus umgeparkt haben und somit etwas abseits des Touristenstroms unser Sandwich machen konnten.

IMG_1382 IMG_1375 Noch einmal auf den Monolith blicken und dann…                                         .. schnell weg hier!

Der Plan war eigentlich auf diesem Parkplatz zu uebernachten. Er ist in einem Campingfuehrer als sicherer Platz angegeben und wir wussten von anderen, dass man da gut stehen kann. Als wir am Kassenhaeuschen bezahlten, haben wir uns dann nochmal vergewissert, ob es erlaubt ist: “Klar, kein Problem!“ Kurz bevor wir jedoch schlafen gehen wollten, hat uns dann ein Mann, der angeblich dort wohnt, vertrieben, sodass wir im Dunkeln ca. 3 km weiter zum naechsten Polizeiposten gefahren sind. Nach kurzer Nachfrage haben sie uns einen kostenlosen Platz empfohlen, der direkt gegenueber der Wache lag. Interessanterweise kam dann am naechsten Morgen ein Mann, der von uns Geld wollte, weil er ueber Nacht aufs Auto aufgepasst haette – stimmte nciht, er war gerade erst auf dem Mofa angekommen, aber man kanns ja mal versuchen. Zum Glueck wussten wir auch von der Polizei, dass es dort kostenlos ist. Nach nicht mal 24 Stunden war uns das zu viel der Touristenabzockerei. Wir haben unsere Sachen gepackt und sind kurzentschlossen 140 km weiter gefahren.

IMG_1391 IMG_1384 Das wahre Dschungelcamp                    Fast ueberfahren, Eli hat gerade noch „Stop“ gerufen

Im Rio Claro Naturreservat war die Welt dann wieder in Ordnung. Dort sind wir 2 Naechte mal wieder in tropischem Regenwald geblieben, am Fluss entlang gewandert und haben beim Fruehstuecken den kletternden Affen ueber dem Bulli zugesehen. Tropisch schwuele Temperaturen in der Nacht, ein fuer uns neues Overlander-Paar aus Washington, der Ruf der Tukane und das gruenlich-blaue Wasser des Rios werden uns in Erinnerung bleiben.

IMG_1398 IMG_1413 Gorm weiss, wohin er muss; aber Eli?                                Fasziniert von der Natur: KakaofruchtIMG_1423 IMG_1425 Rio Claro in tropischer Umgebung                                                                Eli auf ihrem Hochsitz

Wenn man hier in Kolumbien Menschen nach der schoensten Gegend des Landes fragt, wird eigentlich immer die Kaffee-Region mit ihrem Touristenflaggschiff Salento und dem angrenzenden Valle de Cocora genannt. Obwohl es fuer uns bedeutete, wieder ueber eine Anden-Bergkette zu fahren, haben wir uns nach dem Besuch des Rio Claro dorthin auf den Weg gemacht. Salento ist ein kleiner Ort, der vor Backpackern und westlichen Touristen nur so aus allen Naehten zu platzen scheint. Die Preise sind hoch aber man kriegt auch etwas geboten: Die westlich angehauchte Essensauswahl (Lasagne, diverse Burger und Erdnussbutterbrownies) haben uns nach langer Entbehrung doch gut gefallen! Endlich mal wieder was ohne Maismehl.

IMG_1462 IMG_1474  Valle de Cocora mit den hoechsten Palmen der WeltIMG_1468 IMG_1459 Echt entspannt!

Das Valle de Cocora ist bekannt fuer seine Palmen. Die Wachspalme ist der kolumbianische Staatsbaum und wird in diesem Tal bis zu 60 Meter hoch, was bedeutet, dass da die groessten Palmen der Welt stehen. In dieser schoenen Umgebung sind wir unter anderem zu einer Kolibri-Farm gewandert und haben nachts im Bus dem aufs Dach prasselnden Regen gelauscht.

IMG_1477  IMG_1478  Abenteuerliche Haengebruecken: insgesamt 6 waren zu ueberquerenIMG_1481  IMG_1489 Nicht sehr hoch aber dafuer sehr wackelig!                                                                            schoen

Zugegebenermassen sind wir auf unserem Weg in den tiefen Sueden im Moment recht langsam unterwegs gewesen. Da Elis Deutscher Pass abgelaufen war, haben wir bei der Botschaft in Bogota einen neuen beantragt und mussten darauf warten, dass dieser fertig wurde. Am Mittwoch koennen wir ihn dann endlich abholen und dann geht es in grossen Schritten in Richtung Ecuador. Nach knapp 2 Monaten in Kolumbien freuen wir uns auch schon auf Neues und vor allem darauf, endlich den Aequator zu ueberqueren!

IMG_1496  IMG_1499 Fuer die Ornithologen unter euch: Kolibris

@ Mamas: Uns geht es gut!

Ein Besuch beim Kaesekoenig, Gaeste aus Deutschland und dann in die Grossstadt

Der El Cocuy Nationalpark hat uns so sehr beeindruckt, dass wir fuer unsere Verhaeltnisse viel Zeit dort verbracht haben. Wandern, auf Gletscher schauen und sich an die extreme Hoehe gewoehnen braucht eben seine Zeit. Prinzipiell ist da auch nichts dagegen zu sagen: Ausser man hat eben einen Termin auf der anderen Seite des Landes – In Medellin, zwei Anden-Kordillieren weiter westlich.

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Lisa und Rahel, 2 Freunde aus Deutschland, haben sich angekuendigt, mit uns ein paar Tage auf der Reise zu verbringen und die Bus-Crew neben uns und Gorms Bruder auf 5 Personen zu erweitern! Fuer die ca. 800 Km zwischen uns und Medellin haben wir uns 4 Tage Zeit genommen. Man braucht ja schon alleine einen ganzen Fahrtag, um aus den Bergen wieder in die Zivilisation zu gelangen. 240 Kilometer in 11 Stunden Fahrt fuehrten uns aber dann doch an unser erstes Etappenziel: Iza.

IMG_1188  IMG_1058 Unsere neue Busbesatzung fuer eine Woche                                        Rueckweg aus El Cocuy

Iza ist bekannt fuer seine heissen Quellen und fuer Postres – leckere Suessspeisen, die in Auflaufformen zubereitet werden. Um nicht immer nur im Auto zu sitzen, sind wir also am Morgen noch in die heissen Quellen baden gegangen und haben dort German (gesprochen Herrmann) kennengelernt. Er hat uns in dem Becken zum Wettschwimmen herausgefordert und darueber sind wir ins Gespraech gekommen. Er war von uns und unserer Reise so begeistert, dass er uns zu einer Besichtigung seines „kleinen Unternehmens“ einlud. „Ach kommt schon – nur eine halbe Stunde.“

IMG_1098 IMG_1100 Die Qual der Wahl                                                                                                         Alles ist lecker!

„OK“ – So sind wir dann nach dem Baden und leckeren Postres dorthin gefahren und haben nicht schlecht gestaunt: German ist sozusagen der kolumbianische Kaesekoenig. In seiner Fabrik – in der uebrigens noch fast alles auf traditionelle Weise von Hand gemacht wird – wandelt er Milch in die verschiedensten Produkte um. Alles ist sehr sauber und die ca. 75 Angestellten produzieren taeglich Kaese aus vielen tausend Litern Milch. Wir durften frischen Kaese und Arequipe probieren. Spaeter haben wir angefangen, seine Produkte in den Geschaeften zu suchen: Man findet sie ueberall!

IMG_1104   Kaesefabrik  Peslac in der Naehe von Iza                         IMG_1105 IMG_1103 Der Kaesekoenig und wir                                      Seine Lkw’s sind im ganzen Land unterwegs

Villa de Leyva, 130 km weiter westlich: Die schoene Kolonialstadt war leider nur fuer eine Nacht unser Lager. In einem hippen Hostel haben wir heisse Duschen genossen und sind nachts durch die romantisch beleuchteten Gassen der Stadt gelaufen. Hier haetten wir noch mehr Zeit verbringen koennen, haetten wir nicht einen Termin gehabt. Am naechsten Morgen ging es weiter.

IMG_1114 IMG_1112 Villa de Leyva bei Nacht

Google Maps schlug uns vor ueber Bogota nach Medellin zu fahren. Ueber die Ruta 62 (etwas weiter noerdlich) waren es aber ca.150 Kilometer weniger und im Streetview sah die Strasse schoen asphaltiert aus. Warum also nicht, dachten wir uns! Und so ging es los. Die ersten 20 Kilometer waren schon Schotter, dann Asphalt fuer ca. 50 Kilometer und der Rest ein wilder Mix aus immer wieder 2 Kilometern guter Strasse und dann wieder 2 Kilometern uebelster Piste, zwischendurch steckenbleiben in verstopften Bergdoerfern, die gerade Wahlkampfveranstaltungen ausrichteten. Fazit nach 8 Stunden Fahrt: Durchschnittsgeschwindigkeit ca. 25 Km/h.

IMG_1184 IMG_1171 Fuer einen Zeitungsartikel haben wir den Bus mal so richtig aufgeraeumt.

Wir haben es trotzdem noch geschafft, rechtzeitig in (oder besser bei) Medellin anzukommen. Sofort als wir beim Hostal La Finca etwa 40 km noerdlich der Metropole durchs Tor fuhren, war der ganze Fahrstress vergessen. Mathilde und Alexis, die Besitzer der Finca, sind Bekannte von unserer neuen Busbesatzung und sehr um ihre Gaeste bemueht. Es gibt einen wunderschoenen Pool, einen kleinen Wasserfall und ein rundum schoenes Anwesen – alles laedt zum relaxen ein. 6 Uebernachtungen  sollten es in diesem traumhaften Ambiente werden.

IMG_1318 Eine Woche lang gemeinsamer Urlaub                                                       IMG_1315   IMG_1313  Essbereich im Hostal La Finca                                                                                                      PoolIMG_1310 IMG_1326 Wir haben da alle ganz gut reingepasst..   …unter anderem auch wegen der netten Leute da.

Wer unsere Reise nun aber die letzten Monate mehr oder weniger verfolgt hat, der weiss, dass wir es meistens nicht lange irgendwo aushalten, ohne zumindest in der Zwischenzeit etwas zu unternehmen. Ein Ausflug nach Santa Fe de Antioquia stand also bald auf dem Programm. Wieder viele schoen angemalte Haeuser wurden beim vorbeigehen bestaunt und dann das Highlight: Eine Haengebruecke aus dem Jahre 1887. Bruecken wie diese sind fuer uns faszinierend: Vor so  langer Zeit wurde ein Bauwerk errichtet, dass Menschen verbindet und Unueberwindbares ueberwindbar macht. Ausserdem sieht sie gut aus und es macht Spass, darueber zu fahren.

IMG_1227 IMG_1210 Spektakulaere Haengebruecke aus dem Jahr 1887, einst die groesste in SuedamerikaIMG_1197  IMG_1192 Moped-Romantik                              Und schon wieder eine Kolonialstadt

Das zweite Highlight in unserer Woche auf der Finca war eine Kaffeetour. Reynaldo, ein Freund von Alexis (s.o.), hat sich fast 4 Stunden Zeit genommen, alle noch so kleinen Details auf seiner Kaffefarm zu erklaeren. Von der Aufzucht der Straeucher bis hin zur Ernte und der Verarbeitung des Kaffees wurde uns eine sehr interessante Lektion in Sachen Kaffee gegeben. Wir durften fleissig mit anpacken, unseren eigenen Kaffee roesten und am Ende das Endprodukt trinken.

IMG_1292 IMG_1262 IMG_1250 IMG_1252 IMG_1276  IMG_1308 IMG_1245  IMG_1239  IMG_1237 Kaffeefarm-Impressionen

Nun sind wir in Medellin, der Stadt mit dem schlechten Ruf in Europa. Ganz im Gegenteil zu den Geschichten, die man aus den 90er Jahren noch im Kopf hat ist es eine moderne Stadt mit vielen jungen Menschen. Alles ist quicklebendig, mitunter ganz schoen hip und eine friedliche Atmosphaere des Aufbruchs liegt zwischen den Hochhaeusern. Um aermere Stadtteile an der Entwicklung der Stadt teilhaben zu lassen, wurden zum Beispiel Seilbahnen in die steilen Vororte gebaut, die die Bewohner nutzen koennen.

IMG_1330  IMG_1333 Grossstadt-Dschungel Medellin                                                                        Ueberblick bei NachtIMG_1342  IMG_1343 Seilbahnen fahren in die Aussenbezirke – In einem solchen Talkessel eine gute Fortbewegung

Nachdem jetzt Gernot nach fast 4 Wochen wieder in die Heimat geflogen ist, werden wir uns in den naechsten Tagen auch von Lisa und Rahel wieder verabschieden. Fuer uns geht es dann weiter nach Guatape und dann geht das Abenteuer weiter!

IMG_1339 IMG_1350 Die Maedels ueber den Stadtlichtern  – Medellin

@ Alle Mamas: uns geht es gut

Hoch, hoeher, El Cocuy!

IMG_0982 4000 Meter ueber Null: Zum ersten Mal fuer uns alle!

Zugegebenermassen ist der El Cocuy Nationalpark nicht gerade auf der Hauptreiseroute durch Kolumbien. Backpacker verirren sich wegen der schlechten Anbindung an den Rest des Landes nur selten hierher und auch die Kolumbianer reisen nicht gerade in Scharen in diese Region. Von der naechsten groesseren Stadt braucht man auf den schlechten Strassen mindestens 8 Stunden, um an den Rand des Hochgebirges zu kommen. Oft faehrt man mehrere Kilometer nur auf Schotter am Abhang entlang. Vom Hauptort El Cocuy aus muss der Normalreisende dann mit einem Milchtruck bis zu den Berghuetten weiterfahren.. .. ausser er hat einen VW-Bus!

IMG_0856  IMG_0837 Auf unasphaltierten Strassen in die Berge                                                  Feuerwerk in El CocuyIMG_0820 IMG_0849 Regen mit Null Sicht auf dem Weg in die Berge                                                    Sicher ist Sicher!

Wir haben etwas laenger gebraucht und unsere kleine blaue Bergziege in 2 kompletten Fahrtagen bis in die tiefsten Bergregionen hinaufgefahren. Unser erstes Basecamp war die Hacienda la Esperanza – Die Hacienda der Hoffnung auf 3600 Hoehenmetern ueber dem Meeresspiegel. Nach einem Tag und einer Nacht Akklimatisierung sind wir fruehmorgens aufgebrochen, um zu Fuss weiter der Hoehe entgegen zu steigen. Bis zur Laguna Grande de la Sierra auf 4600 Metern wollten wir bergwandern.

IMG_0955  IMG_0870  Gorm tut das, was er am besten kann                    Auf der Bergpiste hinter dem Ort El CocuyIMG_1055  IMG_0872 Unser Campingplatz am Berg                                                                                Gorm beim Grasen

3600 Meter Hoehe sind ganz schoen hoch um eine Wanderung zu beginnen! Vor allem, wenn man aus Europa kommt und diese Hoehen nicht gewoehnt ist. 1000 Meter hoeher zu wandern ist dann fuer uns Flachlaender besonders schwierig! Nach 5 Stunden Aufstieg haben wir es dann aber doch vollbracht und den Aussichtspunkt zur Lagune auf 4600m Hoehe erreicht.

IMG_0989 IMG_1005 Bunte Farben..                                                                                           .. in der kargen Bergwelt

Am Anfang war die Wanderung noch zu ertragen. Obwohl es steil bergauf ging, haben wir die Hoehe gut verkraftet. Bergtaeler mit karger Vegetation, klares Gletscher-Schmelzwasser und ein herrlicher Ausblick versuessen den Aufstieg. Das Herz schlaegt zwar etwas schneller und man kriegt nicht mehr so viel Luft, aber man kommt voran. Ab 4000 bis 4200 Metern wird es aber ungemueglich. Kalter Wind, der mit kleinen gefrorenen Regentropfen durchsetzt ist, weht einem ins Gesicht. Die Sonne brennt zwischendurch mit unvorstellbarer Kraft auf die Haut und die Atmung wird zunehmend schwerer. Jeder Schritt fuehlt sich wie ein Kampf gegen die Kraefte der Natur an und der Koerper faengt an zu sagen: Geh zurueck!

IMG_0924 IMG_0980 Im Fruehtau zu Berge                                                                                                         kurze PauseIMG_0991 IMG_0977 Wandern durch die Frailejones                                                                              Mit super Aussicht

Trotzem haben wir es bis zur Lagune geschafft. Was fuer Bergsteiger vielleicht laecherlich klingt, war fuer uns eine grosse Herausforderung: Die letzten 300 Hoehenmeter sind wir nur noch durch Steinwueste gelaufen: Eine Lebensfeindliche Landschaft! Hier waechst fast nichts mehr und das Wetter ist hart mit allem was lebt. Trotzdem ist es auch eine faszinierende Gegend. Eiskalte Lagunen mit glasklarem Wasser und der Anblick von eisblauen Gletscherwaenden fuehlen sich besonders an. Auch die Tatsache, dass wir auf 4600 Meter hochgestiegen sind und somit hoeher als jeder Punkt in Europa waren, fuehlte sich erhaben an.

IMG_1012 IMG_1015  Geschafft, 4600 Meter ueber Null                                                            Gruppenfoto am „Gipfel“IMG_1007 IMG_1018 4600 Meter: Der Beweis                                                         Gletscher Schmelzwasser auffuellen

Nach 3 Stunden Abstieg liessen wir uns dann von Guillermo, dem Chef der Berghuette ein deftiges Essen kochen und haben nur noch die Fuesse hochgelegt. Insgesamt 9 Stunden Wanderung haben ihre Spuren hinterlassen und so begann die Nacht um ca. 20 Uhr und endete erst nach 12 Stunden Schlaf.

IMG_0958 IMG_1042 Gernot hilft in der Kueche                                                                          Eli macht Modenschau

Am naechsten Morgen haben wir dann den blauen Wunderbus wieder gepackt und sind anstatt das Gebirge zu verlassen noch weiter hinein gefahren: Die Cabanas Kanwara liegen auf 3985 Metern und bieten einen sensationellen Blick auf mehrere der ueber 20 Fuenftausender-Gipfel des Parks. Auch wenn wir die Geschichte unseres treuen blauen Bullis nicht bis ins kleinste Detail kennen, behaupten wir jetzt einfach mal, einen neuen Bulli-Hoehenrekord mit ca. 4005 Metern ueber Meeresspiegel aufgestellt zu haben. Der Motor lief im uebrigen noch sehr vernuenftig in dieser Hoehe – Sogar ohne den Vergaser magerer zu stellen.

IMG_1064 Neuer Hoehenrekord fuer den Bus. Hier bei den Kabanas Kanwara auf ca. 4000 Metern.

Unser Fazit zu diesem Bergabenteuer ist ganz klar: Es war toll! Fuer uns war es eine ganz neue Erfahrung, in solche Hoehen vorzudringen, die eigenen Grenzen auszuloten und mit dem Blick auf die hoechsten Berge des Landes einzuschlafen und aufzuwachen.

IMG_0946  IMG_1053 Vielleicht demnaechst Schafe in Mainz?                                                                                 Bergwelt

Auf dem Weg in die Berge ist natuerlich auch viel passiert, da aber jetzt schon so viel Text hier steht, verschieben wir die Beschreibung der schoenen Kolonialstadt Baricharra und die Uebernachtung vor dem Polizeiposten auf den naechsten Post.

IMG_1099 IMG_1093 Kuchen                                                             und das kolumbianische Biersortiment

@Mamas: Uns geht es super!

 

Karibische Naechte, das suesse Leben und zu dritt im Bus

Seit ein paar Tagen sind wir nun zu dritt unterwegs! Gorms Bruder Gernot kam am Montag nach Cartagena geflogen und seit dem beherbergt das blaue Haus auf Raedern uns drei! Nach ein paar Naechten in der feuchten Hitze von Cartagena sind wir dann gemeinsam in Richtung Tayrona Nationalpark aufgebrochen. Der sehr bekannte Nationalpark liegt idyllisch an der karibischen Kueste Kolumbiens und ist dafuer bekannt, dass der Urwald bis an den weissen Strand reicht.

IMG_0484 IMG_0494 Auf der Stadtmauer von Cartagena                      und im Stadtleben IMG_0513 IMG_0536 Endlich auch mit kolumbianischer Flagge                                                The three wise monkeys

Doch anstatt in den Park hinein zu fahren, sind wir an ihm vorbei gerauscht und haben uns direkt hinter dem oestlichen Eingang einen wundervollen Campingplatz am Meer gesucht. Im Camp „Los Angeles“ steht man in Blickweite zum Meer direkt unter Palmen. Beim Parken des Busses muss man nur aufpassen, nicht zu nah an die Baeume heranzufahren, um nicht durch herabfallende Kokosnuesste schwere Schaeden am Auto zu riskieren.

IMG_0540  IMG_0541 Kokosnuss oeffnen mit Messer und Unterstellbock                                                              lecker IMG_0592  IMG_0547 Echsen in allen Farben                                                                          Gernots Schlafplatz am Meer

Obwohl es offiziell schon ausserhalb der Park-Grenzen liegt, ist der Strand noch mindestens genauso schoen. Das Wasser ist tuerkisblau und man kommt sich vor, als wuerde man weitab der zivilisierten Welt liegen, wenn man in seiner Haengematte zwischen den Palmen schaukelt. Das rauhe Meer laedt die Brueder zum kaempfen mit den Wellen ein, Eli uebt waehrenddessen ihr Gleichgewicht auf der Slackline.

IMG_0581 IMG_0559 Unser Gleichgewichts-Genie auf der Slackline                                               IMG_0570 IMG_0528 Na, wie sind die Wellen?                                                                                              Unser Haustier

Da dies unsere letzten Tage in der heissen Karibik sind, geben wir uns gaenzlich der Hitze hin, unternehmen nicht viel und haben uns und den Bulli fuer die letzten 3 Tage hoechstens im Umkreis von 300 Metern bewegt. Warum auch nach was anderem suchen, wenn man im Paradies ist? Das einzige was in Los Angeles nicht gab war Internet oder Handyempfang –  vielleicht macht das aber auch den Reiz dieses Ortes aus!

IMG_0585 IMG_0543 Sitzplatz                                                                                                           und Stellplatz am Strand

Die naechsten Tage jedoch werden wieder aufregender: Wir treten die Reise in die Anden an und werden den Bus erstmals in Suedamerikanische Hoehen hinauffahren.

IMG_0520 IMG_0514 Rafael beim Fischen auf klapprigem Tretbot                                                       Picknick am Meer

@Mamas: Uns geht es gut!