Der niemals endende Sommer und die Guajira Halbinsel

So langsam neigt sich der Sommer in Deutschland dem Ende zu und gibt dem Herbst den Weg frei. Hier in Kolumbien geht der Sommer einfach weiter – Jahreszeiten, so wie man sie bei uns kennt, gibt es so tief in den Tropen nicht. Hoechstens mal eine Epoche mit mehr Regen oder Trockenheit. Seitdem wir vor 9 Monaten auf die Baja California gefahren sind und dort zum ersten Mal den noerdlichen tropischen Wendekreis ueberschritten haben, leben wir mit sehr kurzen Unterbrechungen also im Sommer – in der Waerme.  Die Temperaturen werden hoechstens in den Hoehenlagen ueber 2000 Metern kuehler.

IMG_0321  IMG_0337 Ueber Stock und ueber Stein…   . in den Wasserfall hinein. In der Sierra Nevada de Santa Marta

Kurzum: Wir freuen uns, bald mit der Erkundung der Anden und den damit einhergehenden niedrigeren Temperaturen so etwas wie eine „neue Jahreszeit“ einzulaeuten.

IMG_0362 IMG_0356Vor der Halbinsel wir bei Lix und William in Minca uebernachtet..     …und den Service erledigt

Bevor wir aber Abschied von der Karibik nehmen und gen Sueden in die Berge fahren, wollten wir uns die Hitze nochmal so richtig geben: Die letzten paar Tage sind wir also auf die Guajira-Halbinsel gefahren. Die Halbinsel ist der noerdlichste Punkt Suedamerikas und ein sehr interessantes Ausflugsziel. Ein sehr hoher Anteil an indigener Bevoelkerung, geballte Hitze und absolute Trockenheit haben uns neugierig gemacht.

IMG_0380 schoen, ne?

Wenn man von Palomino aus den Weg antritt, faehrt man innerhalb von 250 Kilometern staendig der Wueste entgegen. Am Anfang zieren noch Bananenplantagen die Strasse, am Ende nur noch braune Sandduenen. Wir haben es langsam angehen lassen und auf dem Weg Salzabbaugebiete und Siedlungen der indigenen Wayuu Bevoelkerung besucht. Sie leben fernab der Infrastruktur in sehr einfachen Huetten aus Lehm und Aesten. Muellabfuhr oder Kanalisation sind nicht vorhanden, weswegen ueberall vom Wind verwehter Plastikmuell in den Bueschen haengt, der alles irgendwie trostlos erscheinen laesst. Die Strassen sind beeindruckend schlecht und so sind wir an diesem Tag ca. 75 Kilometer auf unbefestigten Wegen gefahren.

IMG_0386 IMG_0397 Abseits der asphaltierten Wege fuer viele Kilometer.                                 4 auf einem Motorrad

Kurz vor dem groessten Ort auf der Halbinsel, Cabo de la Vela, muss man dann durch einen ausgetrockneten Salzsee fahren. Ueber 17 Kilometer hinweg gibt es keine Strassen, keine Schilder oder Wegpunkte, an die man sich halten kann. Man muss nach GPS fahren und immer die Richtung im Auge behalten. Wir hatten jedoch Glueck: Als wir bei einer kleinen Bushaltestelle angehalten haben, hat uns eine indigene Familie mit 2 Kindern angesprochen, ob wir sie nach Cabo de la Vela mitnehmen koennen.

IMG_0423  IMG_0426 Fahren auf dem Salzsee – Hier  gab es sogar eine Spur                                Benzin aus Venezuela

So haben wir zum Einen einen kostenlosen Fuehrer ueber den Salzsee gehabt und zum anderen sehr authentischen Kontakt zur indigenen Bevoelkerung aufbauen koennen.  Waehrend der 40 minuetigen Fahrt wurden Babies gestillt, Kekse gegessen und freundlich miteinander geredet. Am Ende wurden wir zum Dank sogar noch eingeladen, vor der Huette der Familie zu campen, was wir aber ausgeschlagen haben, um in einer Kitesurf-Schule zu campieren, wo wir eine ordentliche Toilette hatten.

IMG_0408  IMG_0416 Mit Einheimischen an Bord                                                            Cabo de la Vela: Meer und Sand

Der Ort Cabo de la Vela ist prinzipiell nur eine „Strasse“, die an der Wasserfront vorbeifuehrt. Fischerei und Tourismus sind die Haupteinnahmequellen und geschmuggeltes Benzin aus Venezuela ist mit ca. 45 Cent pro Liter manchmal guenstiger als vernuenftiges Trinkwasser. Der Wind, der stets recht stark blaest, sorgt dafuer, dass die unglaubliche Hitze besser auszuhalten ist.

IMG_0410 IMG_0413  Strandimpressionen                                                                                        Sehr einfach alles hier!

Mittlerweile sind wir schon wieder zurueck in Palomino, auf der Durchreise nach Cartagena, wo am Montag Gorms Bruder zu der „Expedition“ dazu stoesst. Wir freuen uns schon, zu dritt unterwegs zu sein und nach den letzten heissen Tagen die Karibik zu verlassen und in die frische Luft der Berge vorzudringen.

saltflat guajira Endlose Weite im Salzfeld!

@ Mamas: Uns geht es gut!

Ein neuer Kontinent, eine neue Reise?

In fast regelmaessigen Abstaenden gibt es solche Schnitte in unserer Reise, die uns kurz inne halten und zurueck oder wahlweise nach vorne schauen lassen. Die Ueberfahrt nach Suedamerika ist ohne Frage wieder so ein Moment, faengt doch nun gefuehlt irgendwie die letzte grosse Etappe unseres Busabenteuers an. Zudem gab es dann auch noch ein Jubilaeum in der letzten Woche. Dazu spaeter mehr. Zunaechst Ankunft in Kolumbien.

IMG_0162Ankunft in Bogota, gluecklich in Suedamerika zu sein

IMG_0146   IMG_0147Gerade noch in Panama….                                                             … und schon ueber den Wolken!

Hatten wir bereits erwaehnt, wieviel Aufwand es ist, ein Auto von Mittel- nach Suedamerika zu bringen? Neben den hohen Kosten fuer die Seefracht und allen Hafenprozessen ist es auf der kolumbianischen Seite ein ungeheuerlicher Papierkrieg. Die Anleitung, die wir von unserem Verschiffungspartner auf der panamenischen Seite erhalten hatten, umfasste 24 Schritte in Cartagena, die jeweils in unterschiedlichen Gebaeuden des Hafens oder der Stadt abzuarbeiten waren.

IMG_0221  IMG_0229 Im Hafen                                                                  Die Spannung steigt….

IMG_0237  IMG_0233Wohlbehalten angekommen                                                         Miles und Gorm – stolz wie Oskar

Unzaehlige Formulare mussten ausgefuellt, Rechnungen bezahlt, Versicherungen abgeschlossen, Hafenarbeiter ueberzeugt und Schranken und Waagen passiert werden. Nach 2 vollen Arbeitstagen hatten wir Schritt 24 abgeschlossen und konnten mit dem magischen „Release-Papier“ den Bus aus dem Hafengelaende fahren. JUHU!

IMG_0246Ein Schlafplatz fuer unser Busjen – gleichzeitig Deko fuer das Restaurant

Cartagena ist eine Riesenstadt mit mehr als 1 Million Einwohnern. Als wir auf unserer 22-stuendigen Busfahrt von Bogota (hier waren wir mir dem Flugzeug angekommen) nach Cartagena durch die Randbezirke kamen, waren wir unangenehm ueberrascht: Ist das die Stadt, die alle Traveller so schoen finden? Viel Dreck im Strassengraben, brennende Muellberge und ueberall Favelas – die man wohl bei uns als Slums bezeichnen wuerde.

IMG_0286 IMG_0284Auch nach Monaten in Zentralamerika waren wir auf solche Muellansammlungen nicht vorbereitet

Dann aber kamen wir ins koloniale Zentrum und wir bekamen schliesslich auch das andere Cartagena zu Gesicht: Bunte Haeuser, enge Gassen, wunderschoene Balkone und viele Menschen auf der Strasse. Das Ganze bei 40 Grad am Tag und 30 in der Nacht ist ein wahres Tropenerlebnis. Wir haben uns mit unseren Freunden Miles und Caroline ein Viererzimmer in einem Hostel geteilt und von dort aus unsere Geschaefte erledigt, um die Autos wieder aus dem Hafen zu befreien. Abends waren wir zusammen essen oder sind einfach durch die Strassen gelaufen. Auch die Stadtmauer laedt zu einem Spaziergang am Meer entlang ein.

IMG_0174 IMG_0177Schoenes Cartagena                                            Flanieren am Abend

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Gestern sind wir dann ins Busleben zurueckgekehrt und direkt zu uneserer ersten Sehenswuerdigkeit in Kolumbien aufgebrochen: Dem Schlammvulkan Totumo. Eigentlich ist es kein richtiger Vulkan, eher ein Matschpool. Luft und Gas wird hier aus ca. 500 Metern Tiefe durch feuchte Erdschichten an die Oberflaeche gepresst und erzeugt dabei den grauen angeblich sehr gesunden Schlamm, in dem man baden kann. Haben wir dann natuerlich auch gemacht. Wenn man vor Ort campt, kann man den Vulkan sogar nach den offiziellen Oeffnungszeiten so lange wie man will besuchen und sich danach im naheliegenden See sauberwaschen.

IMG_0269  volcan totumoSchlammvulkan von aussen….                                                                          …und von innen!

Am naechsten Morgen hiess es dann Abschied von Caroline und Miles nehmen. Sie fahren schneller nach Sueden und wir bleiben noch 2-3 Wochen an der Karibikkueste. Ein kleiner Ort namens Minca war dann unser naechstes Ziel alleine. Er liegt auf ca. 600 Metern ueber dem Meeresspiegel, man kann in Wasserfaellen baden, in der Ferne immer noch das Meer sehen und nachts bei angenehmeren Temperaturen schlafen. Hier bleiben wir wohl 2 oder 3 Tage, bevor wir die Guajira Halbinsel erkunden.

IMG_0270Unser letzes gemeinsames Camp mit Miles und Caroline

Neben all den Formalitaeten in Cartagena gab es aber wie gesagt mit Beginn unserer Zeit in Suedamerika auch noch ein Jubilaeum zu feiern: Seit einem Jahr und 40.000 km rollt der kleine blaue Bus nun schon durch Nord- und Mittelamerika! Wir wollten uns hierzu etwas besonderes einfallen lassen und haben daher ein kleines Video mit vielen bunten Eindruecken aus dem unglaublichen vergangenen Jahr geschnitten. Danke an alle, die dieses Jahr zu so einem tollen Erlebnis gemacht haben! Und versprochen: Suedamerika wird mindestens genauso beeindruckend.

@ Mamas: Uns geht es prima!

Panama City und die Vorbereitungen fuer den Uebertritt nach Kolumbien!

Die groesste Herausforderung und der teuerste Teil der Reise von Canada nach Argentinien sind die etwas mehr als 100 Kilometer zwischen Panama und Kolumbien. Der Isthmus von Darien ist als eines der gefaehrlichsten Gebiete der Welt bekannt und wird von Drogen-Banden und Guerillakriegern beherrscht. Da der dichte Dschungel nur schwer zu erreichen oder gar durchqueren ist, sind bis jetzt alle Versuche eine Strasse zwischen den 2 Kontinenten zu bauen im Sande verlaufen (und vielleicht haben die grossen Seefrachter da auch kein wirtschaftliches Interesse daran). Auch wenn es vor ein paar Jahrzehnten schon Menschen gelungen ist, den Isthmus ueber Land zu durchqueren, entschieden wir unser Leben nicht im Dschungel zu riskieren und haben uns fuer eine Verschiffung entschieden – wie eigentlich alle anderen Reisenden.

IMG_0036 IMG_0037 Busromantik auf dem Weg in die Stadt              Panamas next TopmodelIMG_0034  IMG_0046 Manchmal muss man auch Grossreine machen                     USA-Romantik!

Der komplette Prozess begann fuer uns Montag Morgen um 9 Uhr bei der Polizeiinspektion (DIJ) in Panama City. Dort wurde das Fahrzeug untersucht und dann um 14 Uhr am gleichen Tag die Ausfuhrgenehmigung fuer den Seetransport innerhalb der naechsten Woche ausgestellt. Die Polizeistation liegt inmitten eines relativ armen Teils der Hauptstadt. Heruntergekommene Wohngebaeude und der Gestank nach Muell und verwesendem Tier lag ueberall in der Luft. Ein Unangenehmer Ort!

IMG_0053  IMG_0057 Gefaehrlicher Parkplatz der Polizei                      Wer wuerde gerne hier wohnen?

Je nachdem, fuer welche Verschiffungsvariante man sich entscheidet, muss man nun unterschiedliche Schritte unternehmen. Wir haben uns mit Caroline und Miles fuer einen geteilten Container entschieden und diesen ueber Boris Gabriel Jamarillo, der fuer Evergreen-Logistics arbeitet, arrangiert. Er arbeitet professionell und ist bei 2 Fahrzeugen pro Container mit 1030 Dollar pro Fahrzeug die guenstigste Alternative. Zudem ist er sympathisch!

IMG_0045 IMG_0042 Panama Stadt mit Hochhaeusern              Unser einziger Blick auf den Kanal von der Bruecke

Am naechsten Morgen waren wir also in Colon mit Boris auf dem Parkplatz einer Pizzeria verabredet, um gemeinsam zum Zoll zu fahren und alles zu erledigen. Da aber in Panama IMMER Stau ist (konnten wir am Vorabend schon ganze 4 Stunden lang erleben), hat sich durch das viele Kuppeln der alte Kupplungszug verabschiedet, mitten im morgendlichen Verkehrschaos. Irgendwie haben wir es dann trotzdem die letzten 60 km nach Colon ohne Kupplung geschafft. Mit der Zeit kriegt man Uebung im Gaenge manuell synchronisieren und es hat Gorm fast sogar Spass gemacht (ausser man muss an Mautstationen anhalten oder steht im Stau). Der Termin war um 9 Uhr und wir waren trotzdem nur 5 Minuten verspaetet.

IMG_0066 IMG_0068 Kupplungszug gerissen                                         Schnellreparatur auf dem Parkplatz

IMG_0076 Dreckiges Schwein!

Da wir einen Ersatz-Kupplungszug dabei hatten, wurde auf dem Parkplatz der Pizzeria dann kurzerhand alles gewechselt. Circa 30 Minuten und einige Nerven spaeter waren wir wieder fahrbereit und Gorm extrem dreckig. Weil beim Zollamt gewisse „Dresscodes“ herrschen hatten wir Angst, dass er nicht reingelassen wird, aber es kam sowieso alles ganz anders.

IMG_0077  IMG_0051 Dresscode beim Zoll                                                                      Noch sind wir guter Laune

In Colon war am Vortag ein Kirchenoberhaupt ums Leben gekommen. Alle Staatsbeamten waren deswegen im Trauermodus und hatten fuer den Tag schlichtweg saemtliche Behoerden geschlossen. Schnell war klar: Keine Chance, die Zollpapiere heute zu erledigen. Das Problem daran: Caroline und Miles mussten am naechsten Morgen um 5 Uhr zu ihrem Segeltoern aufbrechen.

IMG_0058 Impressionen aus Panama Stadt. Hier ein Bild aus einem armen Teil in der Naehe der Polizei.

Eine Loesung musste her und hier geht ein grosses Lob an Boris. Er bestellte im Nu einen Container zu einem Warenhaus ausserhalb des Hafens und mittels eines Abschleppwagens haben wir dann die Fahrzeuge in den immernoch auf dem LKW montierten Container beladen. Das Ganze sieht nicht nur abenteuerlich aus, nein es war auch eine richtige Bilderbuchsituation: Rueckwaerts auf den Abschlepper drauffahren, per Hebebuehne hinauf in 1,5 Meter Hoehe und dann mit dem Abschlepper an den Container ranfahren. Die Ladeflaeche wurde dann einigermassen mit dem Container in eine Linie gebracht und wir konnten in ca. 1,5 Metern ueber dem Grund von einem Fahrzeug in das andere gefahren. Knight-rider!

IMG_0080  IMG_0086 Rueckwaerts hoch…..                                                                    … und in den Container

 

IMG_0094  IMG_0101  eng? Da ist noch viel Platz!                                      Caroline und Miles hintendran.

Caroline und Miles sind dann zurueck nach Panama in ihr Hostel und wir durften ueber Nacht spontan in der Wohnung von Boris‘ Vater auf dem Sofa uebernachten. Am naechsten Morgen haben wir den ganzen Papierkram recht reibungslos erledigt und konnten zurueck zu unserem Couchsurfing-Host in die Hauptstadt. Ende gut, alles gut. Jetzt hoffen wir nur noch, dass unser lieber Bus gut in Kolumbien ankommt.

IMG_0110 IMG_0133 Yeah, alles geschafft!                                             Papierkram

Schade war, dass wir durch diese Aktion fast nichts von Panama City und unserem Gastgeber mitgekriegt haben. Um doch noch etwas Zeit miteinander zu verbringen, haben wir gestern Abend dann zusammen Risotto gekocht und dabei etwas geplaudert.

IMG_0063 IMG_0047 Roger, unser Couchsurfing-Host                         Eine kleine Party in Rogers Garten

Jetzt sitzen wir am Flughafen und freuen uns auf Suedamerika! Wenn ihr das lest, sind wir in Bogota!

@ Mamas: Uns geht es gut!

Goodbye Cost Rica, oder: Oh wie schoen ist Panama!

In den letzten paar Tagen in Costa Rica hatten wir ein paar richtig schoene Bus-Abenteuer, von denen wir Berichten koennen: Im Piedras Blancas Nationalpark haben wir mal wieder eine kleine Flussdurchfahrt gemeistert und sind ueber Bruecken gefahren, die auf den ersten Blick vielleicht etwas beaengstigend wirken, auf der anderen Seite aber von riesigen Lkw’s passiert werden und somit unser Minigewicht von 1,8 Tonnen locker aushalten. Als wir uns am Abend einen Schlafplatz gesucht haben, kam uns sogar noch ein Tukan vor die Linse.

IMG_9650-2  IMG_9636 Ab durchs Wasser                                Die blaue Stunde

IMG_9632 Tukan auf Ast – Hier haetten wir alles fuer Herberts Teleobjektiv gegeben!

Besonders schoen war auch der Kontakt mit den Einheimischen, die uns wirklich freundlich begruesst haben. Gustavo, der zufaellig mit dem Auto vorbeikam hat uns angeboten, bei ihm auf dem Hof Eier zu kaufen, was wir auch getan haben. Andere haben uns nur freundlich zugewunken und den „Daumen hoch“ gezeigt.

IMG_9607 IMG_9629 Steil, auch wenn man es nicht sieht                      Bruecke  ohne Seitenbegrenzung

Unsere letzte Nacht in Costa Rica haben wir dann im Garten hinter einem von Amerikanern gefuehrten Restaurant verbracht. George, der Besitzer, war so freundlich uns kostenlos dort stehen zu lassen. Wir konnten sein Wifi nutzen und leckeres Bier fuer 2,5 Dollar pro Flasche trinken (was in Costa Rica ein sehr guter Preis ist).

IMG_9685 IMG_9670 Vorwitzige Katze auf Bus                                      Vorwitzige Katze unter FahrersitzIMG_9733 IMG_9737 Marmon chino                                                        lecker

Und dann sind wir nach Panama gefahren. Panama ist ein schoenes Land. Der Grenzuebergang war etwas verwirrend, weil nicht als solcher zu erkennen, mit unserer Erfahrung und der Gelassenheit haben wir aber alle Gebauede gefunden und uns und den Bus in das beruehmte Land eingefuehrt. Leider war die Zollstelle in Costa Rica nicht geoeffnet, der Bus ist also jetzt offiziell in 2 Laendern importiert, aber der Migrationsbeamte schien das nicht weiter schlimm zu finden.

IMG_9791 Und wieder einer mehr!

Unser erster Stopp in Panama war der Supermarkt. Die Preise sind schon direkt hinter der Grenze bis zu 50 Prozent billiger als in Costa Rica und Sprit kostet anstatt 1,38 Dollar nur noch 72 Cent pro Liter. Das suesse Leben konnte also wieder beginnen. Unsere Tagesetappe war dann mit unserer Ankunft in Cerro Puntas abgeschlossen. Auf dem Gelaende eines kleinen Restaurants konnten wir sicher naechtigen und am naechsten Morgen ein typisches Fruehstueck essen, das wir nicht mal selbst zubereiten mussten. Weil es keine Eier mehr gab, haben wir kurzfristig unser Eierlager im Bus gepluendert und dem Restaurant ausgeholfen.

IMG_9716  IMG_9715 Restaurant in den Bergen!                                     Dampfdrucktopf rustikal

Wegen nicht aufhoerendem Regen sind wir dann am naechsten Tag schon nach Boquete  weitergefahren. Der Ort liegt knapp ueber 1000 Meter in der Hoehe und hat ein angenehmes Klima. Um nochmal duschen zu koennen, haben wir uns vor einem Hostel abgestellt und dort auch gleich alle Gaeste kennen gelernt. Besonders gut haben wir uns mit Arthur und Patrice verstanden, die am naechsten Tag mit uns zu den drei verlorenen Wasserfaellen gefahren sind. Gorm hat die Abkuehlung im eiskalten Wasser sichtlich genossen!

IMG_9761  IMG_9754  Kaempfen mit dem Wasser                                                             UahhhhhhhhIMG_9749  IMG_9740Wa und Wa: Wasserfaelle und Wandern

Mit Caroline und Miles, unseren neuen Freunden und Verschiffungspartnern, haben wir uns dann auch nochmal getroffen. An den heissen Quellen von La Caldera haben wir unser Lager zusammen aufgeschlagen.

IMG_9725  IMG_9731 Wenns regnet passiert alles indoor…… und wenn die Decke auf den Kopf faellt; Auto waschen!

Die letzten Tage haben wir dann am Meer verbracht. Das kleine Fischerdorf Santa Catalina hat uns mit traumhaftem Strand, guten, kleinen Wellen, frischem Fisch und Haengematten-Atmosphaere die Zeit versuesst.  Am Montag muessen wir zur Polizei-Inspektion des Busses fuer den Export in Panama Stadt sein. Dafuer haben wir schon einen Couchsurfing-host klargemacht.

IMG_0027 IMG_0029  Frisch aus dem Meer                        Thunfischsteak fuer 3 DollarIMG_0025 IMG_0024 Was ist denn das? Ein T2? Der Fahrer ein freundlicher Kinderarzt.             Neue Fensterkurbel?

@Mamas: Auch wenn ihr lange nichts von uns gehoert habt: Uns geht es gut!

IMG_0014  IMG_0033 Panorama jeden Abend                                                              „Surfergirl“

 

 

Costa Rica – Vulkane, Pazifikstrand und Zufaelle

So schnell wie wir im vorigen Beitrag vorangekommen sind, so langsam sind wir im Moment unterwegs. In Orosi snid wir ganze 5 Naechte auf dem Hof eines schweizer Auswandererpaares geblieben und haben uns langsam an Costa Rica gewoehnt. Dank der Lage auf ueber 1000 Metern Hoehe war es in der Nacht angenehm kuehl und wir konnten Internet nutzen und uns guenstig selbst versorgen.

IMG_9548Bluetentraume

Um wieder etwas Abenteuer zu finden sind wir dann aber doch irgendwann wieder aufgebrochen und haben uns in das Hochland geschraubt. Von 1050 Metern ging es innerhalb von ca. 2 Stunden Fahrt auf 3050 Meter. Der Bus hat uns dabei wie immer gute Dienste geleistet. Als wir im Parque National Los Quetzales ankamen, mussten wir nicht lange nach einer Uebernachtungsmoeglichkeit suchen. Wir durften direkt vor der Rangerstation campen. Der Ranger war sehr freundlich, liess  uns sein Bad nutzen und wir konnten uns sogar in sein W-Lan einklinken.

IMG_9504 IMG_9506 Nebelwald auf 3000 Hoehenmetern…                                                                     ..kuehl ists hier

Nachts wurde es dann wunderbar kalt. 9,3 Grad Tiefsttemperatur war das kaelteste, was wir seit Monaten erlebt haben. Wir waren froh, die extra Decke rausholen zu koennen und es war so richtig gemuetlich. Unbeschreiblich!

IMG_9510 IMG_9514 Etwas Heisses zum Trinken zum Fruehstuck..                                   … dann los

Doch die Gemuetlichkeit war nicht von langer Dauer. Unser Abenteuerdrang liess uns um 6 Uhr am naechsten Morgen aus den Federn kriechen. Die beste Zeit, den seltenen Quetzal zu sehen ist naemlich der Morgen. Nach dem kurzen Fruehstueck haben wir uns die Wanderschuhe angezogen und sind los. Fuer fast 4 Stunden haben wir den Wald erkundet. Leider ist der liebe Quetzal ein so scheuer und schwer zu entdeckender Vogel, dass wir kein Glueck hatten. Trotzdem war es nicht langweilig: Tapir-Spuren in der vom Regen der letzten Nacht aufgeweichten Erde weckten unseren Entdeckergeist!

IMG_9529 IMG_9526 Quetzales, wo seid ihr?                                                   Eine TapirspurIMG_9531 IMG_9536 Vielleicht da?                                                             erstmal Pause machen

Zurueck an der Station plauderten wir noch eine Weile mit dem Ranger und er versuchte uns zu troesten: Auch er sieht die seltenen Tiere des Nebelwaldes nur sehr selten. Die besten Chancen auf Tierbeobachtungen hat man wohl mit einer Ueberwachungskamera mit Bewegungsmelder, die auf einen mit Calvin Klein „Obsession“ getraenkten Wattebausch gerichtet ist! Nicht gerade das Equipment, das wir staendig mitfuehren.

IMG_9572 IMG_9555 Miles, unser Verschiffungspartner                         Traumstrand IMG_9554 IMG_9549

Im Moment sind wir wieder an der Pazifikkueste auf einem direkt am Meer gelegenen Campingplatz an der Playa Dominical. Und hier hat sich wieder einmal gezeigt, wie der Zufall dem Reisenden hilft! Wir hatten zwar schon angefangen unsere Seeverschiffung nach Suedamerika zu planen (zwischen Panama und Kolumbien fehlen etwa 100 km Strasse, sodass man gezwungen ist, sein Fahrzeug umstaendlich zu verschiffen), aber als wir in Dominical auf unserem Campingplatz ankamen, lernten wir dort Carolina und Miles kennen, die gerade nach Partnern fuer eine Containerverschiffung suchten. Wir haben nicht lange hin und her ueberlegt und einfach zugesagt. Am 6. September geht unser Bulli also wieder mal aufs Meer und wir freuen uns schon jetzt auf Kolumbien und Suedamerika!

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Wie immer Mamas: Uns geht es sehr gut!

Das Rennen durch Mittelamerika ist gewonnen!

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Ja, richtig, wir waren sehr schnell in den letzten Tagen unterwegs: Innerhalb von einer Woche sind wir von Guatemala nach El Salvador, Honduras, Nicaragua und bis nach Costa Rica gefahren. Den groessten Teil dieser Zeit haben wir dabei wohl hinter dem Steuer oder auf dem Beifahrersitz verbracht. Von der Zeit der Grenzuebertritte in Mittelamerika haben wir ja schon berichtet. Warum also haben wir uns so beeilt, warum nicht mehr Zeit in Mittelamerika verbracht?

IMG_9434 IMG_9441 Ueber Stock und Stein, ueber schoene Bruecken und durch den Nebelwald

Die Antwort ist einfach: Freunde! In Deutschland sind im Moment Sommerferien und die Lehrer haben nach der ganzen Arbeit endlich frei. Fuer Gorms Freunde bedeutet das: Auszeit in Costa Rica! Und mal ehrlich: Wenn man schonmal so nah beieinander ist – und das am anderen Ende der Welt – dann muss man sich doch treffen! Wenn man so wie wir dann eine Woche vorher noch 5 Laender weiter noerdlich am Atitlan-See Sprachschule und schoenes Leben macht, muss man halt Gas geben.

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Am 7. August sind wir also ueber die Grenze von Nicaragua nach Costa Rica gefahren. Da Nicaragua uns irgendwie gut gefallen hat, haetten wir gerne noch etwas mehr Zeit dort verbracht, trotzdem waren wir auch froh, endlich am „Zwischenziel“ zu sein. Am Abend haben wir dann in Samara die ganze Bande getroffen. Freunde bei sich zu haben ist schon was Schoenes!

IMG_9386 IMG_9414 Englisch spricht hier wieder jeder                     Da es um 6 Uhr am Abend dunkel wird, sind wir                                                                                      meistens schon sehr frueh im Bett und am                                                                                                naechsten Morgen wieder wach.

Ploetzlich war die ganze Anspannung und der Termindruck weg, es ist wieder Zeit zum Surfen, zum Schildkroeten beobachten und um Abends auf dem Balkon oder am Meer zu sitzen und Bier zu trinken.

IMG_9398 IMG_9404 Tina und Uli beim Schildkroeten anschauen                                                        Gorm am Strand

Auch auf dem Poas-Vulkan waren wir zusammen und haben unglaubliches Glueck gehabt: Schon am Eingangstor wurden wir gewarnt, dass wir heute den Krater nicht sehen koennten – und tatsaechlich: Alles war in einer dicken Nebelsuppe verschwunden. Wir haben wirklich lange am Aussichtspunkt gewartet, sind wandern gegangen, haben und das Visitors-Center angeschaut und genau als wir dann zurueck kamen, haben sich fuer 20 Sekunden die Wolken verzogen und einen mystischen Blick auf den Krater und die umliegende Mondlandschaft freigegeben.

IMG_9452 IMG_9456 Nebenschwaden waren alles, was wir am Anfang gesehen haben.. vlcsnap-2015-08-13-21h04m56s143 Gluecklicherweise hat sich doch fuer ca. 20 Sekunden ein Fenster geoeffnet.

Costa Rica an sich ist sehr schoen. Das Lebensmotto der Ticos (Costaricander) ist „Pura vida“, was so viel heisst wie „Geniess das Leben“. Ueberall gibt es wunderbare Natur und Tierwelt zu sehen und die Strassen sind durchweg gut! Leider ist alles unverhaeltnismaessig teuer und so werden wir uns keinen sehr langen Aufenthalt in Costa Rica leisten koennen. Wir fragen uns, wie die Ticos sich einen 150-Gramm Joghurt fuer knapp 2 Dollar oder 200 Gramm Kaese fuer 6 Dollar leisten koennen. Wenn man in einen Nationalpark wie den des Vulkans Poas faehrt, kostet das 15 Dollar Eintritt pro Person und man muss zum Parken noch einmal extra 3 Dollar drauflegen. Fuer uns mit dem schmalen Budget kein ganz einfaches Reiseland!

IMG_9418 IMG_9424 Ein blauer T2? Ja wo gibts denn sowas?                Heimatgefuehl: Der Duft einer frischen BrezelIMG_9428 IMG_9471 Nasenbaer vor unserem Haus                                                                                                 Blumen

Im Moment sind wir in Orosi, in der Naehe der Hauptstadt San Jose, und campen im Garten eines Auswandererpaares aus der Schweiz. Im Hintergrund kann man den Vulkan Irazu sehen. Es gibt gutes Internet, warme Duschen und eine schweizer Baeckerei im Ort! So laesst sichs leben!

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@Mamas: uns gehts gut!

Der beruehmt-beruechtigte “Drei-Laender-Tag”

Was in Europa durch die offenen Grenzen zwischen den Laendern einfach waere, wird hier in Zentralamerika zur echten Herausforderung: Wenn man von einem ins andere Land reisen moechte – sprich nur einen Grenzuebergang vor sich hat – ist das schon ein Abenteuer. Wenn man dann aber am gleichen Tag noch in das naechste Land weiter moechte, kann man sicher gehen, dass es ein langer und nervenzehrender Tag wird. Wir haben es gemacht und sind von El Salvador nach Honduras und dann noch weiter nach Nicaragua gereist, alles an einem Tag:

IMG_9315 Die 27-Kopien Grenze zwischen El Salvador und Honduras, kurz vor dem Grenzbereich

Der chaotischste Grenzuebergang war gleich der Erste. Nachdem wir aus El Salvador ausgereist waren (relativ einfach) und ueber die Bruecke in den honduranischen Grenzuebergang eingefahren sind, hiess es zuerst im Grenzgedraenge einen Parkplatz suchen. Dann mit den Originaldokumenten und 3 Kopien des Reisepasses, des Fahrzeugscheins, des Fuehrerscheins und der Fahrzeugausfuhrbestaetigung aus El Salvador zum Zollschalter laufen. Die freundliche Frau dort stellt dann einen Antrag auf die temporaere Einfuhr des Busses aus, eine Zahlungsaufforderung fuer die Bank und eine computergeschriebene Zusammenfassung der Fahrzeugdaten. Dann geht sie mit hinaus, um die Fahrzeug-Ident-Nr mit den Papieren abzugleichen. Jetzt heisst es, einen kleinen Kopierladen ausfindig machen, in dem wir wieder jeweils 3 Kopien der zuletzt ausgehaendigten Dokumente anfertigen. Dann zur Bank, wo wir 718 Lempira einzahlen und darueber einen Einzahlungsbeleg erhalten. Der Beleg muss wieder 4 mal kopiert werden und zusammen mit den restlichen Dokumenten am Zollschalter abgegeben werden. Dort stellt die freundliche Frau dann die temporaeren Importpapiere aus, gibt Gorm einen Stempel fuer das Fahrzeug in den Pass und fordert uns auf, davon- na was wohl?: Drei Kopien bitte! Der Hoehepunkt des ganzen Spektakels war dann, als sie eine Kopie der letzten Kopien nahm, einen Stempel draufdrueckte und Gorm dann nochmal eine Kopie der Kopie mit Stempel einreichen musste. Als diese finale Kopie dann am Schalter war, bekamen wir schliesslich unser Importpapier und einen Stapel von unseren Kopien, die wir beim Ausfahren aus dem Grenzbereich an verschiedenen Stellen abgeben sollen. Die persoenlichen Einreisestempel hingegen waren – wenn man von der Wartezeit in der Schlange absieht – schnell im Reisepass.

Nach 27 Kopien und etwas weniger als 2 Stunden „Arbeit“ hiess es dann: Bienvenidos a Honduras.

IMG_9318 IMG_9316 Impressionen aus Honduras – In 3 Stunden sind wir durch den Sueden des Landes gefahren.

Der Tag waere aber nicht der „beruehmt-beruechtigte“, wenn nicht noch ein zweiter Grenzuebergang diesen Kalibers bevorstehen wuerde. Obwohl bei der Einreise nach Nicaragua weniger Kopien involviert waren, kamen neue Schritte dazu: Wir mussten ein ominoeses Gesundheitszertifikat bekommen und uns mit dem Grenzbeamten an der Desinfektionsstelle streiten, weil wir nicht wollten, dass chemischer Rauch zur Desinfektion in unsere Wohnkabine gesprueht wird. Nach etwas Hin und Her hat er dann nachgegeben und verstanden, dass wir in unserem Auto leben und nicht den Chemikalien ausgesetzt sein moechten. Alles auf Spanisch!

IMG_9320 Grenzchaos am Ausgang des Grenzbereichs nach Nicaragua

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Obwohl wir nur ca 190 Kilometer an diesem Tag gefahren sind, hat es knapp 8 Stunden gedauert. Als wir am fruehen Abend in Nicaragua angekommen sind, haben wir unser Lager auf einer kleinen Finca mit Eseln und Kuehen aufgeschlagen.

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Uns geht es prima!

Hier noch ein paar Impressionen aus Nicaragua:

IMG_9350 IMG_9352 Laguna de Apoyo im Sueden von NicaraguaIMG_9355  IMG_9357 Overlander-Treffen an der Laguna – Paula und John                                 HaengemattentraumeIMG_9370 IMG_9374 Campen am Nicaragua-See Aus dem See recken sich 2 Vulkane in den Himmel

El Salvador: Das kleinste Land Mittelamerikas mit den freundlichsten Menschen

IMG_9257 Der freundlichste Grenzuebergang bis jetzt!

Von Antigua aus ging es auf direktem Weg an die Grenze von El Salvador. Wie bei allen Grenzen hier muss man zuerst auf der Seite des Landes, das man verlaesst, sich selbst und das Auto abmelden und dann ins Nachbarland weiterfahren. Wurden wir in Guatemala noch mit leicht muerrischen Blicken verabschieded, kam uns der Zollbeamte auf El Salvadorianischer Seite schon auf der Bruecke, die beide Laender ueber einem Fluss miteinander verbindet, auf uns zu.

IMG_9258 IMG_9259 Unser Willkommensgeschenk       Seifenkisten zum Holztransport, Wer das Bild vergroessert,                                                                  sieht dass die Eisenrollen tiefe Spuren im Asphalt                                                                                    hinterlassen. Berghoch laesst man sich uebrigens von LKW“s                                                                ziehen.

Wir wurden mit Handschlag begruesst und von diesem Beamten durch den kompletten Grenzprozess gefuehrt. Waehrend er die Daten unseres lieben Zuhauses aufgenommen hat, kamen wir ins Gespraech und da er uns wohl besonders gerne mochte, hat er uns waehrend die Einfuhrpapiere erstellt wurden Ananas und kleine kirschaehnliche Fruechte namens „Nances“ geschenkt, damit wir in der Zwischenzeit keinen Hunger haben. Nach schon einer Stunde war alles erledigt.

IMG_9267 IMG_9287 Aras hautnah                                                           Ein Leguan am entspannen

Ueber die Ruta de las Flores, die Kaffeestrasse,  sind wir noch am gleichen Tag bis ans Meer nach El Zonte gefahren und haben dort in einem kleinen Surfcamp unser Lager aufgeschlagen. Eine kleine Bar, die auf einer Terrasse am Meer angebracht wurde, war am Abend unser Aufenthaltsort. Von dort aus konnte man den Profisurfern beim Spielen zuschauen und ein Bierchen trinken. Nachts gab es heftige Gewitter, die den kompletten Parkplatz in einen kleinen See verwandelt hatten als wir zurueck zum Bus kamen. Durchs knoechelhohe Wasser ging es in unser Schlafgemach.

IMG_9292  IMG_9263 IMG_9307  IMG_9297 Impressionen vom Strand!

Nach zwei Naechten am Meer sind wir dann schon weiter nach La Union, da wir recht schnell Costa Rica erreichen wollten, um Freunde dort zu treffen. Nach einigem Hin und Her haben wir schliesslich in La Union in einem Innenhof gecampt, von dem die Zimmer der El Salvadorianischen Mieter abgingen. Fabrizio, der Nachtwaechter, hat dann noch lange mit uns geredet und uns zu einsgekuehltem Wasser eingeladen. Als etwas spaeter ein Fernseher im Hof aufgestellt wurde, kamen noch ein paar mehr an uns interessierte Salvadorenos dazu! Jeder von ihnen wollte sich mit unserem Haeusschen auf Raedern ablichten lassen.

IMG_9310 IMG_9311 Jeder will ein Foto mit dem Star der Reise!                               links: ich, rechts: Ein Salvadoreno

Erholung  – die wir uns wegen des bevorstehenden beruechtigten 3-Laender-Tag (drei Laender und zwei Grenzuebergaenge an einem Tag) erhofft hatten – war in La Union jedoch nicht drin: Die Tiefsttemperatur in der Nacht lag bei 34 Grad Celsius und das bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Da war an Schlaf kaum zu denken!

IMG_9283 Und wieder eine mehr!

Uns geht es trotzdem noch gut!

Antigua, Stadt in Guatemala und Parallelwelt!

Als wir vor ca. einer Woche zum erstem Mal nach Antigua kamen, waren wir auch wegen unserer 13 Stunden langen Fahrt von Semuc Champey total ermuedet. Als wir dann nichtmal auf dem Hof der Touristenpolizei campen konnten (ein paar Tage  vorher war es wohl noch moeglich), waren wir erst recht enttaeuscht und hatten schon gar keine Lust mehr auf die Stadt. Da es aber schon spaet war und wir nicht noch weiter gekonnt haetten, haben wir die Nacht in der Stadt verbracht und wie das so ist, wenn man eine Nacht ueber etwas schlaeft: Am naechsten Morgen ist es schon nicht mehr so schlimm.

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Wir haben den Antigua-Luxus dann einfach wirklich genossen: Erdbeer-Joghurt-Smoothies, frischgebackene franzoesische Croissants, Pizza und edle Boutiquen. Eine Welt, die in Guatemala ziemlich isoliert dasteht und nicht den Rest des Landes wiederspiegelt. Trotzdem ist man wegen der westlichen Annehmlichkeiten verfuehrt, laenger zu bleiben als man geplant hat.

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Jede halbe Stunde gibt es zudem ein Vulkanschauspiel. Die Stadt liegt naemlich in einem Tal zwischen mehreren Vulkanen: Teilweise sind sie erloschen, teilweise aber auch noch aktiv. Der Vulkan Fuego zum Beispiel beglueckt die Touristen Antiguas ca. alle 30 Minuten mit einer Rauchsaeule, die aus seinem Schlot aufsteigt.

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Frueher war Antigua einmal die Hauptstadt von Guatemala. In 1773 wurde sie jedoch durch ein sehr starkes Erdbeben zerstoert. Besonders interessant daran ist, dass nach dem Beben viele zusammengestuerzte Kirchen nicht mehr aufgebaut wurden und einfach in ihrem Zustand als Ruine erhalten werden. Nachts sind die Ruinen beleuchtet und geben der Stadt noch mehr Flair.

IMG_9168 IMG_9190 Ruinen von Kirchen praegen das Stadtbild                          Touristenmarkt mit Kunsthandwerk

Wie auch im Rest von Guatemala wurde das schoene Stadtbild von sehr praesenter Wahlwerbung eingerahmt. Am 16. September sind Wahlen und Wahlwerbung bzw. Wahlbekennungen sind ueberall aufgebracht. Die Farben der Parteien werden an jeden Laternenpfahl und Stein am Rand der Strasse gemalt. Da erst vor 3 Monaten ein grosser Korruptionsskandal aufgedeckt wurde, wird der Wahlkampf nun besonders verbissen gefuehrt.

IMG_9147 Wahlwerbung ueberall.

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Vor vier Tagen sind wir dann aus Antigua abgefahren und haben uns auf den Weg nach El Salvador gemacht – davon im naechsten Beitrag mehr. Als wir die steile Strasse aus der Stadt hinausfuhren, hat uns Fuego mit einer kleinen Rauchsaeule verabschiedet.

IMG_9151 IMG_9153Doch noch ein schoenes Plaetzchen in Antigua gefunden           Mit Blick auf den Vulkan Agua

 

Uns geht es gut!

Verschnaufen am Lago Atitlan

Nach den sehr turbulenten letzten Wochen mit viel Fahrerei haben wir es bis an den Lago Atitlan geschafft, wo Eli einen einwoechigen Sprachkurs macht. Gorm hat waehrenddessen Zeit, mit dem Tagebuch aufzuholen, sich um den Bus zu kuemmern, ueber den Markt zu bummeln oder sich neuen Blog- und Facebook-Beitraegen zu widmen. Der Weg hierhin war allerdings steinig. Im wahrsten Sinne des Wortes.

IMG_9210 Lago Atitlan

Da wir aus dem Sueden, naemlich Antigua kamen, haben wir auch die Suedroute um den See genommen, die kurz hinter Santiago Atitlan mal wieder von einem auf den anderen Moment von sauberem Asphalt in eine Schotterpiste ueberging, von der wir behaupten: So etwas wuerde man in Deutschland nicht finden. Als wir dann ploetzlich noch ein Polizeiauto hinter uns hatten, das uns 20 Minuten lang bis kurz vor unseren Zielort begleitet hat, waren wir doch etwas verunsichert.

IMG_9191 IMG_9192 Romantisch: mit Vulkan                                        Unromantisch: die Strasse!

Von der Besitzerin der Sprachschule haben wir spaeter erfahren, dass wir auf einem recht gefaehrlichen Stueck Strasse unterwegs waren. Weil hier oft Fahrzeuge stecken geblieben sind und es dann unschoene Begegnungen gab, wurde erst neulich eine Polizeieskorte fuer diese Piste eingerichtet. So konnten wir sicher passieren! Den Rueckweg werden wir aber trotzdem ueber die sichere Nordroute in Angriff nehmen.

IMG_9221 IMG_9206 Camping in der Sprachschule                                                     Waschtag!

Die Sprachschule ist der perfekte Ort fuer uns, um eine Woche auszuruhen! Sie ist direkt am See (der uebrigens als einer der schoensten der Welt gilt, aber dennoch reichlich verschmutzt ist) gelegen, die Kurse sind sehr guenstig und das Beste ist: Wir koennen hier fuer fast umsonst (5 Dollar pro Woche) campen. Es gibt sauberes Wasser, Duschen und vor allem Internet! Viele werden sich jetzt denken: „Ist doch normal“, fuer uns bedeutet es aber Luxus, da man sich sonst auf der Reise immer aufwendig um diese Dinge kuemmern muss.

IMG_9218 IMG_9224 Morgens lernen….                                                                                 … abends Katze streicheln!

Uns geht es prima und wir geniessen unsere kleine Ruheoase!

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